Fingerabdrücke am Tatort

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3 Antworten

Hallo:

Aufwand: Die Schutzpolizei, aber auch die Kriminalpolizei weiss aus Erfahrung je nach welchem Tatort, bzw. Delikt der, oder die Täter Spuren wo hinterlassen haben könnten. Dort suchen sie besonders sorgfältig. Die Fingerabdrücke können auf verschiedene Arten gesichert werden. Hier wird es gut beschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Methoden_zur_Sicherung_von_daktyloskopischen_Spuren

Wenn der Fingerabdruck gesichert wurde, macht es Sinn ggf. diesen Abdruck mit denen der berechtigten Personen zu vergleichen (Einbruch in ein Wohnhaus) Sollte der verdächtige Abdruck dann identisch sein, könnte er ggf. als Täterspur ausgeschlossen werden.

Der Abdruck wird zum BKA nach Wiesbaden per elektronischem Versand (Telebild) geschickt, dort in der Regel maschinell und EDV mäßig bearbeitet und sollte er AVIS tauglich sein (AVIS: Automatisierte Fingerabdruckidentifizierungssystem), dann speichert man ihn in einer Datei mit Fingerspuren von unbekannten Tätern. Das System arbeitet in der Regel vollautomatisch. Erst wenn Abdrücke vom System nicht erkannt und bearbeitet werden können, schreitet ein Mitarbeiter ein und bearbeitet den Datensatz manuell.

Andererseits sind aber auch etliche Datensätze von bereits bekannten Tätern gespeichert. Sollte nun ein unbekannter Abdruck einer Person zugeordnet werden können, dann hätte man einen Tatverdächtigen und einen Bezug zum Tatort.

Bei kleineren Tatorten bishin zur mittleren Kriminalität kann die Schutzpolizei auch Spuren sichern. Bei komplexen Tatorten oder schwereren Delikten nimmt der Erkennungsdienst der Kriminalpolizei den Tatort Spurenbezogen (Kriminaltechnisch) auf. Diese Beamte sind auch mit den notwendigen Ausrüstungegegenständen ausgerüstet und im Umgang damit geschult.

Der Erkennungsdienst nimmt aber auch bei bekannten Tatverdächtigen, oder Beschuldigten Fingerabdrücke ab. Das ist der Erkennungsdienst nach § 81b StPO. In der dortigen Rechtsgrundlage für die Polizei können Fingerabdrücke von Personen genommen werden um eine Tat/Täterschaft nachzuweisen (1 Alternative), oder von Personen weil davon auszugehen ist, dass diese Personen zukünftig erneut Strafaten begehen werden (präventiv, 2 Alternative)

Bei der ersten Alternative müssen die Abdrücke nach Beendigung des Verfahrens vernichtet werden, weil sie nur hierfür aufgenommen wurden. Bei der zweiten Alternative bleiben sie in der Regel bis zu 10 Jahren gespeichert.

Eine Erkennungsdienstliche Behandlung umfasst zusätzlich die Anfertigung von Lichtbildern und Messungen am Körper. Auch Tätowierungen oder Narben werden fotografiert. Dieser zu einer Person gehörende ED Datensatz wird im INPOL Verbundsystem als E Gruppe gespeichert und kann von jedem Polizisten in Deutschland abgerufen werden.

Bei welchen Delikten lohnt sich der Aufwand?

Es kommt dabei wohl weniger auf das Delikt an. Sondern mehr darauf, ob Spuren festgestellt und gesichert werden können. Wenn bei einem "Einbruch" in einen Pkw Blutspritzer an der Tür mit der eingeschlagenen Fensterscheibe gesehen werden, werden diese ohne großen Aufwand gesichert. Natürlich wird grundsätzlich schon geprüft, ob sich eine Analyse der Spuren lohnt. Der Aufwand kostet schließlich Geld und muss unterm Strich betrachtet auch zur Aufklärung des Deliktes führen können. Sicherlich nicht bei jedem Kleinkram.

Die Aufklärung von teilweise auch sehr lange zurückliegenden Straftaten ist dank der modernen Kriminaltechnik enorm. Der kleine Streifenbeamte, der an einem Tatort 1975 einen Zigarettenstummel asserviert hatte, könnte damals unbewußt eine Täter DNA Spur gesichert haben. Immer wieder wird in den Medien berichtet, dass Menschen aufgrund von neuen Methoden als Täter überführt und rechtskräftig verurteilt werden.

Die moderne Kriminaltechnik bietet mittlerweile eine Vielfalt von Möglichkeiten Fingerspuren von den unterschiedlichsten Materialien als Träger zu sichern. Selbst durch getragene Latexhandschuhe hindurch können unter Umständen Fingerspuren hinterlassen werden. Je nachdem auf welchem Untergrund sie man hinterläßt. Fingerabdrücke sind kriminalistisch sehr wertvolle Hilfsmittel als Sachbeweis zur Aufklärung von Straftaten. Diese zu sichern, sind von geringem Aufwand. Jeder Polizeibeamte in Deutschland hat bereits während der Ausbildung im Fach Kriminalistik Grundkenntnisse im Bezug auf kriminaltechnische Spurensicherung erworben.

Ich hoffe Dir geholfen zu haben.

In der Regel werden an jedem Tatort oder ab jedem Tatgegenstand Fingerabdrücke genommen. Dabei spielt in der Regel die Höhe der Deliktssumme keine grosse Rolle. Entscheidend ist die Aussicht auf Erfolg. Die Abdrücke werden anschliessend klassifiziert und in der Datenbank verglichen. Ist ein Täter bereits regestriert, kann ihm durch den Fingerabdruck die Anwesenheit am Tatort nachgewiesen werden.

Der aufwand an sich ist schonr echt groß .. eher die Fingerabdrücke festzustellen! der aufwand lohnt sich auch schon bei einem geknackten auto! Das machen auch normale Beamte ;)) sie erzielen sehr oft erfolge, glaubs mir :D

gruß Tobi

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