Folgen einer Räumungsklage für den Mieter?

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7 Antworten

Vergiss abschreckende Beispiele für den Mieter, die Realität wird da eher die Vermieterseite erschrecken! 

Mit Vorstrafe hat das nix zu tun, es handelt sich um eine rein zivilrechtliche Streitigkeit. Die Kosten einer Räumungsklage hängen im Wesentlichen von der Höhe der Kaltmiete ab (Gegenstandswert für das gerichtliche Verfahren über die Räumung einer Wohnung ist die Jahresnettokaltmiete) und können je nach Umfang eventueller anwaltlicher Tätigkeiten und Miethöhe stark variieren. Bei einer Monatskaltmiete von 600 Euro ergeben sich im streitigen Verfahren ohne Vergleich auf eurer Seite Anwaltskosten nach RVG von 1.380,40 Euro zuzüglich Gerichtskosten von 609 Euro, insgesamt als knapp 2.000 Euro. Falls der Mieter pleite (oder zumindest unpfändbar) ist, wird der Vermieter auf diesen Kosten aber in vielen Fällen wirtschaftlich sitzen bleiben oder zumindest lange auf die Erstattung warten müssen.

Das Problem ist zudem, dass eine streitige Räumungsklage regelmäßig frühestens nach einem halben Jahr durch Urteil entschieden wird. Je nach Verteidigungsverhalten können aber mit Berufungsverfahren auch durchaus mehr als zwei Jahre ins Land gehen, bis ein rechtskräftiges Räumungsurteil vorliegt. Und die Urteile haben häufig auch noch soziale Räumungsfristen. Das weiß der Mieter offenbar - und ihr solltet es auch wissen, um ihn nicht unnötig zu provozieren.

Ich würde ehrlich gesagt aus taktischen Gründen zumindest vorläufig ein eher freundlich verhandelndes Verhalten wählen. Denn der Mieter zieht nicht aus, wenn ihr mehr Druck macht. Sondern erst wenn er eine neue Wohnung hat!

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Kommentar von schelm1
04.08.2016, 16:39

Sie haben bei Ihrer Überlegung vollkommen außer Acht gelassen, dass es hier um eine Existentielle Frage auf Mietersete geht!

Der Mieter hängt eingedenk seines hakenden Kaufvertrages in einer Zwickmühle, die ihn verdammt teuer zu stehen kommen kann.

Der Vermieter kann sich beruhigt zurücklehnen, wenn die Klage einmal eingereicht ist.

Für ihn spielt die Zeit, während der Mieter immer mehr unter Druck gerät!

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Der Rattenschwanz besteht aus:

1. Räumungsklage und alle damit verbunden Kosten.

2. Nutzungsausfallentschädigung, die höher sein kann, als die bisherige Kaltmiete und insbesondere auch Eure zwischenzeitliche Unterkunft abdecken muss (Pension, Ersatzwohnung bis Eure frei ist usw.)

3. Falls der Mieter wirklich in der Lage ist, sich ein Haus zu kaufen, ist
bei ihm auch Geld zu holen. Falls er das Haus dann endlich gekauft hat,
ggf. durch Eintrag einer Zwangsgrundschuld auf seine Immobilie und
Einleitung einer Zwangsversteigerung. (Das könnte man ihm durchaus
blumig ausmalen!)

Demgegenüber könnt ihr aber auch was setzen und zwar um so leichter, falls es eine Kaution gibt.

Bietet ihm an, dass er 1000 € in bar bekommt, wenn er bis sp. 31.8. die Wohnung verlassen hat und Euch besenrein und ohne größere Schäden übergeben hat und dass er sofort zwei Drittel seiner Kaution bekommt. Nicht erst nach längerer Wartezeit.

Das ist ein Lockmittel, das in solchen Fällen durchaus angebracht ist, denn selbst wenn man im Falle eines Prozesses beste Gewinnaussichten hat, ist es allemal besser, ohne Stress schnellstmöglich in die Wohnung zu kommen, als noch monatelang mit Anwälten und Gericht zu tun zu haben.

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Da Vernunft ausscheidet, können Sie sich den voraussichtlich fruchtlosen Termin unter Zeugen schenken!

