Firmen trauen Zeugnissen nicht mehr. Lieber Hauptschüler als Abiturienten nehmen?

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16 Antworten

Das sind die tollen Verallgemeinerungen, ein Grund warum auch viele gar nicht erst eingeladen werden.

Die Unternehmen machen es doch nicht besser. Ein paar Macken im Lebenslauf (egal ob selbst verschuldet oder nicht) und man kann noch so viel wollen, das interessiert niemanden. Da nimmt man lieber den  16 Jährigen der dann sagt: "Ich wusst nicht was ich machen will, also habe ich mich da mal beworben, als den Ü20er wenigstens mal anzuhören, der alles dafür geben würde usw.

Verallgemeinerungen bringen niemanden etwas. Es gibt Abiturienten die wirklich schlau sind , es gibt solche die einfach für Kunst und Literatur usw. der Vergangenheit kein Interesse haben, für das was sie lernen sollen aber Feuer und Flamme sind oder eben auch solche die sich durchgemogelt haben.

Genau dasselbe findet man aber auch in anderen Schulformen. Allgemeinbildung hier auch in allen Ehren, aber wild rausgegriffene Fragen sagen wenig aus und sagen auch ebenso nichts über die berufliche Qualifikation. Wenn ich...was weiß ich, Dachdecker werden möchte, muss ich auf dem Dach nicht wissen ob Bach nun Musik machte, Bücher schrieb oder bei "Wer wird Millionär" Kandidat war. Darüber wird er vermutlich auch nie mit einem Kunden philosophieren müssen.

Aber das ist meine Meinung.

Am Ende sollte man aber nie vergessen, hinter fast jeder Bewerbung steckt ein junger Mensch mit Hoffnungen und auch die weniger hellen Kerzen am Bewertesthimmel können gute, loyale Mitarbeiter sein.

Mir ist leider schon zu oft die Art begegnet, wie Chefs mit Leuten umgehen. Vom Vorstellungsgespräch mit einem Abiturienten dem man dann empfohlen hat es doch als Kassierer bei Aldi zu versuchen, Chefs die nicht klar absagen sondern sich verleugnen lassen, Mappen die in einem erbarmungswürdigen Zustand zurück kommen mit Rissen und Fettflecken, viele Wochen bis Monate laufende Praktika um dann doch abzusagen statt dem Bewerber mal vorher zu signalisieren, dass das nichts wird damit er sich noch woanders umsehen kann, erst getätigte Zusagen um dann doch noch kurz vor Ausbildungsbeginn den Platz zu streichen usw.

Es ist völlig egal welche Daten man vor sich hat. So wie ein Abiturient nichts wissen kann, kann ein geschätztes Unternehmen mit Bewerbern wie Dreck umgehen und umgekehrt kann ein Hauptschüler ebenso toll sein, wie ein kleines 3 Mann Unternehmen irgendwo im dreckigsten Gewerbegebiet einen "Schatz" an Chef haben kann.

Wer nach Vorurteilen aussiebt, der wirft Menschen mit Potential weg.

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Kommentar von Wilkinson
25.07.2016, 13:02

@ Kuro 48:

Ein erstklassiger Kommentar!! Ein erstklassiger Kommentar!! Einer der besten, die ich jemals gelesen habe, seit ich mich auf dieser Seite angemeldet habe!! Erstklassig!!!!!!!

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Der Trend geht nicht in Richtung entweder oder, sondern dahin, Zeugnissen - und damit den Schulabschlüssen - immer weniger Bedeutung beizumessen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter seinen Mitgliedern hervor

http://www.huffingtonpost.de/2014/08/21/schule-zeugnis-arbeitsmarkt\_n\_5696903.html

Man setzt auf Gespräche und Einstellungstests. Wenn man diese allerdings mit den oben genannten Fragen füllt, muss man sich nicht über die Antworten wundern.

