Fließendes Wasser in einem Langzeitbelichtungsfoto einfangen?

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4 Antworten

Hallo

also das Thema ND Filter ist ja schon geklärt aber wichtiger ist bei Wasserfotografie (oder Landschaft) erst mal in einen guten Polfilter zu investieren (Wer billig kauft kauft den meist doppelt und zahlt soviel wie für einen High-End Filter). Der frisst/blockt je nach Güte und Stellung zwischen 1 und 5 Blendenstufen und wirkt schon wie ein leichter Graufilter. Aber Polfilter ändern auch die Farbsättigung und denn Kontrastumfang

"fliessendes" Wasser bzw Wellen belichtet man je nach Fliessgeschwindigkeit zwischen 1/15 und 1/2. Kürzere Zeiten "frieren" die Bewegung ein und längere verändern die "Oberflächenstruktur" oder erzeugen zu "softe" Konturen.

Wehre, Staustufen oder Wasserfälle sind wegen der Gischt/Blasenbildung eher kürzer zu belichten oder man geht auf denn "Langzeiteffekt". Stürmische Brandung ist auch schwierig. Am besten macht man bei so etwas eine Belichtungsreihe, die meisten Prosumer aufwärts können das automatisiert.

Fliessendes Wasser ist auch eine Sache des Motivs also dessen Untergrund/Hintergrund, der Perspektive und der Ausleuchtung. Gerade mit Blitzaufhellung lassen sich Langzeiteffekt mit einem "Freeze" kombinieren zb kann man damit die Luftbläschen aus der grauen Langzeitbelichtungmasse soweit konturieren das es so aussieht wie es für uns Menschen eben aussieht (Weil das Hirn das so zusammensetzt)

Der Punkt ist bei Tageslicht hat man sobald die Sonne "weiss" ist um denn Lichtwert 12-16. Sonnaufgang/Dämmerung geht von 12 bis runter zu LW 6 bei Vollmond.

LW12 ergibt bei ISO 100 (das können die meisten Kameras) und Blende 16 eine Verschlusszeit um 1/15 Sekunde und mit einem Polfilter landet man bei 1/8 bis 1/4 also genau da wo man hin will. Viele Kameras kann man direkt auf ISO 50 oder auch 25 runterdrehen (meist die Profigeräte) bzw indirekt über denn EV Shiftwert. 

Wenn man keine Canon, Leica oder Sigma hat also einen Sony oder Nikon Sensor dann kann an im RAW durchaus 2-3 Lichtwerte überbelichten und anschliessend denn Schwarzanteil "hocholen" also Aufhellen und die Details freilegen. Bei aktuellen Vollformatkameras wie der Nikon Df, D600 oder D800 kann man sogar noch 5-6 Lichtwerte Unterbelichtung ohne Rauschartefakte rauszaubern (mit Nikon NX, DXO oder Capture One. Lightroom und Darktable kommen da zZ nicht ganz mit). Bei der Sony a7 Serie geht das noch nicht ganz so gut (Das Sony RAW ist in dem Punkt einfach Schrottig bzw die Sony RAW Software ist Mässig und die Fremdhersteller benutzen einfach die offiziele Sony>DNG Engine)

Blende 16 halte ich am 20MP Sensor der Sony/Pentax Kameras mit Tiefpassfilter und in RAW/DNG für noch "professionel" brauchbar aber Blende 22 ist jetzt auch keine Katastrophe zumindest wenn man eh keine grossen Ausdrucke macht oder einen Duravision Monitor zum betrachten benutzt. Wer sich auskennt kann die RAW aus Blende 22/32 so gut behandeln das es keine "Matschzonen" gibt. Zudem sind billige ND Filter oft so schlecht das die mehr Auflösung Kosten als Blende 22 oder 32 in der Beugung.

Bei JPEG OoC sind die Ansprüche der Verwender meist so gering das auch dort Blende 16 noch brauchbar sein wird. Aber wer viel Zeit in Bilderzeugung investiert wird dann nicht rumknipsen, sondern das maximal machbare rausholen wollen. Und JPEG ist bei aktuellen DSLR Kameras ja um die "hälfte" des aktuell "maximalen" (bezogen auf Dynamik und Farbtiefe).

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Lange Belichtungszeiten bekommst du nur, wenn es dunkel ist. Und das ist am Tag oder zur Dämmerung nur mit einem Graufilter oder auch ND-Filter möglich.

Ich habe diesen hier: https://www.amazon.de/Neutral-Graufilter-bestehend-Filtercontainer-Innengriff/dp/B004IG2H30/ref=sr_1_6/256-4508746-8303608?ie=UTF8&qid=1475137961&sr=8-6&keywords=haida+filter

Die Zahlen 8,64 und 1000 besagen, dass das Bild um entsprechend viele Blendenstufen abgedunkelt wird. Bei ND 1000 hast du also Blende 1000. Das kannst du nie in der Kamera einstellen. Daher musst du die Belichtungszeit bei "normaler" Belichtung einfach mit 8,64 oder 1000 multiplizieren.

Bedeutet, wenn du ohne Filter eine Belichtungszeit von 1/8 Sekunde hast bei Sonnenuntergang, dann hast du mit ND 8 eine Belichtungszeit von 1 Sekunde, bei ND64 von 8 Sekunden und bei ND1000 von 125 Sekunden.

Aber Wellenbewegungen bekommst du damit nicht eingefroren. Eher im Gegenteil. Der See sieht dann eher aus, wie mit einer Samtschicht überzogen.
https://www.instagram.com/p/BEBi_rgLi4g/

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ND-Filter ist die einzige Lösung. Die guten kosten ziemlich viel, aber sind eine gute Investition. Die (sehr) billige Alternative ist Schweißglas, aber nur für S/W-Fotos. Und noch ein Tipp - es hängt vom Objektiv ab, aber man sollte die Blendenzahl nicht zu hoch einstellen, weil das die Bildqualität negativ beeinflusst. Stichwort in dem Fall ist Beugung.

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Das kannst du nicht einstellen mit der Kamera! Es würden 1-2 Sekunden gehen was aber völlig nicht reicht. Du/ihr braucht einen ND Filter, auch grau-filter genannt. Diese filter kann man sich zb. In Amazon kaufen, nur auf den Durchmesser deines objektives achten. Es gibt verschiedene filter. Der ND-Filter gibts auch in verschiedenen stärken. Wie ich weiß ist ND 1000 das stärkste. Damit schaffst du auch über 30 Sekunden zu berichten. Es gibt die filter natürlich günstig aber auch teur, für 60 euro hab ich mir meinen gekauft und damit kann man seine Kreativität noch besser ausüben.. ob wasser oder wolken. Super ding.

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Kommentar von GanMar
29.09.2016, 10:09

Bei www.foto-walser.de gibt es für einen relativ günstigen Preis einen "walimex pro ND-Fader ND2-ND400", also einen Neutralfilter mit variabel einstellbarer Filterwirkung von ND2 bis ND400. Es ist zwar keine Profi-Qualität, aber für Amateuraufnahmen durchaus geeignet.

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