Er hat angeblich ein Haus gekauft. In aller Regel sind bei jedem Hauskauf Eigenmittel im Spiel, deren Verlust im Falle, dass die Finazierung scheitert, sehr wahrscheinlich wird. Die Finanzierung scheint zu haken.

Bauen Sie darauf ein Drohszenario auf. Räumungsklage mit Kosten für den Mieter.

Hier geht es nicht um einen Kleinkrieg zwischen Mieter und Vermieter, sondern für den Mieter um eine existentielle Frage!

Mit einem Räumungsbeschluß ist ein vollstreckbarer Titel gegen ihn im Verkehr, der seinen Niederschlag im Schuldnerverzeichnis findet.

Mal sehen, ob er es tatsächlich auf die Räumungsklage ankommen läßt, nachdem Sie ihm aufgrund des Vieraugengespräches einen Gesichtsverlust einstweilen erspart haben!

Wetten, dass er einknickt!?!

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Wenn die Kündigung ihm rechtzeitig zugestellt wurde, gilt sie auch.

Dann kann man ihn zwar nicht einfach vor die Tür werfen, aber am dem 1.9. befindet er sich im Verzug. Er ist für alle Kosten, die durch seine Verzögerung entstehen, haftbar.

Ob bei ihm etwas zu holen ist, ist natürlich eine andere Frage.

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Kommentar von DerHans
04.08.2016, 16:16

Eine Möglichkeit wäre gewesen, eure Wohnung zum Tausch anzubieten. Für einen Alleinstehenden wäre diese ja groß genug.

Jetzt wird die Möglichkeit aber nicht mehr offen stehen. Da der Fall strittig geworden ist.

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Also ich bin kein Fachmann, aber ein paar Antworten hab ich vielleicht doch.

Erstmal ist es wichtig ob eure Kündigung auch mit einer entsprechenden Frist gekündigt wurde. Sollte dies so sein, dann ist die Kündigung wirksam.
Somit ist dann der jetzige Mieter zwar im Verzug, ABER wenn er einfach da bleibt.....dann ist das so !
Leider hast Du keine Möglichkeit ihn einfach so vor die Tür zu setzen.

Bis Du die Räumungsklage durch hast, kann tatsächlich bis zu einem Jahr vergehen und die ganzen Kosten ( um die 10000 Euro ) wirst Du erstmal vorstrecken müssen.

Ob dann danach irgendwas bei dem Menschen zu holen ist, ist ja auch fragwürdig.

Auch wenn es Dir garnicht in den Kram passt wäre eine Absprache/ Einigung für euch viel viel günstiger und vor Allem mit sehr viel weniger Ärger und Lauferei verbunden.

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Eine Räumungsklage kostet erst mal den Eigentümer/Vermieter einen Haufen Geld. Was genau kann man nicht sagen. Aber so so ab 3.000 aufwärts können es schon sein.

Denn der muß das alles "vorstrecken". Kann aber den Mieter schadensersatzpflichtig machen. Nur was nutzt ihm das wenn der Mieter kein Geld hat?

Der kann das auf einer A...backe aussitzen und man hat als Vermieter Null Chance.

Da hier keine Straftat vorliegt ist der Mieter im Falle einer Räumungsklage auch nicht vorbestraft.

Mein Rat darum, sich, auch wenns schwer fällt, mit dem Mieter einigen. Denn der sitzt momentan am längeren Hebel.

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Kommentar von schelm1
04.08.2016, 16:45


Eine Räumungsklage kostet erst mal den Eigentümer/Vermieter einen Haufen Geld.

Stimmt!

Im Unterschied zum Mieter suhlt sich der Vermieter in den gesammelten Kaltmieterträgen vergangener Jahre, die er locker verprozessieren kann.

Obsiegt er, fließt das Geld wieder an ihn zurück, indem es für den Häuslekäufer, dessen Finazierung hakt zur zusätzlichen Belastung mutiert.

Der Mieter wird das erkennen und die Nerven verlieren!?!

In diesem Falle, wo aufgrund eines Räumugnsbeschlusses sehr wohl die Bonität des Mieters gegenüber der Bank leiden könnte, ist der Vermieter in einer starken Position.

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Sich einigen ist günstiger als eine Räumungsklage.

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