Die Leute, egal ob Abiturienten oder Hauptschüler haben ein Jahrzehnt der Indoktrination hinter sich. Ihn wurde gesagt, was sie zu tun und zu unterlassen haben. Sie mussten sogar fragen, ob sie auf die Toilette gehen oder etwas trinken dürfen. Sie konnten nicht den eigenen Interessen nachgehen oder sich Fragen stellen und nach Antworten suchen, die sie zum Nachdenken angeregt haben. Stattdessen hatten sie die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen. In den Schulen glaubt man immer noch, dass "die Wirtschaft" genau das von ihnen verlangt.

Von selbstständigem Denken und Handeln ist in den Schulen nichts zu sehen. Auch einen großen Teil der Freizeit haben Kinder und Jugendlichen der Schule gewidmet (Hausaufgaben, für Kontrollarbeiten "lernen" usw.).

Letztendlich verhält sich Dein Onkel wie die Lehrer in der Schule. Jeder muss alles wissen. Dann muss er sich nicht wundern, wenn die Ergebnisse die gleichen sind. Ich weiß nicht, was Dein Onkel für ein Unternehmen hat und ob es für die Arbeit der Mitarbeiter wichtig ist, zu wissen wer Theodor Heuss, Jean Paul oder Max Ernst war.

Jemand, der sich für Politik bzw. Kunst (und die klassischen Literatur bzw. die Malerei im Besonderen) interessiert, kann mit diesen Namen etwas anfangen. Jemand, der es nicht weiß, aber ein Interesse an diesen Persönlichkeiten hat, schlägt bei Bedarf im Internet nach. Dein Onkel muss über die Fragen des Eingangstestes nachdenken.

Wenn man Menschen in Belehrungs- und Erziehungsanstalten einsperrt, muss man sich nicht über das Ergebnis wundern. Es nutzt auch nichts, wenn man diese Anstalten vernebelnd Bildungseinrichtung nennt.

Gruß Matti

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Man kann nicht alles pauschalisieren.

Sicherlich gibt es Gymnasiasten mit einer solchen Allgemeinbildung und es gibt auch Hauptschüler mit einer herausragenden Allgemeinbildung. Jedoch trifft dies sicherlich nicht aufjeden zu.


Der Vorjahresabiturient wurde aufgrund des Ergebnisses des
Eingangstestes (41 Schreibfehler auf einer Diktatseite, acht von zehn
Rechenaufgaben ungelöst, bzw. falsch, mangelhafte Allgemeinbildung wie
viele vor ihm abgelehnt. Beispiele: Theodor Heuss war für ihn Architekt,
Jean Paul war für ihn Belmondo, Max Ernst hielt er für einen Musiker.
Israel machte er zu einem Mitglied der NATO. Unter horizontaler
Gewaltenteilung verstand er eine Stilart des Ringkampfes.


Ich habe bisher nahezu alle Schulformen durchlebt. Ich war 4 Jahre auf
einer Förderschule, dann habe ich auf einer Hauptschule meinen
Realschulabschluss gemacht und nun mein Fachabitur mit 1,5
abgeschlossen. Jetzt fange ich an zu studieren.

Ich würde mal behaupten, dass einige (nicht alle) aus meinem ehemalligen Hauptschuljahrgang diese Aufgabe auch nicht wirklich besser gelöst hätten. In meiner Abiklasse würde ich die Allgemeinbildung höher einschätzen.

Man sollte immer auf die Person gucken. Wenn jemand einen guten Hauptschulabschluss hat und auch schon praktische Erfahrungen in dem Bereich gesammelt hat würde ich diesen womöglich auch lieber nehmen, als einen Gymnasiasten der sich nur mit "ach und krach" durch Abi geduselt hat und sich noch nie in dem Bereich engagiert hat.

