Fotografie-Wie bekommt man den schwarzen Hintergrund hin?

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9 Antworten

Hi du :) Der schwarze Hintergrund kommt bei den Fotografen meist einfach von der großen schwarzen Leinwand hinter dem Pferd. Die meisten stellen ein recht großes Fotoset auf (schwarze Leinwand, Belichtung von den richtigen Seiten mit solchen Lampen...). Um das auch ohne Leinwand hinzubekommen bedarf es aber auch eines gut gewählten Ortes mit guter Belichtung. Das ist aber sehr schwer hinzukriegen, da ja wie du schon festgestellt hast der Hintergrund meist trotzdem zu erkennen ist. Du kannst es mal abends wenn es dunkel ist versuchen und dein Pferd vor die Stallwand stellen, wobei die Lampen den Hintergrund nicht bestrahlen dürfen. Eventuell eignet sich die Reithalle dafür auch. Vorstellbar wäre es auch noch, dass es klappt, wenn du nachts (es sollte stockdunkel sein) auf den Reitplatz gehst oder besser an den Reitplatz und dort das Licht anmachst. Falls ihr einen beleuchteten Reitplatz habt. Das dürfte dann schon etwas besser funktionieren. Meine letzte Idee wäre einfach ein großes schwarzes Tuch hinter das Pferd aufzuhängen. LG Blitzhufe

Du musst das Bild unterbelichten, damit der Hintergrund auch dunkel wird. Um den Pferdekopf nun hell zu bekommen, muss der Blitz dazugeschaltet werden, der dann das fehlende Licht für den Vordergrund liefert. Dazu musst du die Kamera am besten im manuellen Modus betreiben und ein bisschen probieren. Belichtungszeit würde ich 1/160 bis 1/200s bei f8 bis f11 nehmen und ISO 100. So wird der Hintergrund schön dunkel. Belichtungsmessung Spot oder mittenbetont auf das Gesicht des Pferdes und Blitz auf ETTL. Das Pferd nicht zu nah an den Hintergrund stellen, sonst wird der durch den Blitz auch mit aufgehellt.

Muss nicht sein, dass man blitzt, zumal man bei Pferden aufgrund ihrer Proportionen viel Abstand mit viel Zoom braucht - und die mit den Augen schnell reagieren, viel schneller als Menschen - Du wirst ein paar hundert Fotos brauchen, bis das Pferd einmal sinnvoll guckt. Dann eben lieber Blende richtig auf bei so gutem Sonnenlicht, dass die Kamera die Zeit zurück nimmt - oder eben manuell die Zeit weg, aber wir wollen es ja laientauglich.

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vielen dank für die Antwort!

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Erstmal, um das Rätselraten zu beantworten: Man kann sowas mit Bearbeitung hinkriegen, aber es lässt sich definitiv auch fotografieren und ich bin eher der Fotograf für "ehrliche" Fotos, die auch unbearbeitet schön sind.

Schwierig wird das nur mit dem Objektiv. Weil ein 55er musst komplett aufziehen, damit das Pferd nicht sehr seltsame Proportionen hat. Solche Portraits mach ich immer mit meinem Telezoom bis 300 und sehr gerne sehr weit offen, also auf dem 300 mm Tele und entsprechend weit weg. Dann brauchst Du noch richtiges Sonnenlicht. Dieses Foto finde ich persönlich nicht soooo toll gelungen, weil zu wenig Licht am Pferd selbst ist, die Ohren saufen im Dunklen ab. Wahrscheinlich hat's Licht eben nicht gepasst. Du musst die Blende ganz auf machen, um den Hintergrund verschwinden zu lassen, also AV (=Blendenvorwahl) nehmen, die Zahl ganz klein machen, denn die Zahl zeigt den Bruch, also f/1,8 oder ähnlich. Bei Dir geht wahrscheinlich vom Objektiv her kein größeres Loch, also keine kleinere Zahl als f/4,5 oder gar f/5,6. Damit hast schonmal schlechtere Karten, aber unmöglich ist es nicht. Mit dieser Blendeneinstellung sorgst Du dafür, dass das Bild möglichst wenig Schärfentiefe hat. Du solltest dann unbedingt auf die Augen des Pferde focussieren, weil alles andere darf unscharf sein, die Augen keinesfalls. Hättest Du ein großes Teleobjektiv, könntest Du weiter weg, das Pferd etwas weg vom dunklen Raum und mehr vom Pferd scharf machen, aber mit Deinem musst halt nehmen, was geht.

