Firmenwagen nicht getankt, Abmahnung bekommen

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8 Antworten

In der Regel gibt es für die Benutzung von Firmenwagen betriebliche Vorschriften und dazu gehört meistens, dass er nach der Benutzung zu betanken ist. Je nach Art des Betriebs und der Fahrzeuge kann es eine erhebliche Störung des Betriebsablaufs bedeuten, wenn der nächste Benutzer erst tanken muss. Beispiel Linienbus oder Berufsfeuerwehr.

Ein Verstoß gegen die Arbeitspflichten ist es also auf jeden Fall. Wie schwer der zu bewerten ist, hängt wie gesagt vom Einzelfall ab. Sind die Firmenwagen nicht in allzu dringlichen Einsätzen vorgesehen oder war der Tank zumindest noch ziemlich voll, dann halte ich eine Abmahnung für überzogen, aber ich frage mich, ob es Sinn macht, dagegen vorzugehen. Einfach darauf achten, dass es nicht mehr vorkommt, würde auch reichen.

Ich denke mal so... leider hast Du nicht geschrieben, in welchem Zusammenhang diese Betankung (nach Privat- oder Geschäftsfahrt) steht. Sicherlich ist es aber so, dass man bei privater Nutzung und vergessenem Tanken eine Abmahnung garantiert ist. Anders sähe es bei Geschäftsfahrten aus, wenn beistpielsweise ein Folgebenutzer einen leeren Tank vorfindet. Etwas anderes wäre es auch, wenn dein Bruder den Firmenwagen wieder so abgibt, wie er ihn denn übernommen hat, dann ist es mit der Beweislast allerdings schwierig. Deshalb sollte man dies bei Firmenwagen mit Fahrtenbüchern vor Fahrbeginn auch vermerken, ob und wie man übernommen hat. Leider bieten deine Schilderungen aber viel Platz für Spekulationen. Nun wäre ein Gang zum Anwalt zwar empfehlenswert, dies würde aber letztlich den Arbeitgeber noch mehr reizen. Vielleicht sucht der Arbeitgeber aber auch Gründe, deinen Bruder loszuwerden. Und dies kann er bei nächster Abmahnung gut tun. Letztlich muss man nun genau abwägen, was da war und wie man weiter will... Der Betriebsrat ist zwar eine gute Idee, kann aber mit dem Unternehmer unter einer Decke stecken, auch hier muss man abwägen.

Gruss

Also mein Bruder hat eine Geschäftsfahrt damit gemacht, und hatte ein Zettel reingelegt mit "Bitte Tanken" da er noch einen wirklich wichtigen Termin hatte. Es ist jetzt wohl auch so das es die 2. Abmahnung ist.

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@RapMyHeart

Ups... schon bei der 2ten Abmahnung kann man fliegen.

Mir stellt sich die Frage, ob Dein Bruder in dem Unternehmen und mit der Arbeit eigentlich zufrieden ist. Oder ob er vielleicht nicht auch das Gefühl hat, heraus gemobbt zu werden.

Also eigentlich ist an einer Geschäftsfahrt und einem vergessenen Tanken nicht wirklich etwas zu bemängeln. Auch hat er schriftlich auf den leeren Tank aufmerksam gemacht. Noch besser wäre es, wenn der anschließende Termin auch ein Geschäftstermin wäre.

Also ich denke, Dein Bruder hat gute Karten. Zunächst sollte man das Gespräch mit dem Betriebsrat suchen. Wenn dass aus Kumpanei des Betriebsrats zum Unternehmer nicht geht, sollte man unbedingt einen Anwalt aufsuchen. Denn die Sache sollte man nicht auf sich sitzen lassen. Es kann ja sein, dass einem soetwas das ganze Leben nachhängt.

Allerdings sollte man auch bedenken.... wer zum Anwalt geht, selbst Recht erhält, steht beim Arbeitgeber auf der Abschussliste..

Letztlich fürchte ich, wenn Dein Bruder kein Durchsetzungsvermögen hat, wird er über kurz oder lang auf der Straße landen.

Mit freundlichem Gruss

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Ich halte so eine Abmahnung für überzogen - sie wäre (in meinen Augen) nur dann gerechtfertigt, wenn dadurch bspw ein Schaden entsteht in dem bspw ein anderer wegen dem leere Tank liegen bleibt und es nicht zur Tankstelle schafft, was Zeit und Bußgeld kostet.

