Folgen und Ursachen einer schlechten Alphabetisierungsrate?

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2 Antworten

Hei, luanaw, Ursache (meistens): Bildung kostet Geld, das einem Staat fehlt; Bildung braucht Lehrer, die ausgebildet sein müssen (und Geld kosten) und Schulen (die Geld kosten). Bildung braucht Menschen, die in die Schule gehen (in ländlichen dünn besiedelten Regionen nahezu unmöglich, wenn´s keine Straßen, keine Verkehrsverbindungen, keine Wege zu den Schulen gibt).

Viel heute Entwicklungsländer leiden nach wie vor unter den Folgen der Kolonialzeit, als die Kolonialherren noch glaubten, "Neger" bräuchten keine Bildung, weil sie eh nur zu Sklavenarbeit  benutzt wurden. Die "intellektuelle Lücke" besteht nach wie vor.

Keine Bildung bedeutet: Geringe Chancen außer als mies bezahlter Tagelöhner oder Berufssklave, je auf einen grünen Ast zu kommen, im Job aufzusteigen. Das führt zu einem eklatanten Mangel an Fachkräften, so dass jede Art wirtschaftlichen Fortschritts nahezu ausgeschlossen ist. Und da, wo ausländische Investitionen wirken bzw. Entwicklungshilfe tätig ist, geht´s entweder um Ausbeutung von Ressourcen und menschlicher Art oder in vielen Fällen um eine zeitlich begrenzte Aktion: Ziehen die Entwicklungshelfer ab, überdauern ihre Maßnahmen eine Zeit, um dann zu verrotten.... Und das Elend der Menschen dauert vor.

Eine korrupte Staatsdienerschaft, ein nicht funktionierendes Steuersystem, Geldverschwendung an der Staatsspitze (u.a. durch übertriebene militärische Aufrüstung, durch Aufblähung des Staatsapparats) sind die Folgen. In der verelendenden Bevölkerung wachsen Revoluzzer, die zu Bürgerkriegen führen,  in der Armee (eine der wenigen Chancen, an die Pfründe zu gelangen) drängen ehrgeizige Generäle an die Staatsregierung vermittels Staatsstreichs, errichten Diktaturen, die wiederum Gegengewalt produzieren - eine endlose Kette der Ausweglosigkeit.

Oder so. Grüße!

Also die Ursachen sind, wie zehnvorzwei schon gesagt hat, dass es kostet und sich in Gegenden mit hoher analphabethenrate in der Regel weder der Staat noch die Eltern die Bildung leisten können. Außerdem müssen viele Kinder sehr früh anfangen zu arbeiten (Fabriken, subsistenzwirtschaft) und so haben sie quasi finanziell und zeitlich nicht die Möglichkeit auf Bildung

Das führt natürlich dazu, dass sie keine Aufstiegschancen haben, wer nich lesen und schreiben kann, wird wahrscheinlich niemals über die Arbeit als Näher in einer Fabrik herauskommen, und es fehlen wichtige Berufsgruppen: Ärzte, Menschen, die in der Wirtschaft und Politik zuständig sind, Lehrer, die ja auch ein Faktor sind, um eine Bildung zu ermöglichen.. 

und das ganze ist halt ein Teufelskreis: Kind wird geboren von Eltern, die beide in einer Fabrik arbeiten und kein Geld für Bildung haben, Kiynd fängt früh an, in der Fabrik zu arbeiten, keiner der Familie hat Kontakt zu anderen sozialen Klassen (man kann das Kind nicht an jemand Reiches verheiraten, wobei wir da an dem Punkt wären: heiraten aus liebe zum Ehepartner, oder um den eigenen Kindern und sich selbst ein besseren Leben zu ermöglichen, auch wenn man dabei halt auf die Liebe zum Partner verzichtet), und von daher bekommt das "Kind" irgendwann selbst Kinder mit einem anderen fabrikarbeiter, die wieder keine Bildung erhalten und das ganze geht von vorne los...


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