Flohbefall Katzen jetzt auch im Haus?

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3 Antworten

Bei der wirksamen Flohprophylaxe bzw. -bekämpfung kommt es nicht nur auf die Sofortmaßnahmen an, entscheidend ist vielmehr die Langzeitbehandlung!

Flöhe habe i.d.R. einen Lebenszyklus von ca. 14-21 Tagen, verteilt auf die Stadien Ei, Larve, Puppe und adulter Floh.

In der Puppe geschützt, können die noch nicht geschlüpften Flöhe allerdings auch 3-4 Monate oder länger überleben.

Leider machen die adulten Flöhe nur ca. 5% der Flohpopulation aus, der Rest verteilt sich auf die anderen Stadien, und ist entsprechend schwer zu bekämpfen.

Analog dazu befindet sich auch nur der kleinste Anteil der Flohpopulation auf der Katze, der Rest überlebt in ihrer Umgebung!

Spot-Ons und Sprays sind im Wesentlichen nur gegen das letzte Stadium (adulter Floh) wirksam.

Es gibt allerdings auch Spot-Ons, die ovizid wirken, also das Schlüpfen der Floheier auf der Katze hemmen sollen.

Lass Dich dazu am besten vom Tierarzt beraten.

Unerlässliche Maßnahmen bei der Flohbekämpfung sind u.a.

- oftmaliges, gründliches Staubsaugen inkl. regelmäßigem Austausch bzw. Anti-Floh-Behandlung des Staubsaugerbeutels, z.B. mit eingesaugtem Flohpulver oder zerschnittenem Flohhalsband,

- waschen aller waschbaren Aufenthaltsorte und "Kontaktflächen" der Katzen, also z.B. Katzendeckchen, Auflagen, Handtücher etc. bei mindestens 60°C,

- Behandlung nicht waschbarer Objekte (z.B. Kratzbaum, Katzenkorb, etc.) mit Umgebungsspray (z.B. beim Tierarzt erhältlich).

Für den Langzeiterfolg ist es aber entscheidend, auch die ggf. nach und nach geschlüpften Flöhe (deren Eier, Larven und Puppen den Hausputz bislang überlebt haben) zu bekämpfen!

Das bedeutet, dass die aktive Bekämpfung im Lebensrythmus der Flöhe, i.d.R. also nach ca. 3-4 Wochen, wiederholt werden muss.

Nach 1-2, maximal 3, solcher Zyklen, sollte das Flohproblem dann hoffentlich gelöst sein.

Eine Möglichkeit dazu bieten sog. Fogger, die die Wohnräume mit einem Insektizid durchfluten, das auch in kleinste Ritzen eindringt.

Zur vorschriftsmäßigen Anwendung gehört hierbei unter anderem, dass die Räume während der Anwendung für mindestens 2 Stunden von Mensch und Tier nicht betreten, und z.B. offene Lebensmittel, Essgeschirr etc. außer Reichweite gebracht werden.

Lass Dich auch zu diesem Thema unbedingt vom Tierarzt beraten!

Die beim Tierarzt erhältlichen Fogger sollen wirksamer sein als die freiverkäuflichen, mangels eigener Erfahrung kann ich dies aber nicht beurteilen.

Darüber hinaus soll auch das Einfrieren (min. 24 Std. bei -18°C) gegen Flöhe wirksam sein, beispielsweise bei Dingen, die nicht heiß gewaschen oder mit Umgebungsspray behandelt werden können (bzw. dürfen).

Ansonsten gilt noch: Ruhe bewahren!

Ich drücke die Daumen, dass Du die Situation bald in Griff bekommst!

Viel Glück!

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Kommentar von Katzenkumpel
08.11.2016, 23:51

Ergänzung:

Sorry, Du hattest ja auch noch gefragt, was nach der Anwendung des Spot-Ons mit den Flöhen geschieht.

Zunächst wird ein Spot-On in der Nackenregion mittig an der Schädelbasis aufgetragen, um zu verhindern, dass die Katze sich das Mittel wieder ablecken kann.
Der Bereich zwischen den Schulterblättern, bzw. etwas oberhalb davon, gilt als die einzige Stelle am Katzenkörper, den die Tiere beim Putzen nicht erreichen können.

Wichtig ist, dass der Wirkstoff unmittelbar auf die Haut aufgetragen wird (dazu das Fell scheiteln), wo er sich in der Fettschicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden über den gesamten Körper der Katze verteilt.
Aufgrund dieser Verzögerung ist das Mittel also nicht sofort vollständig wirksam.
Flöhe oder Zecken können theoretisch noch bis zu 2 Tage nach der Anwendung lebend auf der Katze vorgefunden werden, was nicht zwangsläufig auf ein Versagen des Spot-Ons hindeutet.

Würde das Spot-On lediglich auf dem Fell aufgetragen, von wo es die Hautoberfläche nicht, oder nur teilweise, erreicht, wäre auch die Wirkung des Mittels entsprechend blockiert, bzw. eingeschränkt.
Kleinere Wirkstoffmengen, die bei der bestimmungsgemäßen Anwendung im Tierfell landen, sind i.d.R. tolerierbar.

Die Wirkung beruht darauf, dass Flöhe oder Zecken beim Biss in die "vergiftete" Haut abgetötet werden, und dann entweder von selbst abfallen, oder z.B. mit einem Flohkamm o.ä. ausgekämmt werden können.

Bei Zeckenbissen kommt es darauf an, dass die Plagegeister beim Biss gelähmt werden bzw. absterben, bevor sie Krankheiten, wie z.B. Borreliose, auf die Katze übertragen können.

Wurmkuren "funktionieren" analog, wirken allerdings entsprechend auf den Verdauungstrakt der Katze.

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Grundsätzlich ist es so, daß nur 5 % aller Parasiten auf den Tieren sitzen, der Rest verteilt sich in der Umgebung, wobei Flöhe leidenschaftlich gern auch hinter Fußleisten sitzen, also genau dort, Wo Du beim besten Willen nichts ausrichten kannst.

Aber: Ihr habt die Kleinen ja erst sehr kurz und es ist noch rechtzeitig bemerkt worden. Deshalb kannst Du jetzt erst mal nur abwarten. Wenn es nicht zu viele Flöhe waren, werden die beim Kontakt mit den Kleinen sterben. Wenn Du dagegen feststellst, daß Du Stiche hast oder kein Ende in Sicht ist (mit einem feinzinkigen Kamm täglich die Katzen kämmen, vor allem unter dem Kinn und an der Schwanzwurzel), ist es besser, Du benutzt einen sog. FOGGER, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Solche Fogger bekommt man am besten beim Tierarzt, alles, was frei käuflich ist, taugt nichts. Diese müssen dann nach Anweisung und in ausreichender Menge aufgestellt und die Behandlung (und das ist das Wichtigste) nach 3-4 Wochen wiederholt werden. Aber das ist eben der schlimmste Fall.

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Wenn du in den nächsten Tagen Insektenstiche an dir finden solltest, weißt du woher die kommen.

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Kommentar von KeinNamen
08.11.2016, 19:22

Ach was! Ich hab ja nach Tipps gefragt wie man eben sowas vermeiden kann oder ob ich noch mehr machen kann bevor hier jetzt eine Flohplage stattfindet.

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