Fotografie - Was tun, wenn das Bild unter oder überbelichtet ist?

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11 Antworten

Moin.

Die von Dir erwähnte Regel ist keine fixe Regel, die man unter allen Umständen beachten muss. Sie funktioniert nur im Zusammenspiel mit weiteren Parametern wie Blende und Iso-Äquivalenz und auch nicht bei allen Lichtverhältnissen. Mitunter kann es erforderlich sein, sie der Lichtverhältnisse wegen zu brechen und eine längere oder kürzere Verschlusszeit zu verwenden.

Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein, wird bei 28mm Brennweite, ISO 100 und ner Verschlusszeit von 1/28 (bzw. 25 oder 30) ebensowenig was Hescheites herauskommen, wie bei einer Verschlusszeit von 1/100 bei 100mm Brennweite in einem schlecht beleuchteten Raum. Und bei alledem kommts dann auch noch auf die gewählte Blende an.

Gute Kameras bieten Funktionen, hier ein wenig zu korrigieren, nämlich die Belichtungskorrektur. Neben dem Wert 0 in beide Richtungen in einem gewissen Rahmen variabel. In den meisten Kameras trägt der Wert die Einheit eV, in einigen Modellen auch LV.

Die meisten guten Kameras bieten darüber hinaus die Möglichkeit einer Belichtungsserie mit unterschiedlichen Korrekturwerten. Meist machen die Kameras dann beim Auslösen drei Aufnahmen. Die erste mit dem Wert 0, also Normalbelichtung, die zweit mit dem eingestellten Negativwert, also unterbelichtet und die dritte mit dem eingestellten Positivwert, also überbelichtet. Meist muss die Normalbelichtung hier auch nicht zwingen 0 sein, sondern lässt sich auch in den positiven oder negativen Bereich verschieben.

Mit einer Belichtungsserie erhälst Du also im mindesten drei Bilder vom Motiv, in unterschiedlichen Belichtungen. Machst Du die Aufnahmen im RAW-Format, hast Du weitere Optionen, da man dieses Format mit guter Software nachträglich digital entwickeln und dabei, wie im analogen Fotolabor, weitere Korrekturen vornehmen kann.

Meine Empfehlung an Dich wäre: Lies Dich mal durch das Handbuch Deiner Kamera. ein, gehe eine Einstellung nach der anderen durch und mache damit mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Parametern, um zu sehen, welche Einstellung und welcher Parameter welchen Effekt hat.

Wenn Du alle möglichen Einstellungen und Parameter und deren Effekt verstanden hast, gönne Dir ein gutes Fotobuch, aus dem Du Dir dann erlesen kannst, welche Einstellungen und Parameter für welche Aufnahmesituation sinnvoll sind und experimentiere damit, um die nötige Praxis zu bekommen.

ASRvw de André

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Offensichtlich hast Du den Grundzusammenhang zwischen Belichtungszeit, Blendenöffnung und Empfindlichkeit schon verstanden.

Die richtige Belichtung ist natürlich Grundvoraussetzung für ein gelungenes Foto. An den genannten Parametern kann man aber eben drehen.

Manchmal ist es aber eben einfach zu dunkel. Maßnahmen sind dann entweder eine Kamera mit einem höheren Empfindlichkeitslevel zu benutzen, ein lichtstärkeres Objektiv verwenden oder ein Blitzgerät.

Oder warten, bis es heller ist. Oder die Kamera auf ein Stativ zu packen - was natürlich nur bei relativ statischen Motiven funktioniert.

Das ist der Strauß der Möglichkeiten. Ach, eins noch: Wenn Farbbilder zu sehr rauschen, kann man noch auf schwarz/weiß runtergehen, wenn man mag. Das rauscht dann nicht so.

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Kommentar von Benny1104
26.04.2016, 13:55

Ist es denn mit einem lichtstärkerem Objektiv möglich, diese "Regel" in jedem Fall zu berücksichtigen? Ein Stativ ist ja nur eine Möglichkeit für eine längere Verschlusszeit, wenn das Motiv still steht und nicht, wenn ich beispielweise in der Natur fotografiere, wo vieles in Bewegung ist, richtig? 

Danke für den Tipp!

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Also zB Brennweite bei 50mm, dann die Verschlusszeit bei 1/50.


Diese Regel kannst du eigentlich schon vergessen:

1)Es kommt auf das Motiv an. Wenn dein Motiv sich nicht bewegt und deine Kamera sicher steht (nicht wackelt z.B. durch Wind), kannst du beliebig kurz einstellen.

2)Bewegt sich dein Motiv sehr schnell, dann kommst du mit 1/50 nicht sonderlich weit.

Viel wichtiger sind die Zusammenhänge zwischen Blende, Belichtungszeit, Iso:

https://magazin.zonerama.de/wp-content/uploads/2015/03/belichtungsdreieck.png

Das beschreibt es eigentlich ziemlich anschaulich.

Scharfe Bilder bekommst du natürlich auch und vor allem durch sauberes fokussieren.

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Die Faustformel mit Belichtungszeit und Brennweite ist eigentlich ein Grenzwert und keine fixe Vorgabe. Die sollte man nicht überschreiten, wenn man mal schlechte Bedingungen hat. So lange keine bewegten Objekte vorhanden sind, kann man aber dann mit einem Stativ arbeiten.