Der Abschluss und die Noten hätten für mich zwar eine Relevanz, aber ich würde nicht auschließlich darauf schauen. Wichtiger ist für mich  dass derjenige Interesse und Motivation an dem Beruf hat sowie dass ich mich darauf verlassen kann dass derjenige es wirklich durchzieht.


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Wieso überhaupt dies oder das?

Einer der Abi gemacht hat und sich durchmogelte ist nicht besser als einer, der die Hauptschule besuchte und sich den A*** aufgerissen hat!

Auch solche Tests sind für mich blöd.. ich habe ein gutes Fachabi, dann das richtige Abi nachgeholt, studiert (1,0) und aus Spaß auch mal so einen Onlinetest gemacht... ich bin auch nicht allwissend und sicher auch kein RTL2 Zombie... dennoch...

Wenn man in den Beruf einsteigt, bekommt man alles was man dafür braucht beigebracht.. und in einem gehobenerem Alter eignen man sich eben auch mehr Allgemeinwissen an.

Wichtig ist doch, dass der Charakter zum Unternehmen passt und die persönlichen Eigenschaften...

Fleiß, Ehrgeiz und Wille... und eine gesunde Arbeitseinstellung inkl. Püntklichkeit, Teamfähigkeit und und und...

Bei dem ganzen Käse wie man was schreibt... das hat sich öfters mal geändert... Dinge die ich anders gelernt hab, schreibt man auch nicht mehr so...

Ich schreibe naja zusammen... obwohl es na ja geschrieben wird... manchmal weiss man Dinge, aber es ist persönlicher Ausdruck...

Also... Mensch anschauen. Punkt.

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Hallo Chilida13,

das lässt sich nicht verallgemeinern. Es kommt auf den Beruf an, der gewünscht wird.

Was sehr wichtig ist: sog. Basisqualifikationen: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Lernbereitschaft .....

Zur Überlegung einige Beispiele:

Personalleitung vom Kaufhof hat zwei Hauptschülerinnen/ Italienerinnen eingestellt: "Uns ist egal, was im Zeugnis steht. Hauptsache, die wollen. Was die können müssen, bringen wir ihnen schon bei."

Handwerksmeister: "Ich nehme lieber Hauptschüler mit gutem Zeugnis. Bei Realschülern oder Abiturienten investiere ich eine Menge Geld in die Ausbildung, und dann sind sie weg und wollen was höheres. Die Hauptschüler bleiben."

KFZ-Meister: "Ich stelle gerne ausländische Hauptschüler mit sehr gutem Zeugnis ein. Das läuft meist glatt, weil bei denen die ganze Familie dahinter steht."

Lebensmittelfiliale in Köln: "Wer zu uns kommt, muss schnell zeigen, dass er arbeiten will. Wir stellen die Leute nicht ein, damit sie hier gutes Geld verdienen, sondern damit sie uns durch ihrer Arbeit Geld einbringen." Auf die Frage "Was hießt hier schnell?" -Antwort: "Zwei, drei Tage!"

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Im großen und ganzen kann man sagen, dass Abiturienten meistens mehr Motivation mitbringen, als Hauptschüler.

Rechtschreibung und diverse Matheaufgaben sollten die Personen natürlich beherrschen. Dass man die Lebensläufe und Funktionen von allen möglichen Personen kennt, finde ich für nen Job aber nicht wirklich wichtig.

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das kommt auf das Niveau der Ausbildung an. Bei einem Ausbildungsberuf in dem sehr viel mit Mathematik gearbeitet wird (logischem Verständnis) und Kundenverkehr und Umgangsformen, dann muss man genau auf diese Dinge achten und vorher prüfen.

Bei praktischen Ausbildungsberufen (Koch, Bäcker, Mechatroniker, Zahntechniker......) braucht man keine Abiturienten sondern Leute die Spaß am kochen, backen, Malen, modellieren..... haben.

Schulzeugnisse sind auch für uns unwichtig, denn die meisten Fächer benötigt man bei uns nicht. Die Fehlzeiten sind wichtig, denn wir benötigen zuverlässige junge Menschen.

