Forderung zur Wohnungsmodernisierung gerechtfertigt?

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4 Antworten

Das Forum hier ist kein Forum für Wunschantworten. Das schon mal voraus geschickt.

In die Jahre gekommen, nicht mehr reparabel, muß eine neue her. Wer ist dafür zuständig, der Vermieter oder ich?

Was für eine Frage! Du natürlich, bzw. das Amt. Mach es so, wie alle. Schmeiß Deine alte raus, geh zum Amt und sage denen, dass Du nicht kochen kannst, weil Du keine Küche hast.

Nach Anpassung an die komplizierten Raumverhältnisse, müsste sie in der Wohnung bleiben.

Wenn Du irgendwann ausziehst, muss auch die Küche raus, auch wenn es noch so kompliziert war und wenn der Vermieter sie nicht haben will. Mieterschicksal! Das geht jedem so, der selbst eine Küche in eine Mietwohnung einbauen läßt.

Die veraltete Sanitäreinrichtung (Dusche/WC/Waschbecken, knappe 2 m²) befindet sich hinter einem Verschlag in der Wohnküche und ist mein größter Störfaktor (viel zu eng, Schimmel).

8 Jahre lang ist es gegangen. Dann geht es auch noch die nächsten 8 Jahre. Hat sich Schimmel gebildet, kann dieser wohl nicht allzu schlimm sein und es ist Deine Sache, diesem Missstand zu Leibe zu rücken. Dafür gibt es Mittel, Lappen und bedarf dann nur noch ein wenig Mühe Deinerseits.

Jetzt wo das benachbarte Kinderzimmer frei ist, könnte ein modernes Tageslichtbad ohne großartige Umbauten errichtet werden.

So 10000 € gehen da schnell mal drauf. Oder wie stellst Du Dir vor, wie man "ohne große Umbauten" Leitungen unter Putz verlegt, Dusch- und/oder Badewanne ordentlich einbaut und dann noch die Wände modern und fachgerecht verkleidet?

Die Wohnung würde dadurch enorm aufgewertet. Kann man das vom Vermieter verlangen?

Das kann gut sein, aber wer zahlt dann die deutlich erhöhte Miete? Ein Bad, für ca. ca. 10000 € als Modernisierung neu eingebaut, bedeutet rund 100 € monatlich mehr Miete. Was der Vermieter mit seiner Wohnung macht, ist seine Sache. Man kann nicht von ihm verlangen, dass er seine Wohnungen aufwertet.

Jeder qualifizierte Mietspiegel ordnet die Wohnungen auch nach dem Zustand und der Ausstattung ein. Werden alle Wohnungen von den Vermietern aufgewertet, wie das in vielen Großstädten schon seit einigen Jahren passiert, steigen dadurch die Mieten immens an und für finanziell weniger gut Ausgestattete gibt es dann nichts mehr und sie werden dadurch verdrängt. Hat alles zwei Seiten.

Die anderen 2 Wohnungen im Haus haben bereits moderne, pflegeleichte Beläge. Diese möchte ich auch. Kann mir das der Vermieter verweigern?

Normalerweise nicht, aber Du bist selbst dafür zuständig, dass moderne, pflegeleichte Beläge auf ebenem Untergrund, der vielleicht erst mal hergestellt werden muss, verlegt werden. Die Zeit dafür hast Du bestimmt.

Welche Tipps könnt Ihr mir zur Umsetzung geben?

Sei ein braver Mieter, verlange nicht zuviel, sondern bitte eher und biete von Dir aus eine deutliche Mieterhöhung an, wenn er sich für Dich und Deine Wohnung ins Zeug legen soll. Erkläre ihm auch, wie Du Dich mit Deinen handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten an den Maßnahmen beteiligen könntest, sodass er minimale Umstände hat.

douschka 30.06.2017, 23:38

bwhoch2@ Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Meine Fragen richte ich nicht an GF um Wunschantworten zu bekommen, aber um Tipps zu bitten. Kein Grund so barsch zu werden.

