Fördern Jobcenter zu wenig und fordern zu viel und wird nur in prekäre Jobs gedrängelt, statt eine bessere Berufsqualifikation zu fördern?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Deine Schwester hat also eine wie auch immer geartete Behinderung. Aha. Es wird sehr schwer für sie sein, eine Anstellung zu finden, von der sie leben kann (allerdings kommt das auf die Art der Beeinträchtigung an.) Es gibt nur noch wenige einfache Jobs und das Arbeitsamt ist offenbar der Ansicht, dass deine Schwester nur eine ganz einfache Tätigkeit ausführen kann.

Die Frage ist, ob weiterführende Qualifikationen auf dem Niveau deiner Schwester angeboten werden - ohne sie zu kennen, kann ich das aus der Ferne überhaupt nicht beurteilen. Beurteilen können sollten das die ehemaligen Lehrer.

Es gibt auch Förderberufsschulen und Ausbildungen über Träger, dann muss aber gesichert sein, dass deine Schwester dem normalen Berufsschulunterricht folgen kann. Viele ehemalige Förderschüler landen in Behindertenwerkstätten, auch, weil sich viele Arbeitgeber nicht trauen, Behinderte Menschne zu beschäftigen. Daher können nur wenige Menschen mit Beeinträchtigungen von ihrer Arbeit leben, sondern sind auf (finanzielle) Unterstützung angewiesen.

Aber: Behinderungen und Beeinträchtigungen sind so vielfältig, dass man nur Auskunft geben kann, wenn man den Betroffenen kennenlernt.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es stimmt, was Du sagst: So gering Gebildeten (nicht übelnehmen bitte - ich schreib gleich noch mehr dazu) werden im Übermaß solche Jobs angeboten. Jeder soll so schnell wie möglich raus aus Harz IV. Ist aber mit einem geringen Lohn auch nicht möglich - da beisst sich die Katze in den Schwanz.

Mein Rat (aus eigener leidvollter Erfahrung mit meinem Kind):

Wendet Euch mal an die REHA-Abteilung vom Arbeitsamt.

Mein Kind durfte nach der 6. Klasse nicht mal mehr die Förderschule besuchen (Gründe sind hier unwichtig).

Über die REHA-Abteilung kam es in ein BVJ, danach bekam es eine geförderte Ausbildung und hat dadurch den erweiterten Hauptschulabschluß erworben und gleichzeitig einen Berufsabschluss.

Heute lebt mein Kind in seiner eigenen Wohnung.

Es führen viele Wege nach Rom - man muss sie nur kennen.

Warum genau bekommt sie denn Sanktionen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Simmi26
26.07.2016, 17:15

Sie bekam vor kurzem drei Schreiben mit drei 10 Prozent Sanktionen. Begründung war, dass sie engeblich zu 3 Terminen nicht erschienen war. Das ist aber total unwahr. Sie war zu allen Terminen mit ihrer Mutter zusammen dort. Meine Mutter kann dies dadurch eben bezeugen. Darum finde ich dies schon fast verleumderisch vom Jobcenter so eine Lüge aufzustellen. 

0

Was ist am Beruf der "Melkerin" ehrenrührig?. Das macht man heute schließlich nicht mehr im Handbetrieb. 

Wenn man das ablehnen will, braucht man auf jeden Fall eine ordentliche Begründung.

Die Sachbearbeiterin in der Arbeitsagentur hat meistens sogar ein Studium absolviert. Damit kann man sich nicht einfach so mal vergleichen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Simmi26
26.07.2016, 21:12

Meinen sie wirklich, dass der Großteil ein Studium abgeschlossen hat? Also ich hörte ja hier und dort, dass in den Jobcentern sogar der ein oder andere als Sachbearbeiter eingesetzt wird, der noch nicht einmal was mit diesem Berufsfeld zu tun hat. Die sagten manchmal sitzen dort Leute wie Bäcker oder andere Handwerker, die nur kleine Schulungen bekamen und danach dort eingesetzt werden. Oder auch Leute mit normalen Berufsausbildungen.

0

Gerade bei jungen Leuten gilt die Devise: Sie sollen sich gar nicht erst ans NICHTSTUN gewöhnen. Daher kann es sein, dass sich eine Maßnahme an die andere anschließt.

Außerdem verdienen die Maßnahmeträger recht gut an diesem Zustand.

Sanktionen bekommt sie aber nur, wenn sie sich weigert, an diesen Maßnahmen teilzunehmen, oder sich nicht an die dortigen Regeln hält. Sie bekommt ihr Zeit dort schließlich bezahlt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kuestenflieger
26.07.2016, 16:07

...DerHans , das ist leider nicht mehr so .

Die Gehälter der Ausbilder und die Zeitverträge werden durch Wettbewerb und Druck der Bundes Agentur immer schlimmer .

0
Kommentar von Simmi26
26.07.2016, 16:12

Ich kenne ja die Gesetzeslage. Man soll ja so gut es geht von der Bedürftigkeit herunterkommen. 

Nur sollte man die Zumutbarkeiten von bestimmten Jobs überdenken. Ich sage jetzt mal z.B. Toiletten putzen. Ich habe ja vor jedem Respekt, der so einen Job ausübt. Jedoch sollte so ein Job eine freiwillige Sache sein und nicht unter Sanktionsandrohung aufgezwungen werden. Mit anderen Worten wäre für mich so ein Job nicht mehr im Zumutbarkeitsbereich. 

0

Weil sie Steuergelder verwalten!