Arbeitszeugnisse später sind noch unwichtiger. Die werden nur von den Arbeitnehmern wichtig genommen. Wir AG schauen die meistens nicht mal mehr an, denn es darf ja eh nichts schlechtes drin stehen.

Wir rufen - bei Interesse - die letzen beiden Arbeitgeber an und fragen nach, wie der Bewerber war. DAS bringt uns mehr Informationen als ein verlogenes Zeugnis

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Na,

da wird aber ziemlich pauschalisiert.

Zum einen kommt es auf die Motivation des Bewerbers an und zum anderen auf dessen Stärken.

Ich würde auf die für mich relevanten Noten schauen und darauf, ob das Anschreiben und der Lebenslauf in Ordnung sind.

Ich würde keinen einstellen wollen, der sich nicht die Mühe macht ein ordentliches Anschreiben zu schreiben - denn da würde ich mich immer fragen, ob derjenige einen ordentlichen Geschwäftsbrief hinbekommt oder nicht.

Relevante Noten wären bei mir z.B. Englisch aber nicht Französisch. Und das würde ich durch ein kurzes Telefonat oder im Bewerbungsgespräch klären. Sprachen sind leider etwas, was man im Betrieb nur schwer einem Mitarbeiter beibringen kann.

Und im Bewerbungsgespräch kommt es dann darauf an, welchen Eindruck derjenige macht. Derjenige kann ein guter Abiturent sein oder eben ein guter Hauptschüler. Wichtig wäre mir im Bewerbungsgespräch ob derjenige eine realistische Vorstellung des Berufsalltags hat.

October

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Am besten nimmt man den, der dafür am ehesten geeignet ist. Und wenn derjenige nen haupschulabschluss hat und abitur für den beruf nicht erforderlich ist, nimmt man halt den hauptschulabsolventen. Irgendwie müssen die ja auch an arbeit kommen. Manchmal ist es eben die bessere wahl, nicht immer nur auf den bildungsgrad zu gucken, sondern auch auf die persönlichkeit. Manche menschen passen einfach besser in die firma als andere.

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Das ist doch sehr unrealistisch, das ein Abiturient in einem Einstellungstest so abschneidet. Ich habe selber ausgebildet, zuerst angestellt und später als selbsständiger und habe solche Erfahrungen in 25 Jahren nicht gemacht. Aber: Die meisten Hauptschüler sind in handwerklichen Berufen einfach besser, wenn sie denn die Motivation mitbringen.

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Ich würde sagen: zumindest großzügiger sein, wen man zum Eignungstest einlädt.

Welcher junge Mensch, der grad sein Abitur gemacht hat kennt denn Jean Paul Belmondo?

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Das würde ich so nicht unterschreiben.
Es kommt auf die Branche an.

Außerdem hat es schon einen Grund, weshalb die Leute auf der Hauptschule oder einem Gymnasium waren.
Was jedoch nicht heißt, dass Hauptschüler nichts drauf haben.
Im Gegenteil

Aber wie schon gesagt, es kommt auf die Branche an

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Weiss ich nicht genau ob unbedingt nun der HS dem Abiturienten vor zu ziehen ist aber ich hätte schon in der Vergangenheit nicht nur Abiturienten eingeladen.

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Welche Zeitung hältst du für renommiert?

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Ein dummer Abiturient  bedingt nicht automatisch, dass alle Hauptschulabgänger intelligent sind. 


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Kommentar von Wilkinson
25.07.2016, 13:18

@ Camel Wolf: Umgekehrt aber auch. Man muss hier, wie bei allen Betrachtungen, den "goldenen Mittelweg" finden...

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In Zeiten des Populismus muss man zumindest sagen, dass man Hauptschüler bevorzugt. Gebildete Menschen sind im Moment verpönt.

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