Auf welches Amt sollte ich bitteschön gehen, wenn ich doch mein Einkommen habe?! Ich würde mir gern eine Küche selber kaufen, doch dafür hätte ich gern die Möglichkeit sie auch normal, ohne Aufwendige Zusatzarbeiten aufzustellen. Wie soll das gehen, bei 3 versch. starken Vorwandbauten (20,50,20 cm) an einer Wand auf 4 m Länge und dicken Überputzrohrleitungen in 60 cm Höhe über Fußboden 2,5 m lang und dem Heizungsmeßgerät. Bisher muss ich stets den Geschirrspüler vorziehen um ablesen zu können.

Es ging 8 Jahre gut, gefallen hat mir das nie so, aber nun habe ich die ganzen Umständlichkeiten gründlich satt. Natürlich könnte ich mir eine andere Wohnung suchen, sie auch kaufen, will mich jedoch nicht so lange binden, außerdem fühle mich sehr wohl in der Umgebung.

Ich weiß sehr gut was ein Badumbau kostet. Es ist eine langfristig gute Investition, denn diese Wohnung war immer von Fluktuation der Mieter geprägt, stand lange vor meinem Einzug leer und wurde teilweise auch nur als Lager genutzt. Du hast recht, das ist Sache des Vermieters und geht mich nichts an. Auf meinen Vorschlag, die oberste Wohnung zu modernisieren und als teure Ferienwohnung zu vermieten um Mieterscherereien zukünftig aus dem Weg zu gehen, ist er eingegangen. Sowas wie Hausmeister bin ich auch, pflege den Garten, mache den Winterdienst, kümmere mich um Heizöl, Reparaturen, Mülltonnenbereitstellung etc.

Habe kein Problem wenn die Miete nach Modernierung entsprechend angehoben würde. Selbst die "Wünsche" würde ich finanzieren und sogar noch einen Balkon anbauen, aber dann müsste ein Ausgleich stattfinden.

Bin selber Vermieter eines großen Mehrfamilienhauses mit Gewerbeeinheiten und weiß, dass es keine braven Mieter gibt.

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bwhoch2 02.07.2017, 13:37
@douschka

Tschuldigung. Wollte nicht barsch sein, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass manche Fragesteller beleidigt sind, wenn sie nicht die Antwort erhalten, die sie sich erhoffen.

Du hast gefragt wie jemand, der irgendwann mal irgendwo untergebracht wurde und ohne eigenes Einkommen anfängt, Ansprüche zu stellen, um seine Situation zu verbessern. So wie Du jetzt antwortest, sieht die Sache natürlich völlig anders aus, denn offenbar bist du als Vermieterin selbst gut darüber informiert, was geht und was nicht geht.

Ich würde mir gern eine Küche selber kaufen, ...

Du hast eine Problemsituation und da sollten Profis ran. Nicht der Küchenhändler aus dem Studio, sondern der Möbelschreiner, der sich durch eine solche Situation besonders heraus gefordert fühlt.

Natürlich könnte ich mir eine andere Wohnung suchen, sie auch kaufen, will mich jedoch nicht so lange binden,

Es ist immer ein Irrtum, der offenbar gerne gestreut wird, dass man mit einer selbst bewohnten ETW gebunden ist. Das ist nicht der Fall. Man kann jederzeit, wie als Mieter auch, eine andere Wohnung anmieten, die eigene vermieten und die Miete, die man selbst zahlt, mit der Miete aus der eigenen ETW begleichen.

