flaschen sammeln im zug

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Nein, das ist nicht gestattet, da es erstens Diebstahl ist (die Flaschen gehören der Bahn) und zweitens eine Belästigung der Reisenden darstellt.

Soweit die Theorie, in der Praxis wird es überwiegend geduldet, wenn man es nicht zu auffällig macht und sich gut benimmt. Ein Recht darauf hast Du aber natürlich nicht, der Schaffner oder Bahnschutz kann Dich jederzeit deswegen rausschmeißen, auch mit gültigem Ticket.

also rein rechtlich ist die pfandflasche eigendlich nicht eigentum der bahn da es sich erstmal um eine liegengelassene oder verlorene sache handelt. rein rechtlich könnte die bahn die dinger also nicht einsammeln und abgeben ohne das sie entsprechend aufgehoben worden ist.

ich weis das bahnangestellte in ihrer freizeit flaschen sammeln dürfen daher meine frage also wenn der schaffner das in der freizeit machen darf sollte das eigendlich ja jeder machen dürfen oder????

0
@andreasgraubart

Bei liegengelassenen Pfandflaschen geht die Rechtsprechung aufgrund des geringen Wertes davon aus, dass der Liegenlasser den Besitz aufgegeben hat, also kein Interesse mehr daran hat, die Flasche zurückzubekommen.

Dementsprechend werden sie rechtlich nicht als Fundsache, sondern als "Müll" eingestuft und Eigentümer des "Mülls" ist dann in dem Fall die Bahn. Insofern obliegt es auch alleine der Bahn zu entscheiden, was mit diesen Flaschen geschieht und gegen etwaige Diebe vorzugehen.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass es einen Bahnbetreiber gibt, der seinen Zugbegleitern explizit erlaubt, die Flaschen abzugeben und das Geld einzustecken, aber zulässig wäre das. In der Praxis gibt es häufig keine klaren Regeln und es wird seitens des Bahnbetreibers geduldet, das meist das Reinigungspersonal die Flaschen abgibt, um sich das mickrige Gehalt aufzubessern.

Es bleibt aber dabei, dass Du als Fahrgast nicht das Recht hast, Dir diese Flaschen anzueignen und daher von den Mitarbeitern, die das Hausrecht ausüben, wie Schaffner oder Sicherheitspersonal des Zuges verwiesen werden kannst. Aber wie gesagt, in der Praxis muss das nicht unbedingt passieren, gerade wenn man sich dezent und unauffällig verhält.

0
@andreasgraubart

Hab hier noch einen Fall gefunden:

Neuer Fall von Bagatellkündigungen: Eine Putzfrau wurde gefeuert, weil sie weggeworfene Pfandflaschen mitgenommen hatte. Der Fall ist auch brisant, weil die Frau schwerbehindert ist.

Kiel - Sie nahm mit, was andere Leute weggeschmissen hatten: Weil eine schwerbehinderte Putzfrau Pfandflaschen aus Abfalleimern entwendete, wurde ihr wegen Diebstahls gekündigt. Am Mittwoch kommender Woche will das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein diesen Fall in einer Berufungsverhandlung erneut entscheiden.

Die Frau, die seit mehr als 20 Jahren als Reinigungskraft in dem Betrieb gearbeitet hat, hatte bereits vor dem Arbeitsgericht Lübeck erfolgreich gegen die Kündigung geklagt. Der Betrieb legte jedoch Berufung ein, weil laut Arbeitsvertrag keine Gegenstände aus Objekten mitgenommen werden dürfen.

In jüngster Zeit hatten zahlreiche Fälle von Bagatellkündigungen für öffentliche Aufregung gesorgt. Eine Kassiererin musste gehen, weil sie fremde Pfandbons im Wert von 1,30 Euro einlöste; eine Altenpflegerin erhielt die Kündigung, nachdem sie sechs Maultaschen mit nach Hause nahm, die ohnehin in der Mülltonne gelandet wären.

Aktenzeichen: 3 Sa 441/09

0

Was möchtest Du wissen?