Flugzeug und Kondensstreifen

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Eine Optische Täuschung,aber so wie Du es beschreibst ist es mir noch nicht aufgefallen. Beispiel: Beim Sonnenuntergang sieht die Sonne extrem gross aus.Jedoch im Zenit erscheint sie eher winzig klein. Steht die Sonne im Zenit hat das Auge kein "Masstab";jedoch am Horizont kann sich das Auge"Orientieren -durch Bäume,Häuser usw.und erstellt automatisch eine andere Grössenzuordnung. Das gleiche gilt für alle Objekte-auch der Mond-täuscht verschiedene Grössen vor. Diese Effekt wird bei den Kondensstreifen ähnlich sein-die älteren Kondensstreifen sind optisch "Bodennah" die neueren höher hoch am Himmel und gaukelt dem Auge eine senkrechte Linie vor.

lg-Gute Frage-Daumen.

Das würde erklären, weshalb der Effekt bei einem Flugzeug, das von links nach rechts fliegt, nicht so ist, weil die Entfernung der Kondensstreifen zum Boden überall gleich groß wirkt. Gute Erklärung. Danke!

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@JoDa199

ja,ich habe Deine Frage genau verstanden-es geht nicht um Kondensstreifen und deren Entstehung.

Genauso ist es-fliegt ein Objekt am Himmel von rechts nach links oder umgedreht hat das Auge den"neutralen"Eindruck Jedoch von hinten nach vorne nicht mehr-das Auge "Orientiert sich am Horizont und unterliegt einer Täuschung.

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Streifen durch Raketenantrieb müssten von der Erde aus auftauchen und dann senkrecht nach oben gehen. Das heißt, es gäbe eine eindeutige optische Verzerrung: Dort, wo dein Freund den "Start" vermutet, müssten die Streifen breiter sein (da sie ja näher an dir sind) und dann nach "oben" hin immer schmaler werden. Dann könnte man evtl den Eindruck bekommen, dass das Flugzeug nach oben fliegt.

Ich habe diese optische Täuschung noch nie so wahrgenommen. Kann mir nur vorstellen, dass es daran liegt, dass bei entsprechenden Luftdruckverteilungen die Kondensstreifen des Flugzeugs mit der Entfernung immer weiter auseinandertreiben (zerklüften).

Der Eindruck entsteht auch dann, wenn sich die Kondensstreifen - wie es üblich ist - in Nichts auflösen. Trotzdem: Wenn ich solche Flugzeuge sehe (während ich das schreibe schon zwei Stück), dann kann man - wenn man es nicht anders weiß - tatsächlich sowas erahnen. Für mich ist es auch kein Problem, dann wieder das Flugzeug zu erkennen, wie es eben ganz normal fliegt. Auch zu sagen "Wenn das so wie ein Raketenstart wäre, hättest du das bei einem Flug ja auch schon erlebt". Die Schwierigkeit ist, diese optische Täuschung irgendwie plausibel zu erklären. Ein Heureka sozusagen.

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@JoDa199

Da enstseht überhaupt nicht der Eindruck. Der Vergleich hinkt extrem.

Du verwechselst damit einen Porsche mit einem Fahhrad. Der Strahl der Rakete ist einfach nur Abgas, vom FLugzeug ist das ein Strahl aus Eis, dass sich an dem Abgasen bildet und dann wieder vom Wind verweht wird und wieder abtaut.....

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Einen solchen Effekt kann ich mich nie erinnern, ein Strahl von Rakete und Flugzueg zu verwechseln. Alleine schon von der Form und Gestalt und Entstehung sind sie komplett anders. Auch bei der Auflösung ist das komplett anders.

So erklärt Wikipedia, wie Kondensstreifen und solche "Raketenwolken" entstehen:

"Bei der Verbrennung von Treibstoff in Flugzeugtriebwerken entstehen im Wesentlichen Kohlendioxid, Wasserdampf, Stickoxide und vor allem bei kerosinbetriebenen Triebwerken auch Ruß. Während der Durchmischung der heißen Abgase mit kalter Umgebungsluft entstehen innerhalb kürzester Zeit Eiskristalle, welche hinter dem Flugzeug sichtbar werden. Der Wasserdampf kondensiert hierbei an den Rußteilchen zu winzigen Tröpfchen. Bei ausreichend kalter Luft gefrieren diese sofort zu Eiskristallen. Durch Anlagerung weiterer Wasserteilchen erreichen die Kristalle eine Größe, bei der sie Licht unabhängig von dessen Wellenlänge streuen und so als weiße Wolkenstreifen sichtbar werden. Da der Kristallisierungsprozess eine gewisse Zeit erfordert, ist zwischen Triebwerk und Kondensstreifen immer eine charakteristische Lücke zu beobachten.

Kondensstreifen entstehen unterhalb von -40 Grad Celsius; der genaue Temperaturwert hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie der Art des Treibstoffs, der Effizienz des Flugzeugs, des Luftdrucks und der Luftfeuchte. Diese Temperaturen herrschen, von den Polargebieten abgesehen, meist oberhalb 8 km Höhe in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre. Die Eiskristalle haben oft einen Rußkern, welcher als Kondensationskern die Bildung/Nukleation der Eiskristalle erleichtert. Im weiteren Verlauf wird die Entwicklung des Kondensstreifens von der nach unten sinkenden Wirbelschleppe geprägt. Diese zerfällt nach wenigen Minuten und die vertikale Erstreckung beträgt dann je nach Flugzeugtyp 300 bis 500 m. Ebenso rufen die dynamischen Vorgänge in besonderen Fällen auch mammatusähnliche Ausstülpungen an der Unterseite hervor.

Kondensstreifen können in ansonsten wolkenfreien Gebieten ent- und fortbestehen, in denen die Voraussetzungen für eine natürliche Wolkenbildung nicht erfüllt sind. Sie zählen zur Gruppe der Cirrus und stellen auch eine wichtige Klasse anthropogener Wolken dar. Ihre Erscheinung variiert je nach vorherrschenden Wind-, Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen.

Auch bei der Verbrennung von Raketentreibstoffen entstehen im Wesentlichen – je nach Art des Treibstoffs – Wasserdampf und gegebenenfalls auch feste Bestandteile wie Ruß. Die Booster von Feststoffraketen beinhalten vorwiegend Ammoniumperchlorat und Aluminium, woraus dann in allen Höhen sehr dichte Aerosolstreifen aus Salzsäure und Aluminiumoxid entstehen. Kondensstreifen von Raketen zeigen wegen des meist senkrechten Flugverlaufs und der Wirkung des Windes eine starke Abhängigkeit von Windrichtung und Windstärke. Daraus resultiert oft ein zickzackförmiger Verlauf, der jedoch nicht mehr der eigentlichen Flugbahn entspricht.

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