Sowas wie Hausmeister bin ich auch, pflege den Garten, mache den Winterdienst, kümmere mich um Heizöl, Reparaturen,

Dann hast Du doch die besten Voraussetzungen dafür, Deinen Vermieter zu überzeugen. Erkläre ihm, dass Du bereit wärst, an seiner Stelle alles zu organisieren, den umbau zu überwachen und darauf zu schauen, dass alles möglichst gut, aber preisgünstig abläuft. Du erklärst ihm, dass er mit Deinen Ratschlägen noch nie schlecht gefahren ist und erklärst ihm auch, wie das mit der Finanzierung klappt. 11 % der Modernisierungskosten pro Jahr würdest Du mehr Miete zahlen und dann ist das in 10 Jahren abbezahlt. Falls er kein Geld dafür hat, vereinbarst Du mit ihm einen Kreditvertrag und dieser wird bedient mit genau diesen 11 % pro Jahr, bzw. rund 100 € je Monat. Was ist, wenn Du dann doch mal vorzeitig ausziehst, kannst Du auch noch vereinbaren.
Gleiches könntest Du mit dem Balkonanbau machen.

Wenn das den Vermieter dann praktisch nichts oder nur wenig kostet und Du ihm auch noch erklärst, dass seine Wohnung dadurch erheblich an Wert gewinnt, ist er doch bestimmt dabei.

Achtung: Der Mietvertrag sollte dahin gehend geändert werden, dass ein gegenseitiger Verzicht auf Kündigung für eine gewisse Zeit festgeschrieben wird und dass in dieser Zeit die neue, erhöhte Miete nicht nochmal erhöht wird oder nur um festgelegte Beträge.

Viel Erfolg!

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bwhoch2 02.07.2017, 13:44
@bwhoch2

weiß, dass es keine braven Mieter gibt.

Ich sehe Mieter auch eher als Geschäftspartner, am liebsten als gute Geschäftspartner. Zu einer Partnerschaft gehört erst einmal, dass man das Verhältnis auch als "Geben und Nehmen" versteht und dass man sich auch in die Rolle des anderen hinein versetzt, um zu verstehen, was der andere will.

Und dann macht dabei der Ton die Musik und das Motto, erst mal reden und lieber einmal das Wort "bitte" verwenden, als irgendwas zu verlangen. Wir haben in den letzten Jahren fast nur Mietverhältnisse aufbauen können, die auf diese Weise sehr gut funktionieren. Lauter "brave" Mieter und die, die dabei nicht mitziehen, sind irgendwann ausgezogen...

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1. Wenn du eine Wohnung ohne Küche mietest ist das deine Sache. Da musst du dich selbst drum kümmern. 

2. Das Bad muss der Vermieter nur in einem benutzbaren Zustand bringen. Du kannst nicht verlangen das er es vergrößert. 

3. Bei den Böden das selbe. Du kannst einen benutzbaren Zustand verlangen aber nicht das er dir Böden nach deinem Geschmack dort rein macht.

douschka 30.06.2017, 01:51

zu 1. Das verstehe ich mit der Küche. Aber wenn sie aufwendig und teuer angepasst werden muss und nach Auszug nicht weiter verwendbar ist, ist es dann trotzdem meine Sache? Ich meine, dass  Voraussetzungen für Mieter gegeben sein sollten, eine normale Küche aufstellen zu können. Der Fachmann, der meine Küchenmöbel angepasst hatte, kam ins Schlingern. Die Möbel müssen ca. 20 cm von der Wand abstehen und haben durch versch. Vorbauten viele kleine Winkel.

zu 2. Ich muss also dulden, dass ich ständig einen Blick vom Esstisch auf die Kloschüssel habe, weil die Tür wegen fehlender Belüftung ständig aufstehen muss? Die bestehende Zwangsbelüftung reicht nicht aus. Entspricht Toilette in der Küche überhaupt noch den heutigen Wohnanforderungen?

zu 3. Es geht nicht um meinen persönlichen Geschmack bei den Füßböden. Sie sollen lediglich intakt und weniger pflegeaufwendig sein. Werde 60 und bin es leid auf allen Vieren sie halbwegs ansehnlich zu bekommen.

