Fliegt man bei der Bundeswehr viel als Helikopterpilot?

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3 Antworten

Oder wo kann man noch viel fliegen mit einer CPL H?

Rettungsdienste (DE, AT, CH, FR, IT), Vermessungsflüge, Lotsenversetzdienst und Pipeline- oder Stromleitungskontrollen (z. B. bei Wiking Helikopter in Wilhelmshaven), Fluglehrer an einer Hubschrauberschule, Versorgung von Bohrinseln (Schottland, Norwegen), und, als Sahnehäubchen, Testpilot bei der Wehrtechnischen Dienststelle der Bw, beim Hersteller oder beim DLR. 

Das Problem ist immer, nach der Ausbildung an einer privaten Schule möglichst schnell viele Flugstunden und damit Erfahrung zu sammeln. 

Bei der Polizei musst Du erst Polizist sein und kannst Dich dann aus dem Dienst heraus zur Fliegerstaffel bewerben. Private Flugschulen sind teuer; also bleibt realistischerweise nur die Bw. Direkte Bewerbung möglich, bei Eignung Ausbildung ohne Kosten, dafür schon ein Gehalt, aber Mindestverpflichtungszeit 16 Jahre; evtl. Übernahme als Berufssoldat? Wenn nicht, was dann? Die Umschreibung der militärischen in eine zivile Lizenz ist möglich, aber was kommt danach? Der Lizenzerhalt ist ja das Problem. Praxis zählt! 

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Als Folge der Sparmassnahmen wird auch bei der Bundeswehr wenig geflogen. Verglichen mit Berufspiloten bei den diversen Heli-Diensten fliegen Soldaten sehr wenig. Zu meiner Zeit während des kalten Krieges sind wir jährlich mehrere hundert Stunden geflogen, aber heutzutage dürften die Kameraden kaum noch hundert Stunden im Jahr zusammen bekommen, es sei den man hat eine besondere Verwendung bei einem Auslandseinsatz. Ein Polizeipilot dürfte sehr wahrscheinlich erheblich mehr fliegen. Wenn Du wirklich viel fliegen willst, dann musst Du bei einem privaten Heli-Dienst anheuern. Ohne Papierkram geht es jedoch nirgends.

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navynavy 13.02.2016, 07:46

Gute Antwort - nur zur Ergänzung sei auf die momentan extreme Situation bei den Marinefliegern verwiesen, die zur Zeit aufgrund der unzureichenden Einsatzbereitschaft ihrer Helikopter gezwungen sind, zivile Maschinen zu "leasen", um überhaupt auf das Minimum der vorgeschriebenen Flugstunden zu kommen.

Was Hubschrauber angeht, kratzt die Bundeswehr definitiv derzeit am Boden des Fasses. Mit Ausnahme der recht zuverlässigen alten CH53 sind deutschlandweit bei der Bundeswehr derzeit vielleicht 15 bis 20 Hubschrauber einsatzbereit, eine Besserung ist erst mittelfristig zu erwarten. Das ist eine der wirklich traurig-dramatischen Entwicklungen der letzten Jahre. Zum Vergleich: Allein die Länderpolizeien in Deutschland (also ohne BPol) haben insgesamt momentan ca. 45 Hubschrauber in ihren Staffeln.

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Luftkutscher 13.02.2016, 08:04
@navynavy

Ich hatte vor einigen Jahren meine letzte Wehrübung bei einem fliegenden Verband. Was uns der Kommandeur hinsichtlich der finanziellen Situation geschildert hat, war mehr als schockierend. 

Übrigens finden amerikanische Touristen im fortgeschrittenen Seniorenalter die Heeresflieger sehr faszinierend. Da können sie ihren mitreisenden Enkeln tatsächlich noch im Einsatz befindliche Bell UH-1D zeigen, die sie vor über 40 Jahren in Vietnam geflogen haben. 

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Ich weiß nicht wie das inzwischen ist, aber vor 3, 4 jahren hatten BW-Piloten häufig Probleme auf ihre jährlichen Pflichtstunden zum Erhalt der Lizenz zu kommen. Was hast du gegen Luftrettung? :)

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Gamer0999 13.02.2016, 15:26

Weil bei Luftrettung jede Sekunde zählt und ich weiß nicht ob ich so einer Verantwortung gewachsen bin

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