Und natürlich arbeiten sie rein nach Gesetz. Wäre ja noch schöner wenn nach gutdünken entschieden wird.

In meinen Augen fordert das Arbeitsamt noch viel zu wenig! Wenn ich da einige Kandidaten anschaue die sich nen faulen Lenz machen, jedes noch so akzeptable Stellenangebot ablehnen und dennoch Kohle kassieren.

Job des Jobcenter ist es Leute ohne Beschäftigung eine Beschäftigung zu beschaffen. Das man da nicht immer erst warten kann bis einem der Traumjob serviert wird sollte klar sein.

Es spricht ja nichts dagegen sich während des Jobs weiterhin auf seinen Wunschberuf zu bewerben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

die sind nicht hartherzig , dort wird nur öffentliches geld verwaltet . als teil des ehemaligen arbeitsamtes . umbenannt durch bestimmte politiker .

jeder hat die freiheit zu arbeiten was und wo er will .  für die schwache schwester gibt es andere hilfsorganisationen .

wenn melken angeboten wurde , gibt es als noch einen bio-hof in der region ; das läßt sich lernen .


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Simmi26
26.07.2016, 16:27

"Jeder hat die Freiheit zu arbeiten was und wo er will" Ein Witz den ich schon des Öfteren gehört habe. Und warum werden einen im Hartz IV-Bezug Jobs unter Sanktionsandrohung aufgezwungen?

Das deckt sich für mich nicht mit der Freiheit sich Arbeit aussuchen zu können.

0

Es ist besser, jeden noch so dämlichen Job anzunehmen, den das Amt vorschlägt, als sich von vornherein darum zu drücken.

Bevor ich EU-Rentnerin wurde hab ich auch die unmöglichsten Jobangebote bekommen. Als Panikpatientin sollte ich beispielsweise an der Supermarktkasse eines stark frequentierten Marktes sitzen. Ich wusste zwar, daß ich das keine 2. Schicht überstehe, aber ich bin hin und dann eben umgekippt. Krankenhaus.

Jedesmal, wenn das Amt mir Jobs angeboten hat, die sich mit meiner Gesundheit eben nicht vereinbaren ließen, landete ich also im Krankenhaus. o.O

Inzwischen haben die Sachbearbeiter eingesehen, daß es eben nicht geht und mich in Rente geschickt.

Und ganz witzig: ich hab jetzt einen Zuverdienst zur Rente in einem Job, den mir das Amt verweigert hatte. Ich wollte auch mal eine Zusatzqualifikation erwerben, um mich eben für diverse Bürojobs bewerben zu können, für die ich eben noch nicht entsprechend qualifiziert war. Der Kurs wurde mir vom Jobcenter nicht gewährt.

Aber deswegen hab ich das Ziel nicht aufgegeben. Ich hab nur 'ne "Umleitung" gehen müssen...

Es gibt nie nur einen Weg, um einen Job zu finden.

Man darf sich eben nicht auf die Behörden verlassen, sondern muss selbst was tun. Unbezahlte oder bezahlte Praktikas, berufsbegleitende Ausbildungen und was es eben so an Parallelmöglichkeiten gibt.

Man muss es eben nur wollen. Ohne auf die Hilfe anderer zu setzen...

warehouse14

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Meine Antwort wäre diese: Geben sie mir einen Job von dem ich Leben kann ohne zusätzlich Hartz IV Aufstockungen beziehen zu müssen. Dann kann ich mal überlegen ob ich so einen Job annehme. "

das könntest du amchen. dann könnte die mitarbeiterin aber auch sagen:"dann suchen sie sich so einen job. und ich überlege mal ob wir sie noch weiter finanzieren können wenn sie unsere angebote ablehnen"

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich kann dieses Gejammere nicht nachvollziehen. Ich gehöre zu den Jahrgängen, wo man schon mit 14 in die Ausbildung ging. Förderschule hieß da noch Hilfsschule, mit so einem Abschluss konnte man keine großen Ansprüche stellen! Heute vermutlich noch weniger, denn damals galt ein guter Volksschulabschluß noch etwas.

Eine von dir geforderte Qualifikation soll was bringen? Tut mir leid, bei der Schulbildung ist das vermutlich rausgeschmissenes Geld. Überigens das Geld aller Steuerzahler. Damals wurde auch keiner gefragt, ob er vorher schwer gearbeitet hat (mit 14).

Die Jobcenter können niemanden bevorzugen, sondern müssen nach Recht und Gesetz handeln. sonst würde jeder Hansel vor Gericht ziehen!

Deine Auslassungen zum Beruf der Melkerin kannst du vergessen.

Das Wort fordern kennen viele der Antragssteller beim Jobcenter, aber Eigeninitative (sich selber förden) nur die Wenigsten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Simmi26
26.07.2016, 16:20

Mit Förderung von Qualifikationen meinte ich auch das Nachholen von besseren Schulabschlüssen mit denen man dann eine bessere Chance auf eine Ausbildung hat. Und im Jobcenter werden meistens nur prekäre Jobs angeboten ohne Nachhaltigkeit. Soll heißen: Man landet sehr schnell wieder in Hartz IV. Würde man die Steuergelder in das Nachholen von Schulabschlüssen investieren als in manch blöden Maßnahmen, hätte man eine viel bessere Nachhaltigkeit.

0
Kommentar von beangato
26.07.2016, 17:29

Tut mir leid, bei der Schulbildung ist das vermutlich rausgeschmissenes Geld

Nö.

Lies mal meine Antwort.

1

Was möchtest Du wissen?