Du hast ja schon mal eine eigntlich vollautomatische Kamera. Die verschiedenen Modi wurden bereits angesprochen. Versuch es viellicht erst mal mit der Belichtungsautomatik, also mit einer fixen Blendenvorwahl. Den Rest macht die Kamera. Sollte es in Deinem Zimmer vielleicht etwas dunkel sein, kannst Du ja mal mit verschiedenen Blenden rumspielen und nötigenfalls die Kamera fest uf einem Tisch oder so auflegen. Du wirst dann mal sehen, wie sich die Belichtungszeit, aber auch der Schärfebereich ändert.

Normalerweise sagt man, kann man mit etwas Übung, mit einem 1/60 noch gut aus der Hand fotograferen kann. Je kürzer die Belichtungszeit aber, umso weniger ist die Gefahr zu verwackeln. Das sollte man natürlich immer berücksichtigen. man kann zwar dann auch noch nachziehen, aber das würde dann wohl etwas weit führen.

In der Regel geht man ja davon aus, dass das vorhandene Licht ausreicht und man das Foto in guter Qualität und mit wenig Rauschen, also niedriger ISO-Einstellung aufnhmen kann, spielen die Bedingungen aber nicht mit, kann man mit den möglichen Mitteln dagegenwirken, also zB ISO rauf, Blende auf, Belichtungszeit rauf. Was und wieviel muss man dann vor Ort entscheiden. Es kommt halt drauf an, was man haben möchte und worauf man verzichten kann.

Die Vollautomatik kann man gut dazu benutzen um zu sehen, welche Einstellungen die Kamera selbst wählt oder vielleicht auch eine andere Automatik. Normalerweise müsste man diese Werte am Display mit anzeigen lassen können.

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Hast du es schon mal im "Vollautomatik" Modus versucht? Oder im Modus "Blendenautomatik", da gibst du die zeit vor und die Kamera regelt die Blende.?

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Kommentar von Benny1104
26.04.2016, 13:49

Eigentlich würde ich gerne im M-Modus bleiben, weil ich denke, dass man die Kamera so am besten kennenlernt.

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Also Blende 4,5 ist nicht die Perfekte Einstellung für Fotografieren bei schlechtem Licht. Aber wenn du die Blende nicht weiter öffnen kannst, musst du ja zwangsläufig damit Arbeiten. Aber kann es vielleicht sein das du auf 18mm die Blende weiter öffnen kannst, auf 3,5? Das ist von vielen Objektiven die "günstig" sind, die Anfangsblende.

Sonst probiere einfach länger zu Belichten. Ich weis nicht ob du ihn kennst, aber Tony Northup hat das mal sehr gut erklärt. Die 1/50 bei 50mm zum Bespiel, (bezieht sich eh auf Vollformat Kameras, d.h. man muss den Crop Faktor des Sensors mit einrechnen) bedeutet nicht das das Bild automatisch scharf ist. Es kann sein das du trotzdem verwakkelst. 

Es ist nur eine Wahrscheinlichkeit das das Bild Scharf ist. Wenn du nur 1/15 Sekunden Belichtest, dafür aber 5 Bilder machst, ist die Wahrscheinlichkeit genau so hoch, das 1 Bild von den 5 scharf ist. (War jetzt geschätzt, ich erkenne die genaue Formel gerade nicht)

Also zusammenfassend:

Gehe auf eine niedrigere Brennweite, da kannst du sowieso länger Belichten. vielleicht sogar die Blende weiter öffnen. 

Willst du unbedingt auf deiner momentanen Brennweite bleiben, belichte länger. Theoretisch kannst du sogar z.b. 1/6 Sekunde belichten aus der Hand (allerdings musst du da schon sehr viele Fotos machen um ein scharfes zu bekommen).

Alternativ kannst du die Kamera auch, wenn du kein Stativ hast, irgendwo draufstellen und mit Selbstauslöser 2sek ein lang belichtetes Foto machen (Kommt aber natürlich darauf an was du Fotografieren willst) 

Ich hoffe das war verständlich, bei Fragen helfe ich gerne nochmal weiter.

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In RAW fotografieren,da kann man oft noch einiges retten

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Ich empfehle Dir das Anfängerbuch: Scharfe Fotos mit der Digitalkamera von SAMJOST Fotografie für 14,90€. ISBN: 978-3-945030-03-5

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wenn wenig licht da ist dann ist ein objektiv mit kleinster blende von 4,5 nicht gerade praktisch. ich nutze dann eins mit festbrennweite 50mm und einer kleinsten blende von 1,2. da erreicht man dann recht gute ergebnisse mit

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Kommentar von Benny1104
26.04.2016, 13:52

Und damit kann man dann auch die "Regel" berücksichtigen? (Brennweite=Verschlusszeit)

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Von vornherein richtig belichten natürlich.

fotolehrgang.de

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Die Alpha hat einen Bildstabilisator (Sensorshift) schon eingebaut,

kannst locker 1/15 aus der Hand machen.

Reisezoom indoors ist nicht so super ideal...

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