Und dann musst Dir noch einen richtigen Sonnentag aussuchen, so einen, wo man die Augen zukneift, wenn man vom Stall nach draußen geht. So, dass auf das Pferd richtig viel Sonne scheint. Dann nämlich wird Deine Kamera bei dem sehr offenen Blendloch nur ultrakurz belichten - und somit viel zu kurz, um dem Raum dahinter noch genug Licht zu geben, dass man irgendwas sieht. Das heißt aber auch, such Dir eine Stall- oder Scheunentüre in einer Wand, die Sonnenlicht abbekommt.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Durchgenend Erfahrung seit 1981

vielen dank für diesen ausführlichen Rat! :) Was für ein alternativ Objektiv für meine Canon EOS 1100D würdest du mir den empfehlen, um solch ein gutes Foto hin zu bekommen?

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@PferdPony90

Gute Frage ... die richtig guten wirst für privat nicht kaufen wollen ... aber so ein 70-300er in vielleicht bisschen lichtschwach (im Vergleich zu den Mega-Rohren) wär vielleicht was für Dich, was noch in erschwinglichem Rahmen ist ... Deines würd ich eher für Architektur und Landschaften nehmen, ein Telezoom für Pferde. Für rund 100 Euro gibt's sowas von Tamron z.B.: Tamron AF 70-300 / 4-5,6 DI LD MACRO Das hat sogar einen passablen Naheinstellungsbereich (daher auch "Macro" im Namen), d.h. Du kannst auch mal eine Biene auf einer Blüte oder sowas kleines scharf und groß bekommen. Möchtest Du natürlich viel in einer Reithalle fotografieren, wirst an der "Lichtstärke" (die Zahl 4-5,6) ein bisschen knabbern, weil eben das Loch nicht größer zu machen ist, nicht mehr Licht rein zu kriegen ist, Deine Bilder werden dann gerne mal grau. Dafür ist es nicht so teuer und nicht so schwer und unhandlich wie ein hallentaugliches wäre.

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@Baroque

vielen dank für deine Antwort! Ich bin "freizeit-reiterin" und nur im Gelände unterwegs, daher wird es wohl nicht passieren, das ich in einer Reithalle fotos mache ;) Bis 200€ darf das Objektiv kosten(wünsche ich mir dann zu Weihnachten :) ).

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@PferdPony90

Bis 200 gibt's auf jeden Fall was. Einen Bildstabilisator drin wirst nicht bekommen, aber sonst ... da müsst man jetzt Deine Kamera gut kennen, dass man wüsste, welches "Extra", was vielleicht teurere noch hätten die ansteuern kann. Weil es hilft Dir ja nix, wenn Du soundsoviele "Ausstattungsdetails" mitkaufst, die die Software Deiner Kamera gar nicht erkennt, geschweige denn steuern kann.

Reiten zu ich selbst ja auch fast ausschließlich in Wald und Feld, weil auch zum Gymnastizieren hab ich dort mehr Ruhe und Konzentration als ein einer überfüllten Reithalle ... aber fotografieren tu ich schon oft drin. OK, ich mach's im Kundenauftrag, d.h. ich nehm die Umgebung, die die Leute wünschen, aber auch so komm ich immer mal wieder in die Verlegenheit.

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Ich würde das dann nachbearbeiten... Ich mach das immer mit paint (das ist zwar nicht unbedingt das dafür gedachte Programm...). Wenn man mit dem Pinsel alles um das Pferd herum weiß anmalt und dann transparente Auswahl macht, dann ist das Pferd ohne Hintergrund zu sehen. Wenn man dann den Paint-Hintergrund ändert, in schwarz eben, wird das so ein Bild. Das geht bestimmt auch noch besser, aber ich kenn mich nicht sooo toll mit Technik aus :-)

das mit dem "nachbearbeiten" ist gut gemeint, aber sieht dann zu "unecht"aus, habe ich auch schon ausprobiert.

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@PferdPony90

Ob's "unecht" ist, ist eine Frage des Könnens ;-) Sowas geb ich nicht umsonst den Kollegen, die oft und gerne "photoshoppen".

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Im Prinzip musst du NUR das Pferd mit Licht versorgen. Ich mein damit, du brauchst ne hohe Verschlusszeit um einen dunklen Hintergrund zu bekommen und einen Blitz. Den Blitz dann nur so stark, dass das Pferd gerade noch normal belichtet ist.

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