Formkritik?

1 Antwort

Hallo Peace16,

Ich vermute mal, dass mit dem Bild „Glasperlenspiel“aus dem Roman von Hermann Hesse entnommen ist. Hier bilden (nach Wikipedia) „die (männlichen, zölibatär lebenden) Gelehrten einen straff organisierten Orden, der in der „Pädagogischen Provinz“ Kastalien lebt – der heilen, abgeschotteten Welt einer geistigen Elite, die sich in Universalität und Harmonie entfaltet und darin ihren Selbstzweck erleben darf.“

Gemeint ist dann wohl eine Art theologischer Gelehrtenarbeit, die als Selbstzweck um sich selbst kreist. Das hat aber dann Auswirkungen, die sich auch zum Teil verhängnisvoll auf den Glauben innerhalb der Kirche auswirkten. Man könnte sogar sagen, dass die Historisch kritische Methode, die sich schon im 18./19. Jahrhundert entwickelt hatte, nur sehr zögerlich in der katholischen Kirche angekommen ist.

In deinem Satz wird dann besonders Bezug genommen auf die Exegese von Gen 1 und 2. (Du kannst hier bei gutefrage sehen, dass sich immer wieder Leute in die Wolle bekommen über diese Texte.)

In der Kirche (kath.) ist dann auch eine Entwicklung zu sehen: Noch zur Zeit des Vatikanum I. (1871) hat man die literarische Gattung und die Aussageabsicht dieser Texte nicht beachtet. Man war der Auffassung, (Text: Dei filius) dass man gehorsam auch uneinsehbare geoffenbarte Glaubenswahrheiten gehorsam gegenüber dem kirchlichen Lehramt annehmen müsse. Es gebe nicht den leisesten Fehler, auch nicht im naturwissenschaftlichen und historischen Bereich.

1909 hat sich noch die päpstliche Bibelkommision geäußert, der historische Schriftsinn dürfe nicht ohne Schaden für den christlichen Glauben in Zweifel gezogen werden.

1943 erst hat Pius XII in der Enzyklika Divino afflante Spiritu dazu aufgefordert, die literarische Gattung und damit die Aussageabsicht zu erforschen.

Noch in den fünfziger Jahren waren Katechismus (sog. Grüner Katechismus) und Schulbibeln so ausgerichtet, dass die Schöpfungstexte kommentarlos als historisch dargestellt wurden.
1959 hat dann erst Papst Pius XII. in der Enzyklika Humani Generis dazu aufgefordert, sich mit der Evolutionstheorie zu beschäftigen.

Und bei manchen, vor allem Fundamentalen, ist die theologische Entwicklung immer noch nicht angekommen, und die alten Betrachtungsweisen wirken immer noch nach - und das führt dann z.B. hier im Forum auch zu wilden Diskussionen über das Verhältnis von Wissenschaft und Glaube.

Welche Bibelauslegung ist das?

Den Text hab ich eben hier bei einem User gefunden

,,Wir haben Texte bekommen von zahlreichen edlen Herren! Die realistischte Auslegung kam von einen Herrn aus Indien! Glaub er heißt Mirza Ghulam Ahmad (hoffe nicht falsch geschrieben). Er hat anhand der bibel erklärt das Jesus Himmelfahrt frei erfunden sei von den Menschen... Er legt die Bibel völlig real und nachdem naturgesetzt aus! Das Grab von Jesus soll auch in Indien befinden, Kashmir soll die Stadt heißen, wo jedes Jahr zahlreiche Menschen hinpilgern! Wissenschafltich soll es auch belegt sein inzwischen das es sich um Jesus Grab handelt.''

In wiefern die Aussage richtig oder falsch ist spielt fur mich gerade keine Rolle.

Um was für eine Auslegung handelt es sich hier ?

Historisch-Kritische Auslegung? Denn die würde sich ja eigentlich mit dem ,,Urtext'' sozusagen beschäftigen? Ist es trotzdem diese Auslegung ?

Schon mal danke :)

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