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bwhoch2 30.06.2017, 10:41
@douschka

zu 1.: Es verlangt doch niemand, dass eine Küche eingebaut werden muss. Alle Geräte gibt es auch einzeln zum Aufstellen. Bei den Küchenschränken ist es genauso.

zu 2.: 8 Jahre lang ging das doch auch ganz gut. Ob die Toilette heutigen Ansprüchen noch genügt, ist nicht die Frage. Sie genügte zur Bauzeit den Ansprüchen und das reicht aus.

zu 3.: Du könntest aber auch mit 60 noch auf allen Vieren einen guten Boden selbst verlegen. Gib mal bei youtube das in der Suche ein:

"laminat auf unebenen holzboden verlegen"

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douschka 01.07.2017, 00:02
@bwhoch2

bwhoch2, zu1. Eben, einzelne Küchenteile lassen sich nicht aufstellen. Sie stünden je Teil sowieso versetzt, nochmals um 20 cm von der Wand ab. Sehr praktisch, wenn was dahinter fällt!

zu2. Da kann ich ja froh sein, dass ich kein Trockenklo mehr habe, nur den Gestank der noch ursprünglichen, undichten und noch genutzen Tonfallrohre ertragen und nur auslaufende Fäkalien auf halber Treppe aufwischen muss. Der nachträgliche Badeinbau in der Küche entspricht keineswegs mehr heutigen Ansprüchen. Wie kommt jemand darauf, dass was zu Bauzeiten den Ansprüchen genügte, heute noch aktuell ist und ausreicht? Sorry, warum wird dann gedämmt, Heizungen den Umweltbestimmungen angepasst usw.? Bin auch echt froh, dass ich seit 7 Jahren keine Einfachverglasung mehr an den Fenstern habe. Das Haus ist Baujahr 1900! Träum weiter!

zu3. Selbstverständlich kann ich die Fußböden selbst verlegen. Aber ich bin nicht für Schädlingsbefall und dadurch entstande Schäden verantwortlich. Diese alte morsche Dielung muss entfernt werden, was ein Fachmann bereits begutachtet hat. Der gesamte neue Unteraufbau kann mir unmöglich angelastet werden.

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Für den Schimmel und den wurm befall ist der Vermieter zuständig es sei den der schimmle im   Bad  wäre  normal!Schäden am  Fußboden muss der Vermieter   richten lassen auf seine kosten! Tut er das nicht kann es teuer werden   besonders wen dir deswegen was passiert!

douschka 30.06.2017, 02:18

Ich glaube nicht, dass Schimmel im Bad normal ist. Er tritt in der warmen Jahreszeit auf, wenn die Heizung nicht mehr anspringt. Die Zwangsbelüftung ist nicht ausreichend, weshalb ich immer die Tür aufstehen lassen muss. Das wiederum bietet mir ständig den Blick aufs Klo vom Esstisch aus. Dieser Einbau war dem gewachsenen Komfortanspruch der 60ger Jahre geschuldet. In dem alten Haus gab es zuvor keine Bade- oder Duschmöglichkeit und nur Trockenklo halbe Treppe tiefer. Was vor rund 50 Jahren Luxus wurde, ist bei mir noch heute so. Bissel mehr darf es dann wohl auch endlich mal sein und so günstig ist die Miete auch nicht. 350,- kalt für 70 m² in einer absolut infrastrukturlosen Gegend. Ich liege damit im Vergleich zu anderen Wohnungen, aber die haben mehr Komfort.   

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Du hast keinen Anspruch auf Modernisierung. Und wenn der VM umbaut wohl nur wenn er das auf deine Miete anrechnen kann.  Zahlst du 100 Euro mehr wird der sicher was machen. Oder du macht es selber und zahlst weiter wenig Miete.

Wenn der VM keine Küche vermietet hat, ist es dein Problem

Was glaubst du verdient eine VM mit deinem paar Mäusen. Das reicht kaum für anständige Zinsen.

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