Fotografie, Polfilter Empfehlung?

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5 Antworten

Hallo

neben dem grundsätzlichen Glasqualitätsproblem aller Filter gibt unterschiedliche Methoden einen Polfilter herzustellen. Dadurch sind Polfilter unterschiedlich wirksam und haben unterschiedliche Lebensdauern.
Der "effektivste" Filter ist nach dessen Erfinder Käsemann benannt. Käsemann-Typen sind "Feuchtigkeitsempfindlich" und brauchen wasserdichte Fassungen oder sind verkittet. Das ist mechanisch aufwändig, vor allem wenn es kompakt sein soll. Je weitwinkeliger die Optik um so "besser" muss der Polfilter sein und Käsemanntypen und die Heliopan sind die einzigen die über 90° Diagonal Bildwinkel gut funktionieren. Wobei in dem Bereich Landschaftsfotografie gibt es auch SinghRay, Formatt, LEE, Tiffen oder Century Spezial-Filter letztere 3 gehören inzwischen zu Schneider Kreuznach.

"Vergütungen" sind hilfreich aber Multicoating ist oft eine Werbehumbugzahl wie Zoomfaktor oder Megapixel.
Eine einzelne, richtig gemachte, Vergütung ist besser als 14 Schichten mit "irgendwas". Einschicht Spitzenvergütungen haben zb Pentax und Zeiss (Ashai hats mal erfunden, Zeiss hat es eingetauscht). Diese Vergütung ist technisch extrem aufwändig (teuer) herzustellen und wirkt auch noch als Bandpassfilter. Die Konkurenz kam dann auf Multicoatings.

Aber Mulitcoatings kann man auch einfach tauchen oder giessen (billig herstellbar). Was aber nicht heisst das Multicaotings schlecht sind. Aber wie gut ein Filter (bzw Optik) vergütet ist sieht man ja mit dem eigenem Auge.

Günstige Filter sind oft Massenware aus Fensterglasronden (Floatglas) die zumeist in Hinterhofwerkstätten in Asien hergestellt/zusammengebastelt werden. Die sind besser als gar nix aber. Derartige Filter haben oft durch Konkurs an Heuschrecken verkaufte Markennamen (Polaroid, Rollei, Miranda/Mindax, Exacta mit C) wo es primär um maximalen Profit geht. Meist werden die als "Videofilter" verkauft also für geringe optische Auflösungen.

Solide Mittelklassefilter gibt es bei Dörr, Walimex, Hama, KAISER, BIG, Rowi (sind meist von Hoya/Kenko) oder Praktika (Da steckt Schneider Kreuznach dahinter, aber die Filter kommen wohl aus Rumänien).
Auch Kamerahersteller wie Canon, Sony oder Lumix haben oft nur "Mittelklassefilter" im Sortiment.
Nun ja als Fotograf will man das Beste Equipment vor allem wenn man auf der Suche nach Bildqualität ist.

Hobbyfotografen haben meist nur billige Kit Optiken da ist Qualität eher kein Thema (Bzw Grenzwertig) aber wenn man einen Billigfilter davorschraubt geht es oft massiv abwärts. Deswegen müsste man kurioserweise die billigen Kit Optiken mit denn besten Filtern bestücken die oft mehr Kosten als die Kit Optik dahinter.

- www.traumflieger.de/desktop/polfilter/polfilter.php
- http://fotovideotec.de/polfiltertest/
- http://web-done.de/testbericht_review/polfilter-vergleich-hoya-hd-haida-pro-ii-praktica-schneider-noname-billigfilter/
- www.lenstip.com/139.1-article-Polarizing_filters_test_2015_Introduction.html

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Moin.

Nun ja, die Preisunterschiede entstehen zum einen durch die Herstellung und speziell die Vergütung, zum anderen aber auch durch den Markennamen, den Du teilweise eben auch extra bezahlen darfst.

Was meine persönlichen Erfahrungen angeht, kann ich Dir von den extrem preiswerten a'la Polaroid oder Hama nur abraten. Da taugt die Vergütung einfach nicht viel. Die teuersten müssen es allerdings auch nicht sein.

Ich habe bislang sehr gute Erfahrungen mit den mittelpreisigen Filtern von Hoya gemacht. Idealerweise solltest Du ein Modell mit einem kleinen Steg oder zumindest einem griffigen, genügend breiten Rahmen nehmen, mit dem sich der Filter leichter drehen lässt. Sog. Slimline-Filter taugen hier gar nichts. Bei Filtern ohne einen Steg oder entsprechenden Rahmen besteht die Gefahr, sie je nach Drehrichtung aus dem Objektiv zu schrauben, was ja auch nicht Sinn der Sache ist.

Perfekt wäre zudem, wenn sich in den Polfilter weitere Filter einschrauben lassen. In dem Fall kannst Du nämlich einfach einen preiswerten UV-Filter als Linsenschutz vor den Polfilter setzen.

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ASRvw de André

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Das Problem bei Polfiltern und fixen ND-Filtern sind Farbverschiebungen, meist in Richtung Magenta. Das ist mit sehr viel technischem Aufwand hinsichtlich Bauweise und Vergütung zu verhindern (dazu haben andere schon umfassend geantwortet).

Zumindest wenn Du in RAW fotografierst ist das aber auch mit einmaligem Aufwand an den Farbkanälen in Lightroom oder ähnlicher Software zu beseitigen. Einmalig, weil man sich diese Arbeit als Profil abspeichert und beim nächsten Bild mit diesem Filter wieder abruft.

Ergo: ich würde mir mit der heutigen Digitaltechnik keinen teuren Filter mehr kaufen. Gut, die ganz billigen, da stimmt eventuell auch die optische Güte nicht, so ein Ding ginge nach drei Testaufnahmen zurück. Aber Fehler passieren auch bei Nobelherstellern.

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Jepp, wie ASRvw schon erkannt hat, entstehen die Unterschiede durch Vergütung des Glases und eben auch durch "Markennamen". 

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