Folgen der Vollnarkose?

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Trotz allen medizinischen Fortschritts sind mit einer Vollnarkose auch Risiken verbunden. Auch heute noch kann das im schlimmsten Fall auch tödlich enden, wenn auch äußerst selten.

Eine Vollnarkose nimmt Änderungen am Hirnstoffwechsel vor, so daß der Mensch dadurch komplett weggetreten ist. Die natürliche biologische Beschaffenheit des Körpers ist aber gegenteilig ausgerichtet, so daß schon die Narkose selbst eine Beschädigung körperlicher Funktionen darstellt.

Gegenwärtig ist es noch nicht möglich, festzustellen, ob und wenn ja in welchem Umfang Hirnzellen durch eine Vollnarkose beschädigt oder zerstört werden. Weil aus der Unmöglichkeit, etwas festzustellen, nicht hergeleitet werden kann, daß es das Gesuchte nicht gibt, muß weiterhin davon ausgegangen werden, daß eine Vollnarkose ebenso zu einem Massensterben von Hirnzellen führt wie ein alkoholischer Vollrausch.

Hirnzellen haben den Zweck, Impulse zu empfangen, zu verarbeiten und weiterzuleiten. Letztlich sind solche Impulse Auslöser für Entscheidungen, sowohl bei körperlicher Funktionen als auch Denkprozessen. Fallen genügend Hirnzellen aus, dann sind auch Ausfälle körperlicher Funktionen oder fehlerhafte Denkentscheidungen nicht auszuschließen.

Auch wenn das Gehirn als Ganzes auftretende Fehler zu kompensieren vermag, läßt sich daraus nicht herleiten, daß kleinere Beschädigungen ohne nachteilige Folgen bleiben. Selbst ein winziger Denkfehler, der für total harmlos gehalten wird, kann verheerende Folgen haben (eine kleine Unaufmerksamkeit reicht aus, um auf einer Autobahn eine Massenkarambolage auzulösen).

Sofern also Defekte zurückbleiben, kann niemand sagen, wann sich diese wo auf welche Weise auswirken. Und auch ohne Vollnarkose u. ä. machen Menschen regelmäßig Fehler und es treten regelmäßig auch körperliche Fehlfunktionen auf (und sei es nur der plötzlich entstehende Pickel im Gesicht).

Ganz allgemein wird aber davon ausgegangen, daß eine Vollnarkose langfristig nichts Nachteiliges hinterläßt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Doch egal wie selten etwas dennoch daneben geht, ist zumindest für denjenigen irrelevant, der zufällig der 10.000ste oder auch 100.000ste ist.

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Super Erklärung und absolut korrekt!

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Leider habe ich Pech gehabt. Ich bin in Duisburg Fahrn operiert worden und einen Narkoseschaden erlitten. Danach habe ich mich schlau gemacht. Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle um keinen Schaden zu erleiden. Ein sehr erfahrener Anästhesist, welche Narkosemedikamente man bekommt und in welcher Dosis. Nicht jeder Anästhesist errechnet die perfekte Dosis. Dann kommt es auf die Vorerkrankungen an. Je geschwächter der Körper ist, um so mehr Probleme bekommt der Körper mit dem Narkosegift. Denn jedes Med. ist für den Körper ein Gift und Narkosemedikamente sind Hammermedikamente bzw. starke Gifte. Eins ist unumstritten, Narkosen schädigen den Körper. Wie stark die Schädigung wird, kann man vorher nicht sagen. Bei jungen Menschen kann der Körper die Schädigungen oft kompensieren. Um so verantwortungsloser ist es, wenn es immer noch Ärzte gibt, die Patienten nur des Geldes wegen operieren obwohl es gar nicht nötig wäre, so wie bei mir.

Es tut mir leid, daß Deine Narkose Folgen hatte, aber jede Behandlung birgt auch immer ein Risiko. Auch wenn es sich böse anhört, aber Du hattest einfach Pech.

Nirgendwo finden so lückenlose und intensive Betreuungen statt wie bei einer Narkose.

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@Negreira

Das habe ich auch immer gehört und war auch überzeugt, dass dies so ist. Ich bin zwar überwacht worden, aber leider bin ich an eine total unfähige bzw. überforderte Anästhesistin geraten (sogar Oberärztin). Sie hat 30 Minuten lang nichts gegen meinen niedrigen Blutdruck getan (70/40 mmHg) in der Hoffnung, dass keine bleibenden Schäden dadurch entstehen. Bei einigen geht das auch gut, aber nicht bei jeden. Schon bei der Einleitung hat sie Fehler gemacht und mich nicht ausreichend präoxygeniert. Dadurch kam es zu Intubationsproblemen. Vorschrift sind drei bis fünf Minuten. Ich will jetzt nicht alle Versäumnisse aufzählen. Auf jeden Fall hat sie dann im Gutachten auch noch gelogen bzw. die Unwahrheit gesagt. Der Chefarzt der Anästhesie hat natürlich zu ihr gehalten. Mein Anwalt hat gesagt, so lange die Politik die Rahmenbedingungen nicht ändern, hat der Patient schlechte Karten. Denn nicht der Arzt muss beweisen, dass er alles richtig gemacht hat, sondern der Patient als Laie muss beweisen, dass der Arzt Fehler gemacht hat. Die Lobbyisten in der Politik verhindern seit Jahren die Umkehr bzw. eine Gesetzesänderung. Im Entwurf des neuen Patientenrechtegesetzes von 2013 stand es noch drin. Dann kamen die Lobbyisten und haben es erfolgreich verhindert bzw. wieder streichen lassen. Darum bei der nächsten Wahl unbedingt wählen gehen und die Lobbyisten aus der Politik entfernen. Nicht zu wählen, ist der größte Fehler den man machen kann! LG



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Ganz ohne Risiko wird eine Allgemeinanästhesie niemals sein, es bleibt immer ein, wenn mittlerweile auch geringes Restrisiko vorhanden. Natürlich ist das Risiko auch vom Patientenzustand abhängig, begünstigt werden Komplikationen durch einen verschlechterten Allgemeinzustand oder Vorerkrankungen am Herz- Kreislaufsystem. Um das Risiko bestmöglich einschätzen zu können und auf voraussehbare mögliche Komplikationen bestmöglich vorbereitet zu sein, führt der Anästhesist ein umfangreiches Vorgespräch mit dem Patienten. 

Gute Information!

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