Firma gründen um Webseiten zu gestalten. Alter: 16 Jahre?

2 Antworten

Bitte nicht! Du bist 16 Jahre alt! Ohne die Volljährigkeit kannst du kein Gewerbe anmelden. Damit würdest du dich als völlig Unwissender zum selbstständigen Unternehmer machen. Deshalb ist das Warten bis zur Volljährigkeit wenigstens ein geringer ein Schutz!

Ich weiß, warum es in Deutschland so viele junge Menschen gibt, die glauben, sie könnten das so einfach schon als Schüler oder beginnende Studenten. Müssen denn weiterhin tausende Jugendliche auf die Schnauze fallen, damit sie kapieren, dass man sie nur finanziell ausnehmen will!?

Besuche zumindest ein Existenzgründungsseminar, z. B. bei deiner regionalen IHK!

Mein Tipp: Suche dir ein kleines Marketingunternehmen und biete dort deine Mitarbeit nur mit bzw. nur für deine/n Aufträge/n an. Man kann dich als Minijobber anstellen - zu einem höheren Stundenlohn als gewohnt, z. B. als Projekt-Prämie mit Vorschuss und Restgeld bei Abschluss des Projektes. Hoffentlich findest intelligente und freundschaftliche Unternehmer, die dich nicht nur über den Tisch ziehen wollen.

Viel Glück und Erfolg!

Gäbe es noch andere Möglichkeiten für meine Arbeit Lohn zu bekommen?

Und ist es Möglich das mein Vater das ganze Gründet und ich dann dort praktisch "Mitarbeiter" bin und das Geld bekomme? Muss er dann was extra zahlen / beachten etc.?

Danke schonmal für deine gute Antwort!

:)

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@speedwanted55

Ja, aber warum sollte er das für dein HOBBY tun? Er müsste dann so tun, als ob deine Arbeit mache, oder dich als Minijobber anstellen. Er macht sich damit eben zum selbstständigen Unternehmer mit allen Rechten, aber auch Pflichten: Einnahme-Überschuss-Rechnung, Steuerberater - wenn nebenbei Angestellter ist, unbedingt usw. usw.. Das grundsätzliche Problem ist, dass jedes Unternehmen auf Wachstum ausgerichtet sein muss, damit es die Betriebsprüfung nach ca. 3-4 Jahren überlebt. Ca. 90 % der Startups in Deutschland überleben es nicht, das sagt aber niemand laut, weil es ja peinlich ist: In D gibt es ja nur junge, dynamische, erfolgreiche Gewinner! Du müsstest also immer mehr arbeiten - ohne eine seriöse Ausbildung dafür: Selbstständig heißt selbst und ständig arbeiten müssen.

Deine lieben Auftraggeber wollen dich nur ausnutzen! Eine Homepageerstellung kostet, weil das viel Zeit und Kreativität - auch mit eigenen Fotos und Videos - in Anspruch nimmt, zwischen 500 und 1´000 €. Darüber hinaus muss sie mindestens wöchentlich vom Inhaber oder dem Ersteller mit neuen Daten (Ergänzungen, Veränderungen) gepflegt werden, sie kostet ja dem Inhaber als solche bereits mindestens 100 € im Geschäftsjahr, sonst sollte man lieber Flyer mit allen wichtigen Daten verteilen. Natürlich kann der Inhaber das alles von seiner Steuer absetzen, aber dafür muss man erstmal Geld verdienen.

ALSO zum Beispiel in Bautzen habe ich die Homepage der Hebamme Frau Susanne Noack gefunden: hebamme-susannenoack.de - (Ihre Homepage hat Herr Holger Weß erstellt: websolutions-wess.de)

Sie ist professionell mit allen Daten und Pflichtdaten gestaltet. Einziger Punkt: Das erste Bild unter Home MUSS längst eine Diashow oder ein Video sein. die Zielgruppe des Unternehmens der typischen Schwangeren ist unter 25 Jahre jung, stehende Bilder locken diese Gruppe nicht mehr an...

An deiner Stelle würde ich deshalb Herrn Weß kontaktieren, um bei ihm ein Praktikum zu machen. Erzähle vorerst nichts von deinen Auftraggeberinnen! Warte ab! Erfahre, wie und was er arbeitet. Vielleicht stellt er dich als Minijobber für deine Aufträge an. Verkaufe deine Arbeit an deine Hebamme usw. nicht zu weit unter dem normalen Preis! Du schadest dir indirekt damit!! Vielleicht kannst du bei ihm nach (!!!) dem ABI eine Berufsausbildung machen, wenn ihr zusammenpasst und anschließend ein passendes Studium dazu. Dann hättest du nämlich als Student bereits einen bezahlten Teilzeitjob: Unter 20 Std pro Woche sind erlaubt, weil dann steuerfrei.

