flechtartikel u.ä auch für andere - eigene seite? (minderjährig? )

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2 Antworten

Denken wir doch mal drüber nach, wie das so wäre:

Bis zu gewissen Grenzen ist es "Liebhaberei", also quasi Ausübung eines Hobbys. Das interessiert dann weder Finanzamt noch Gewerbeamt. Um das abzugrenzen, würde ich mal den Telefonhörer in die Hand nehmen, das Finanzamt Deines Landkreises anrufen und fragen, wie weit Du gehen darfst.

Wenn Du die Grenzen überschreiten würdest, wäre es ein Gewerbe. Dieses dürftest Du aber nicht betreiben in Deinem Alter. Schwierig. Aber mal angenommen, Du wärst alt genug oder das Ding liefe auf Deine Eltern, dann fiele Gewerbesteuer erst ab einem Umsatz über 24.000 Euro im Jahr an, d.h. wenn Du im Monatsschnitt nicht mehr als 2.000 Euro umsetzt (Umsatz ist nicht Verdienst, sondern alles, was Du von den Käufern bekommst. Um Deinen Verdienst zu ermitteln, musst Du davon noch Deine Ausgaben abziehen), passiert rein gar nichts. Grad mal eine Gewerbesteuererklärung müsstest Du ausfüllen, auch um nachzuweisen, dass bei Dir keine Gewerbesteuer anfällt.

Das Einkommen, das Du draus erzielst, also Umsatz - Deine Kosten, müsstest Du versteuern, aber auch da greifen Freibeträge, die ich aber nicht im Kopf habe, d.h. so lange Du wenig verdienst an der Sache, müsstest Du auch hier die Erklärung ausfüllen als Nachweis, dass Du nicht genug verdient hast, um Steuern zahlen zu müssen.

Umsatzsteuer (MwSt) fällt im Fall, dass es keine Liebhaberei ist, immer an. Da gelten die in Deutschland üblichen 19%. ABER: Auch hier gibt es eine Kleinunternehmerregelung. Immer, wenn man im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro umgesetzt hat und im laufenden Jahr nicht vor hat, mehr als 50.000 Euro Umsatz zu machen, kann man Kleinunternehmerregelung machen. Das bedeutet, dass man keine Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen muss, dafür für seine Ausgaben aber auch keine erstattet bekommt.

Aber, wie gesagt, letzteres sind alles reine Hypothesen für den Fall, dass Du mal richtig verdienst an etwas selbständigem. Frag mal nach nach der "Liebhaberei"-Grenze, wieviel Du machen darfst, ohne dass jemand danach kräht. Das würde ich gut mitschreiben, dass Du einen nachweis hast, wenn jemand fragt, ob Du wirklich noch wenig genug verdienst.

Dirk-D. Hansmann 07.03.2014, 06:08

Es gibt keine Grenze für die Liebhaberei. Oder höchstens wenn man so will: Totalergebnis (Summe aller Geschäftsergebnisse vom Start bis Einstellung - Kauf und Verkauf von Maschinen usw. zählt mit) ist negativ und dieses war aufgrund der "unprofessionellen" Arbeitsweise von Anfang an erkennbar. Es gab auch keine erkennbaren Versuche dieses zu verändern. Am sichersten in der Liebhaberei ist man laut Rechtsprechung, wenn man keinen Rohgewinn erwirtschaften kann. Also Waren oder Material sind schon teurer als das, was man später dafür nimmt.

Aber dann sollte unsere Fragestellerin das mal gleich machen. Ist doch nicht tragisch, wenn eine Schülerin sich ihr Taschengeld mit einer Freizeitbeschäftigung aufbessert.

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Baroque 07.03.2014, 11:26
@Dirk-D. Hansmann

Ah, interessante Info!

Weil mir wurde am Anfang immer vorgeworfen, was ich denn mit meinen Erklärungen will, wäre doch alles Liebhaberei - es war aber nicht beabsichtigt, gleich minus zu machen, habe mich nur in meiner Ausstattung so verschätzt, dass ich merkte, so komm ich nicht hin, ich brauch definitiv hochwertigere Dinge und mir ist ein Auftrag weggebrochen.

