Foto Story zum Gedicht aus der Moderne?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

was hat das mit Chemie zu tun? 

Recht bildgewaltig ist das Grill-Gedicht von Roger Stein - da kommen die Bilder ganz von alleine:



Grillgedicht

Autor: Roger Stein


Prolog

Es ist den Deutschen tief zu eigen, sich mit Bier und Wurst zu zeigen.
Philosophie und Literatur - Die ganze deutsche Leitkulturbaut auf – auf unsrer Grillnatur!

So sprach schon Kant vom freien Willen,den man braucht zum Würste grillen.
Und Schopenhauer präzisierte, weil auch dieser gern grillierte.Selbst

Schelling oder Fichte machten manche Wurst zu nichte.

Sigmund Freud sprach voller Lust:"DerMensch grillt oft auch unbewusst"

Nietsche sagte: Gott ist tot! Uns bleibet nur noch Wurst mit Brot...

Damit wäre nun bewiesen: Grillen heisst, Kultur geniessen…!

---


Vor  vielen Jahren traf Herr Goethe 

Fritz Schiller in der Abendröte. 

Um gemütlich etwas chillen 

Und dazu eine Wurst zu grillen. 


Auf einem Divan, der west-östlich, 

sassen sie und assen köstlich 
2 Würste und als Zusatz- Speise 
ein wenig italienischen Reise. 

So grillten sie recht wahlverwandt 

Bis dem Schiller seine Wurst verbrannt. 
Schiller hatte nun die Bitte, 
Zu Teilen die Zweite in der Mitte. 

Er sprach zum Freunde, darf ichs wagen, 

die eine Hälfte beanzutragen?!? 
Bistweder Fräulen, weder schön, 
wirst ohne Wurst nach Hause gehen! 

Sprach Goethe, und nur halb im Spass: 

Wer nie sein Brot mit Tränen ass, 
der kennt mich nicht derweilen. 
Ich werd die Wurst nicht teilen! 


Mein' Ruh ist hin, mein Teller leer! 
Krieg' ich wirklich keine mehr? 
Das bisschen Reis ist nur Getreide! 
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiss, wie ich leide! 


ich will jetzt meinen Hunger stillen, 

So kann der Frömmste nicht in Frieden grillen  
Da schauten die beiden zu mitten der Nacht hinab auf das   Würstchen in Lage  
der Glut hat es schon brauner gemacht - es duftet ganz ohne Frage. 


Goethe von dem Duft besessen, 
Greift zur Wurst, um sie zu essen. 
Doch Schiller war ein wenig schneller 
nahm die Wurst vom WilhelmTeller. 


Goethe war nun aufgebraust 
und drohte ihm mit seinem Faust! 
Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt 
Die Wurst war nicht billig, hast Du das geschnallt? 

Schiller aber, selbst nicht fein 
Warf mit einem Wallenstein. 
Ich zeige dir, so dreist Du bist 
Wer hier der Wilhelm Meister ist! 


Goethes Wut lag nicht mehr brach  
und da kam auch Faust II schon nach. 
Dir fehlen wohl, das ist doch krank 
ein paar Torquato Tassos im Schrank. 

Schiller packte ihn am Rocke 

und spielte ein Lied mit seiner Glocke. 
Das ist ja wohl der Gipfel Du! 
Bald herrscht auch in deinem Wipfel Ruh'! 

So schlugen sich die Dicherfürste 

bis Morgens zwei Uhr um die Würste. 
Das war kein Bild zu Salis, 
was am Ende auch egal is. 


Was möchtest Du wissen?