Ich hoffe, du verstehst langsam, wie man sich beruflich über Jahre hinweg sinnvoll aufbaut. Eben nicht, indem man billigst professionell arbeitet, während man noch kleiner, unerfahrener Schüler ist!!! Bitte nicht! Viel Einsicht und Erfolg!

Holger Weß

Äußere Lauenstraße 40

02625 Bautzen

info@websolutions-wess.de

Phone: +49 162 9722483

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@Skoph

Danke für deine ausführliche und komplexe Antwort!

Da die Hebamme für die ich eine Webseite erstellen soll mit Frau Noak befreundet ist habe ich mir die Webseite da schonmal angeschaut. Auch die von dem Herr Weß.

Ich gehe jetzt in die 10. Klasse. Mein späteres Berufsziel ist eigentlich Linux-Server-Administration o.ä.

Wäre ein Praktikum bei diesem Herrn jetzt angemessen und möglich? Sollte ich ihm dann einfach schreiben ob ich ein Praktikum bei ihm machen könnte?

Und wie kann ich dann über diese Praktikumsstelle meine Aufträge verkaufen. Müsste er das dann nicht machen?

Entschuldige bitte meine vielen Fragen, ich bin nur sehr wissbegierig Rund um das Thema, weil es mich ja auch betrifft...

Wie gesagt vielen Dank für deine Antwort! Ich verstehe jetzt natürlich was du meinst^^

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@speedwanted55

Gut so, je mehr du fragst, desto eher erkennst du, wie schwierig das Berufs-Geschäftsleben ist.

  1. Du bist jetzt in der 10. Klasse. Es gibt bereits hunderte Studiengänge mit wachsender Tendenz, also, was du nach dem ABI tatsächlich (!!) machen bzw. studieren wirst, ist noch gar nicht entschieden: Die Welt ist riesig geworden auch bei Corona! Homeoffice hilft überall...
  2. Mein Ziel als bayer. Oberstufengymnasiast zum Vergleich war erstens, so weit wie möglich nicht von dämlichen Chefs geistig, arbeitstechnisch und finanziell abhängig zu sein, fast egal in welchem Beruf - und zweitens ab dem 50. Lebensjahr nicht mehr wegen Geld arbeiten zu müssen. Mit 53 habe ich es bereits erreicht, nun bin ich 60 und Privatier. D.h. ich zahle aus meinem Vermögen weiterhin Rente und andere Geldanlagen ein - und arbeite nur noch, was ich will, z. B. Gründungsberatungen wie eventuell ´mal für dich, hihihi...
  3. Und unser Sohn ist gerade in der Hälfte der Masterarbeit in London fertig. Hat sich erst jetzt nach dem Bachelorabschluss nach einem Jahrespraktikum bei einer Bank in Hongkong und einer halbjährlichen betriebswirtschaftlichen Studentenarbeit bei Infineon und einer studentischen Mitarbeit bei einem chinesisch-deutschen Startup in der medizintechnischen Branche wegen der besseren Abrechnung als selbstständiger Unternehmensberater freiberuflich angemeldet, dadurch ist er gewerbesteuerbefreit wie ein Anwalt oder Arzt. Ab Oktober lebt er in Talinn, Estland, um neben dem Masterarbeit-Schreiben im Vorstand eines Startups im Handel zu arbeiten. DAS meine ich mit langfristigem Aufbau eines beruflich sinnvollen Weges.
  4. Es ist also egal, ob du selbst für deine Website-Erstellung jetzt schon ein paar Euros mehr oder weniger bekommst. Wichtig ist daran nur, das du diese Branche nicht mit Schwarzarbeit und Preisdumping zerstörst. Deshalb werden viele Schwarzarbeiter von den Profis derselben Branche schnellstens angezeigt!
  5. ALSO zu dir: Leider kenne ich Herrn Weß nicht persönlich - lebe im tiefsten Bayern. Aber ich denke eben etwas anders als du, bin ja Unternehmer und Arbeitgeber:

Mit 16 darfst du ein bezahltes Praktikum machen, solange du willst bzw. man es dir anbietet. Das Geld als dann Pseudoangestellter wird zur Einkommensteuererklärung deiner Eltern dazugerechnet. Du könntest also in den Schulferien oder in Verbindung mit dem Schulpraktikum als Start bei ihm arbeiten. Wenn ihr persönlich zusammenpasst, lieferst du ihm deine Auftraggeber, dafür kann er dir ein Prämienpauschale zusätzlich bezahlen. Für die Auftraggeberin sollte er es etwas billiger machen, weil du als Nichtprofi auf ihren Wunsch die Homepage mit ihr erstellst. Er kontrolliert dann nur den Inhalt wegen der gesetzlichen Bestimmungen für eine Berufshomepage. Das alles sollte im Auftragsvertrag für die Kundin geschrieben stehen. Wenn er klug ist, macht er das mit dir, denn alle zufriedenen Kunden empfehlen mündlich gratis für ihn weiter! Auch du selbst dann!

