Fortpflanzungsgemeinschaften unter Tieren?

3 Antworten

  • zu 1: Seltsamer Ausdruck. Wenn man schon modern und begrifflich akkurat über solche Themen sprechen möchte, dann sollte man Fortpflanzung (> Nachkommen), Sexualität (> Kopulation und andere Praktiken) und Beziehung (soziales Zusammenleben) auch voneinander unterscheiden. Es gibt sehr viele Arten, bei denen man nicht von Beziehung sprechen kann, sondern der Zeugungsakt nicht zu einem Zusammenleben führt. Es gibt auch viele Arten, bei denen Sexualität beträchtlich häufiger ausgelebt wird als es zur Zeugung kommt. Hier treten letztlich fast alle denkbaren Kombinationen auf.
  • zu 2: Bedenke, dass ältere Berichte die Begrifflichkeiten nicht sauber trennen. Polygamie bedeutet meistens, dass mehrere Sexualpartner vorhanden sind, nicht dass eine echte "Vielehe" geführt wird. Hier wäre der Begriff Promiskuität (wechselnde Sexualpartner) also meistens deutlich korrekter. Dies gilt zum Beispiel für Schimpansen.
  • Monogamie bedeutet im engeren Sinne "Einehe" mit dem Anspruch an Treue und Exklusivität. So wie der Mensch weit überwiegend monogam lebt, tun es auch viele Tierarten -- und genau wie beim Menschen kommt es auch bei viele Tierarten trotzdem zum Fremdgehen, wie genetische Analysen offenbaren. Da dies meist eher selten auffällt, bleibt die Paarbindung ("Ehe") dennoch meistens bestehen. Absolute Treue scheint im Tierreich also ebenso selten wie beim Menschen zu sein; langes Zusammenleben als Paar ist jedoch bei etlichen Arten ebenso gegeben. 
  • Ich finde, dass man die Begriffe Monogamie ("Ein-Ehe") und Polygamie ("Viel-Ehe") auf das soziale Zusammenleben als Paar oder Harem beschränken sollte. Meint man sexuelle Exklusivität (Treue), dann sollte man das auch sagen. 

Promiskuität findet man bei Schimpansen und Bonobos, während Polygamie bei Gorillas anzutreffen ist. Bei Letzteren darf sich nur der Silberrücken mit seinen Damen paaren, währen bei den Ersteren jeder und jede vögelt mit wem er oder sie gern möchte. Monogamie findet man z.B. bei Gibbons. Polyandrie wiederum kommt u.a. bei der Honigbiene vor.

Das ist doch mal 'ne Ansage! Vielen Dank.

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Bigamie gibt es nur bei Menschen. Monogamie ist sehr selten (Albatrosse z.B.). Bei vielen bislang für monogam gehaltenen Arten (Gibbons etwa) hat sich herausgestellt, dass es zumindest Seitensprünge gibt, die auch bei saisonal verpaarten Tieren häufig sind. Man ist der Sache erst durch Genomanalysen (Vaterschaftstests) auf die Schliche gekommen.

Das würde erklären wieso man zu Bigamie nichts findet... Vielen Dank!

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