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KimiiLollipop 07.03.2014, 14:50
@Baroque

uuh ist das viel o.O also ich werde mich da auf jeden fall mal informieren aber denke da spricht nix gegen weil das ist ja 1.total unterschiedlich wie viel oder ob ich überhaupt in einem Monat mache oder als auftrag kriege.. Außerdem muss ich natürlich das material bestellen (klar bestell ich keine echten silberverschlüsse o.ä) aber wenn ich das abziehe bleiben mir wie gesagt meist so 3-5€ , manchmal ein paar euro mehr...

ich wills halt nicht ganz so teuer für die leute machen, ist ja logisch ich würde auch keine 30€ zahlen wenn ich weiß das das nicht wirklich hochwertige perlen oder so sind... da ist dieses 15€ dafür das ich das mache und die restlichen 15€ ist versand und material quatsch

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Kleiner Hinweis bei Facebook: Da sind durchaus Anwälte den ganzen Tag damit beschäftigt Profile zu besuchen. Ob sie nur was finden um anderen eine rein zu würgen.

Zu Deinen Verkäufen: Das Finanzamt ist erst interessiert, wenn Du über 8.000 Euro Gewinn machst. Gewinn ist Einnahmen abzüglich der Ausgaben.

Das Gewerbeamt solltest Du vielleicht mal fragen, weil Du willst ja - wenn ich Deinen Text verstehe - einfach nur Dein Hobby machen und die Erzeugnisse dann verkaufen. Oder auch mal auf Anfrage und wenn Du dazu dann Lust hast, dann wird eben die Hundeleine geflochten und nicht die Trense für das Meerschein!?

Da würde ich echt fragen. Weil für mich als gewerberechtlichen Laien ist das keine allgemein werbende Tätigkeit. Da fehlt für mich noch einiges. Z.B. ein fester Laden. Selbst wenn Du so eine Facebook-Fanseite hättest und da über Deine Bastelarbeiten informierst, dass bringt ja in dem Sinne nichts. Also ich würde da fragen - Wie sieht das aus? Die sind da auch total nett, dass kenne ich immer wieder. Weil die sind froh wenn die vorher informiert sind und nicht hinterher wenn dann schon was passiert sein könnte... Übrigens bleibt das rechtlich sowieso alles doppelt lustig, da Du ja Minderjährig bist. Du kannst kein Gewerbe haben, ohne Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes. Das ist also nicht verboten, sondern eigentlich gibt es das nicht und da ist es eben umso spannender! Dafür darfst Du aber auch nur im Rahmen von Taschengeld tätig werden. Also Einkauf und Verkauf. Das ist auch witzig.

Viel Spaß beim Hobby, lasse es Dir durch ein paar Euro dazu nicht versauen!

Baroque 07.03.2014, 11:24

Ach, einen festen Laden haben heute im Internetzeitalter die wenigsten. Trotzdem habe ich Freunde, die von ihrem Geschäft inzwischen munter Gewerbesteuer zahlen und aus der Kleinunternehmerregelung gefallen sind. Ich bewege mich mit meinem Freiberuf auch zwischen Freiberuf und Gewerbe. Keiner kann mir sagen, ob ich nun, aufgrund der fachlichen Inhalte ein Gewerbe anmelden muss. Da es organisatorisch zu viel Aufwand wäre, tu ich's bisher nicht. Wenn ich allerdings eine Aufforderung ins Haus bekomme, wird mir nichts anderes bleiben als es zu tun - und wenn es nur für einen Teil meiner Tätigkeit ist.

Herstellung und Vertrieb von Produkten (in dem Fall Pferdehaarschmuck) ist definitiv Gewerbe und nicht Freiberuf - außer man kriegt es auf Kunst hinargumentiert.

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KimiiLollipop 07.03.2014, 14:43
@Baroque

hm da werde ich mich dann mal erkundigen...

wenn man den gewinn berechnet... das sind nicht viel ich habs schon ein paar mal gemacht und da die meisten immer recht viel Zubehör wollen was dann nicht nur selber sondern auch versand kostet , und ich das möcglichst unter 20€ halten will bleiben mir meist 3-5€ , find ich aber nicht schlimm :)

Ich erkundige mich einfach mal, danke für eure antworten !

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