Wenn er blöd ist, macht er gar nichts mit dir, dann suche jemanden anderen!

Die unprofessionelle, sinnlose Variante ist, dass du einfach diese Homepage erstellst, quasi als Nachbarschaftshilfe, und die Auftraggeberin schenkt dir dafür ein typisches Trinkgeld, z. B. pro Stunde 2 €. Dann hat auch niemand etwas dagegen. Das kann sie dann leider weder von ihrer Steuer absetzen noch sich auf dich berufen, wenn sie wegen falschen oder fehlenden Inhalten, z. B. Verstöße gegen das Werbeverbot bei Hebammen, das ist ja ein gesetzlich geregelter Beruf im Gesundheitswesen und kein Schuhverkauf, eine saftige Strafe bezahlen muss. Das wäre dann eben für sie sehr "dumm gelaufen"!

Wenn´s nicht reichen sollte, frage ruhig weiter! Grüße!

Meine Homepage > Ich brauche sie nur zur Ergänzung, nicht für die Kundenakquise, weil wir meine/unsere Kunden nur über Mundpropaganda bzw. vorigem persönlichen, oft zufälligen (siehe dort: Projekte) Kontakt auswählen.

> www.mpm-lehrinstitut-tegernsee.de

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Die genaue rechtliche Lage kann ich dir nicht sagen, kann dir nur sagen wie das bei mir abläuft (ebenfalls minderjährig, hobbymäßig Web- und Grafikdesign).

Sofern du darauf abzielst, durch solche regelmäßigen Aufträge Gewinn zu machen, muss sowas angemeldet werden, ansonsten läuft das Ganze schwarz und mir wurde schnell der Hinweis gegeben, das insbesondere andere Selbstständige / Firmen in diesem Bereich das nicht gerne sehen und schnell an die Behörden weitergeben.

Prinzipiell gibts einen Unterschied zw. Freiberufler / Gewerbe - mir wurde damals beim Finanzamt gesagt, dass man "erst Freiberufler werden kann, wenn man mehrjährig Erfahrung in diesem Bereich hat" - also bspw. eine Ausbildung als Grafikdesigner. Somit bleibt nur die Anmeldung eines Gewerbes.

Wie du ein Gewerbe anmeldest, kannst du auf Google nachlesen. Allerdings wird dafür als Minderjähriger die Genehmigung eines Familiengerichtes vorausgesetzt. Grundsätzlich ist das von dir ein formloses Anschreiben wo drin steht, dass du das gerne machen würdest. Hab mich damals bei der für mich zuständigen Abteilung erkundigt, gefordert wurde ein detaillierter Plan der darüber informiert, was genau ich vorhabe, wie viel ich vermutlich einnehme und wie hoch meine Ausgaben werden. Dazu die Unterschrift der Erziehungsberechtigten. Anschließend findet eine Anhörung statt, wo dann darüber entschieden wird, ob du als Minderjähriger bereits (geistig) dazu bereit bist.

Aufgrund der Tatsache das ich in einigen Monaten sowieso 18 werde und mir diesen umständlichen Weg dann spare, habe ich das bisher nicht gemacht.

So wurde mir es zumindest vor einiger Zeit vom Finanzamt erklärt.

Woher ich das weiß:Hobby

Ich habe ehrlich gesagt nicht vor das als meinen hauptberuflichen Job zu machen. Ich mache das gern ab und zu. Also halt wenn es Aufträge gibt. Aber es ist jetzt nicht meine Vorstellung für Später.

Wenn Kunden eine Webseite brauchen, erstelle ich aber gern eine für sie. Ob das dann nun regelmäßig ist, denke ich allerdings nicht...

Eben weil ich es ungern schwarz machen würde, wäre es doch eigentlich nötig ein gewerbe anzumelden. Bis ich 18 bin, dauert es noch 22 Monate.....

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@speedwanted55
Ich habe ehrlich gesagt nicht vor das als meinen hauptberuflichen Job zu machen.

Wüsste auch nicht, was dagegen spricht, das Ganze nur nebenberuflich bzw. evtl. nur auf einem bestimmten Zeitraum zu machen.

Im Prinzip verdienst du allerdings trotzdem Geld mit einer bestimmten Tätigkeit, welche du für Kunden ausführst. Damit wirds wohl gewerbepflichtig.

Zur genauen rechtlichen Lage kann ich dir aber wie gesagt nicht viel sagen - eventuell würds schon ausreichen, wenn du dich einfach mal bei deinem zuständigen Finanzamt erkundigst. Kurz deine Situation schildern, dann wird man dir dort denke ich sagen, was gefordert wird.

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