Fohlen/Jährling oder schon gut gerittenes Pferd?

10 Antworten

Was willst du denn mit einem Fohlen? Das sollte in einer Fohlenherde aufwachsen und nicht mit menschlichem Spaß und Spiel belästigt werden. Du hast also nichts von so einem Pferd. Wenn es das Fohlen-ABC kann, und das können Fohlen, die von einem anständigen Züchter kommen, reicht das. Da muss man nicht weiterhin Bodenarbeit etc.. machen.
Wenn du das Fohlen anständig großziehst, reicht es, wenn du ab und zu mal guckst, ob es noch lebt.
Außerdem sind drei weitere Jahre, wo du nichts mit dem Pferd machen kannst, sehr lang. Ich kenne leider viele, die das nicht aushalten und dann das zu junge Pferd doch belasten.

Außerdem sind auch Jährlinge immer ein Überraschungspaket. Ein Fohlen kann ganz toll sein, aber dann zu einem absolut fehlerhaften Pferd heranwachsen.

Da gibt es die schöne GEschichte von Aga Khan, der als der größte Kenner von Vollblütern galt. Er schenkte der Queen zu ihrer Krönung den besten Jährling seines gesamten Gestüts. Zwei Jahre später hat er das Pferd schamrot zurückgenommen, da es nur hinterherlief. Er machte dann das Fehlgeschenk wieder gut, indem er der Queen wieder einen Jährling schenkte, der nun wirklich das beste aller Pferde war.
Der Jährling lief seinen Altersgenossen bereits im Training hinterher...

Eine Bekannte von mir kaufte sich vor fünf Jahren ein Wamblutfohlen mit toller Abstammung. Sandro Hit,Rubinstein,et..alle Namen mit Klang in seinem Stammbaum. Sie wollte irgendwann bis S Dressur reiten, wollte/konnte sich aber kein erwachsenes Pferd mit dieser Abstammung leisten. Immerhin hat auch dieses Pferd mit einem Jahr schon 8000 Euro gekostet.
Na ja, jetzt ist das Pferd sechs und in den Dressurpferdeprüfungen A läuft es so in die knappe 5 er Wertung.  (Ok, das liegt an ihr, geb ich zu.)

Kauf dir ein solides Pferd zwischen vier und sechs. Da kann ein Kenner beurteilen, welche Qualität es hat oder nicht hat. Da bist du auf der sicheren Seite und du kannst sofort etwas mit dem Pferd anfangen.

Ein Fohlen braucht in Kürze  nicht viel Zeit, sondern sollte auf einer Jungpferdewiese stehen. Wenn du dann mit der Ausbildung den Prüfungen entgegen siehst, und dadurch kaum mehr Zeit hast, ist das Pferd in einem Alter, wo du dich intensiver mit ihm beschäftigen solltest. Das passt also von der Zeit her nicht so wirklich zusammen.

Hinzu kommt, dass du nicht weißt, wie sich das Tier entwickelt. Auch mit der Erfahrung, die du mit jungen Pferd3n hast, weißt du nicht,ob deines sich so verhalten wird, wie du es erwartest. Eventuell brauchst du mehr proffessionelle Hilfe, als du es jetzt glauben möchtest, und dann kommst du auch noch finanziell schnell an Deine Grenzen.

Daher würde ich an Deiner Stelle ein Pferd nehmen, auf dem ich JETZT beim Reiten einfach Entspannung finden, und mich je nach Motivation reiterlich weiterentwickeln kann. 

Neben dem eigenen Pferd her kannst du dich ja weiter mit Fohlen des Schulbetriebs befassen. Diese Erfahrungen kommen dir dann auch irgendwann später zugute - das erste eigene Pferd muss ja nicht zwangsläufig zugleich das letzte sein...

Ach so: und dazwischen gibt es ja auch noch was. Wie wäre es mit einem jungen Pferd, welvhes du jetzt mit einem Profi zusammen einreiten und fördern könntest..?

Als erstes Pferd empfiehlt sich immer ein älteres, gut ausgebildetes und verlässliches Pferd zu kaufen. Für ein Fohlen bräuchtest du zum einen erstmal eine passende Aufzuchtmöglichkeit. Wenn man die Kosten für die Ausbildung eines Pferdes mal zusammenrechnet ist das auch kein Spaß. Wenn du noch in der Ausbildung bist hast du ja auch immer wieder Prüfungsphasen in denen es sehr stressig wird. Da bist du vielleicht froh danach dich einfach ganz entspannt aufs Pferd schwingen zu können anstatt nebenher noch ein Jungpferd erziehen zu müssen.

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