Folgende Frage zum Erbrecht stellt sich uns:?

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2 Antworten

1. Wenn Ihre Stiefmutter vor Ihrem Vater verstirbt, würde sie nach gesetzlicher Erbfolge zu je 1/2 von Ihrem Vater und Ihrem Halbbruder beerbt werden. Sie und Ihre Schwester gehören nicht zu ihren gesetzlichen Erben. Das Ihrem Vater gehörende Haus würde bei diesem Erbfall keine Rolle spielen.

2. Wenn Ihre Stiefmutter ein Testament errichtet hätte, würde dessen Inhalt über ihre Erbfolge bestimmen.

3. Wenn Ihr Vater vor Ihrer Stiefmutter verstirbt, würde er nach gesetzlicher Erbfolge von seiner zweiten Ehefrau zu 1/2 und von seinen drei leiblichen Kindern zu je 1/6 beerbt werden. Da er aber ein Testament errichtet hat, verdrängt dieses die gesetzliche Erbfolge und bestimmt, soweit er Abweichendes verfügt hat. Wie Sie schreiben, hat er für das "Haus" die Erbfolge Ihrer Stiefmutter bestimmt mit der Maßgabe, dass im Falle des Verkaufs oder der Wiederheirat nur 1/2 des Hauses bzw. des Erlöses bei ihr verbleiben und die weitere Hälfte zu gleichen Teilen (also je 1/6) an die drei Kinder fallen sollen. Hier stellt sich nun die nur bei Kenntnis des Wortlauts des Testaments (bzw. aufgrund Auslegung zu ermittelnde) beantwortbare Frage, ob der Vater die Stiefmutter als Vollerbin oder "nur" als Vorerbin eingesetzt hat, so dass die drei Kinder insoweit "Nacherben" im Falle des Hausverkaufs oder der Wiederheirat werden sollen. Ich vermute, dass das Testament neben der Regelung des Hausverkaufs und der Wiederheirat auch die Bestimmung enthält, dass die drei Kinder nach dem Tod der Stiefmutter entweder "Schlusserben" oder "Nacherben" zu gleichen Teilen werden sollen. Wenn das so ist, würde beim (nach Vaters Tod erfolgendem) Tod der Stiefmutter diese von den drei Kindern zu je 1/3 beerbt werden.  Sollte eine solche Regelung über die Schluss- bzw. Nacherbfolge nicht bestehen und würde die Stiefmutter Sie und Ihre Schwester nicht per Testament zu Miterben einsetzen, würden Sie und ihre Schwester "leer" ausgehen, weil Sie nicht mit der Stiefmutter im Rechtssinne verwandt sind. Dann würde ihr Halbbruder die Stiefmutter allein beerben. Das würde dann auch das Haus einschließen, sofern die Stiefmutter weder das Haus zu Lebzeiten verkauft hätte noch eine weitere Ehe geschlossen hätte. Denn nach dem von Ihnen mitgeteilten Testament des Vaters würde sich Ihre Beteiligung am Haus auf den Fall des Verkaufs und der Wiederheirat beschränken. Sie wären dann gezwungen, beim Tod Ihres Vaters (sofern die Stiefmutter ihn überlebt) ihre Pflichtteile geltend zu machen, um überhaupt am Nachlass des Vaters zu partizipieren.

Aber ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass Sie uns (versehentlich) verschwiegen haben, dass die drei Kinder zu gleichen Teilen auch zu Erben des Letztversterbenden (Vater oder Stiefmutter) eingesetzt worden sind. Wenn das wider jedes Erwarten nicht der Fall sein sollte, müssten Sie Ihren Vater darauf ansprechen, sein Testament bzw. das gemeinsame T. mit der Stiefmutter in dem genannten Sinne zu ergänzen. Er wird ja doch wohl nicht wollen, dass seine beiden Töchter aus erster Ehe nichts und der Sohn aus zweiter Ehe alles bekommen sollen.

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Julia156 25.08.2016, 13:14

Alles gut, es ist so wie Sie vermutet haben, ich hatte das Testament nur nicht sorgfältig genug gelesen.
Die Kinder - alle drei- sind Nacherben . Ist aber auch kompliziert !

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Der leibliche Sohn erbt die zweite Haelfte allein

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FordPrefect 11.08.2016, 11:49

Richtig, sofern der Vater vorverstorben ist.

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