Käme es später mal zu einem Kündigungsschutzverfahren und die Abmahnung findet auf wundersame Weid´se den Weg zum Richter, dann würde auch er das für überzogen halten. Ich gehe aber eher davon aus, dass dein Bruder als mal mehr nicht macht als nur zu tanken - das war wohl nur der (falsche) Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat

Also wenn er nicht bei der Feuerwehr ist, würde ich die Reaktion des Arbeitgebers für stark übertrieben halten (Ausnahme, er hat das schon öfter vergessen und der AG will es so). Wenn es zu seinen arbeitsvertraglichen Pflichten gehört, den Wagen vollgetankt abzustellen, hat der AG das Recht dazu. Aber wie schon erwähnt, nach dem ersten Verstoß wäre eine Abmahnung sehr übertrieben. Eine Beratung bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht ist hier in jedem Fall nötig, da ein weiterer Verstoß zum Verlust des Arbeitsplatzes führt.

Was willst du denn hier gleich mit nem Anwalt? Auch muss natuerlich nicht arbeitsvertraglich festgehalten sein, dass das Fahrzeug betankt zurueckzugeben ist. Eine deutliche Ansage im Sinne von: "Wenn ihr die Karre wieder auf den Hof stellt, hat sie vollgetankt zu sein" reicht voellig.

Hat er dann trotzdem nicht getankt, ist eine Abmahnung bereits beim ersten Verstoss gegen diese Anordnung voellig gerechtfertigt. Damit bringt der Arbeitgeber von Anfang an deutlich zum Ausdruck, wie ernst diese Anordnung zu nehmen ist und dass er deren Nichtbeachtung nicht hinnehmen wird. Genau dies ist Sinn einer Abmahnung.

Dein Bruder soll sich also zukuenftig daran halten und das Auto nicht mehr unbetankt zurueck geben. Dann ist alles gut und die Abmahnung wird sich nicht weiter auf das Arbeitsverhaeltnis auswirken. Konsequenzen kann diese Abmahnung nur haben, wenn er die Anordnung ignoriert und das Auto in der naechsten Zeit erneut unbetankt abgibt.

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@DerCAM

Was Du schreibst ist natürlich richtig, aber eine Abmahnung ist keine Kleinigkeit. Das ist sozusagen "die letzte Warnung" und die hat arbeitsrechtliches Gewicht. Die wird in der Personalakte vermerkt und beim nächsten Mal reicht die kleinste Kleinigkeit für eine Kündigung. Aus diesem Grund rate ich zum Besuch eiines Fachanwaltes, nicht um die Firma sofort zu verklegen, sondern um die Situation zu besprechen und eventuell über arbeitsrechtliche Schritte zu sprechen.

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Mal ne andere Frage, hat die Fa, bei der dein Bruder arbeitet einen Betriebsrat? Wenn ja und der wurde nicht beteiligt, stillhalten, kommt es zur Kündigung kann man immernoch gegen die Abmahnung vorgehen und die wird als nichtig erkannt. Damit dürfte auch eine Kündigung hinfällig werden.

Trugschluss.

Ein Betriebsrat muss bei einer Abmahnung nicht beteiligt werden. Du gibst da einen gefährlich falschen Tipp.

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@PeterSchu

Ein Mitbestimmungs- oder Anhörungsrecht besteht nicht, wohl aber ein Informationsrecht § 80 Abs. 2 BetrVG. Nur wenn der Betriebsrat weiß, was vor sich geht kann er seine Aufgaben (u.a. § 80 Abs. 1 Punkt 8) wahrnehmen. Zudem ist eine Abmahnung für den Betriebsrat von Interesse, da es gelegentlich vorkommt, daß Abmahnungen instrumentalisiert werden, um bei Unwissenden ein Verhalten, das über dessen Verpflichtung heraus geht zu erzwingen oder eine Kündigung vorzubereiten. Dies ist nicht nur für den Betroffenen individuell von Bedeutung, es betrifft auch die kollektive Interessenvertretung, da es jeden treffen kann. Zudem gibt es eine Mindermeinung, die den § 102 BetrVG auf eine Abmahnung ausgeweitet sehen. Das ist zwar für die Rechtsprechung noch ohne Bedeutung, zeigt aber, wohin es gehen kann und nach meiner Meinung bei logischer Auslegung gehen muß.

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WAS hat er mit dem Wagen gemacht ? War er dienstlich unterwegs, oder privat ? Hat er schon einmal eine schriftliche oder mündliche Einweisung bekommen, WIE der PKW wieder zurückgestellt werden muß ? Ist die Regelung - nach einer Fahrt volltanken - in der Firma allgemein bekannt ?

Wenn sich Dein Bruder derartige Fragen stellt, wird er bald merken, daß die Abmahnung wohl rechtens war.

Ein späterer Fahrer muß schnell eine Fahrt unternehmen, fährt eilig los und bleibt vielleicht unterwegs stehen, weil er sich darauf verlassen hat, das Auto ist vollgetankt.

Ärgerlich !

Und unnötig !

Hallo, das dürfte dann wohl des Öfteren passiert sein oder es war sogar noch mehr....denn allein wegen Tanken kriegt man sicherlich keine Abmahnung....da stimmt was nicht! MfG

wenn das zu seinen pflichten zählt, ja

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