Fondsgebundene Rentenversicherung - wider der guten Sitten?

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4 Antworten

Huhu,

bei dem Endalter und dem Monatsbeitrag hat sich natürlich jemand über eine dicke Provision gefreut. Trotzdem muss der Vertrag nicht schlecht sein und auch nicht sittenwidrig.

In der Regel können Sie den Vertrag auch bis zu fünf Jahre vor Vertragsende schon beenden, wenn Sie in Rente gehen. Es werden dann keine Stornokosten abgezogen, sondern der Vertrag wird regulär beendet. Schauen Sie im Internet oder in den Versicherungsbedingungen mal nach "flexible Altersgrenze". Ansonsten können Sie ihn auch später beitragsfrei stellen oder reduzieren. Also keine Angst vor den Beiträgen im Alter.

Innerhalb der ersten fünft Jahre zieht sich die Gesellschaft die kompletten Abschluss- und Vertriebskosten 'rein. Das ist normal und nichts Schlimmes. Dadurch reduziert sich der Sparanteil des Monatsbeitrages am Anfang erheblich und sorgt dafür, dass die ersten Wertbestätigungen sehr traurig aussehen. Aber: Nach fünf Jahren ist diese Phase vorbei und innerhalb von 10-12 Jahren sollte sich das Blatt zu Ihren Gunsten wenden. Je länger der Vertrag insgesamt läuft, desto besser ist die sogenannte Zillmerung, also der Abzug aller Kosten zu Beginn.

Je kürzer die Spardauer ist, desto mehr lohnt sich der andere Weg des Fondsparens, nämlich das eigene Depot, bei dem jeweils monatlich der Ausgabeaufschlag abgezogen wird und sich die Kosten über den gesamten Sparvorgang verteilen.

Ob das Produkt etwas taugt, ist schwerer zu beurteilen, als man auf den ersten Blick meint. Es kommt auf die Gesamtkosten und auch auf die Auswahl der Fonds an. Jedenfalls ist es wahrscheinlich kein gutes Geschäft für Sie, den Vertrag vorzeitig zu kündigen. Die Abschlusskosten sind ja bereits bezahlt. Die Generali würde sich ins Fäustchen lachen, wenn Sie kündigen.

Die aktuellen Infos zu Kosten in privaten Rentenversicherung beziehen sich nur auf den ausgewiesenen Stornoabschlag. Wenn dieser falsch angegeben ist, dann kann man heute nach einer vorzeitigen Kündigung eine Neuberechnung des Rückkaufswertes verlangen. Bei einem laufenden Vertrag spielt das erstmal keine Rolle.

Mein Tipp: Erstmal einen kühlen Kopf bewahren. So ein Vertrag muss sich über die gesamte Laufzeit hinweg auszahlen. Eine Wertbestätigung heute, nach sieben Jahre, sagt nicht viel aus. Eventuell bei den Fonds einmal beraten lassen. Diese kann man wechseln, falls nötig. Tendenz: Durchhalten! :-)

Hallo,

Du hast alles richtig festgestellt. Den Beitragseinzug solltest Du sofort stoppen und die Beiträge der letzten 6 Wochen zurückholen. Das Geld wird in der Verwaltung der Versicherung verbraten. Stell erst mal fest was noch da ist. Erkundige Dich nach dem Rückkaufswert zum 1.8.2012.

Die Anlage ist nicht verfügbar, vernichtet Geld automatisch durch die Inflation und zusätzlich durch Verwaltungskosten.

Die Beantragung des Rückkaufswertes mit Anwalt hat bei mir zu einem höheren Betrag und einer schnellen Abwicklung geführt.

Bei Interesse kann ich Dich gerne per e-mail näher informieren.

Viele Grüße

Einen Vertrag zu kündigen, bei dem die Abschlusskosten seit zwei Jahren bezahlt sind, scheint mir nicht sehr weise zu sein. Schon gar nicht im Hinblick auf die von Ihnen angesprochenen Kosten.

Ihr Hinweis auf die Inflation ist eher ein Argument für ein Fondsprodukt. Nur hier investiert man in Sachwerte, die vor Inflation geschützt sind.

In der Vorsorge gitl der Grundsatz: Zeit schlägt Rendite. Wenn Sie jetzt wieder von vorne anfangen, verlieren Sie nicht nur das Geld, dass für die Kosten abgezogen wurde, sondern auch einen erheblichen Teil der Altersvorsorge.

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Lass dich am besten mal bei der Verbraucherberatung sehen mit dem Ding. Hört sich nicht gut an...

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