Findet sich aus islamischer Sichtweise kein Widerspruch im Qadar bzw. Theodizee?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Der Glaube an einen alles erschaffenden und kontrollierenden Gott, wie es der islamische Gott Allah nun einmal sein soll, ist natürlich für sich schon äußerst fragwürdig. Was Allah kann, könnte das Universum ohne Gott natürlich auch.

Ein Gott, der wie im Koran mehrfach betont, Menschen in die Irre gehen lassen will, der sie sogar bewusst irreleitet, der Satane auf sie herab sendet, der Hüllen auf ihre  Herzen legt, damit sie seine angeblichen Zeichen nicht erkennen  können, wäre natürlich ein Gott, bei dem man ein großes Problem hätte, dass er den Menschen einen freien Willen zugesteht.

Und ein solcher Gott, der für sich in  Anspruch nimmt, allmächtig und allwissend zu sein, käme auch (man  kann die Sache drehen und wenden wie man will) niemals an seiner  letztendlichen Verantwortung vorbei. 

Wenn ich sehe, was manche islamischen Seiten dazu sagen, wird da fast immer um das eigentliche Problem herum geschrieben. Selten findet man mal etwas handfestes, das man auch als "Ungläubiger" nachvollziehen kann.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sozialforscher
29.10.2016, 19:39

Wenn ich sehe, was manche islamischen Seiten dazu sagen, wird da fast immer um das eigentliche Problem herum geschrieben. Selten findet man mal etwas handfestes, das man auch als "Ungläubiger" nachvollziehen kann.

Ich habe schon viel Fachliteratur diesbezüglich aufgesucht. Interessanterweise finden sich nur kontrovers-theologische oder philosophische Schriften, die sich objektiv und wertfrei mit jener Thematik auseinandersetzen.

Meist sind es rationalistische Strömungen des Islam, wie die der pantheistischen Sufisten oder stark hellenistisch-geprägten Mutaziliten sowie Splittergruppen der Shiiten und Ahmediya.

Ich habe bisher nur wenige Bücher von klassischen Sunniten sowie Shiiten gefunden, in der wortwörtlich eine rationale Vorgehensweise bezüglich des Qadar-Problems für unislamisch erklärt worden ist. Dies fand ich überaus erstaunlich, da meiner Erfahrung nach Sunniten meist gar kein "rationales Problem" im Qadar erkennen. Bei den Autoren dieser Bücher handelt es sich jedoch natürlich um westlich-geprägte Islam-Theologen, jedoch konsequent sunnitisch-orthodox (manhaj salaf). 

1

Also als Fortsetzung unserer anderen Unterhaltung hier in den Kommentaren: Vorweg, viele Menschen versuchten wohl schon das Paradoxe zu lösen, wahrscheinlich ist wohl, dass wir auch dran scheitern :) aber Grips anstrengen macht ja Spaß und passiert sonst wohl zu selten. Also:

1. Gott erschafft uns mit (gemäß dem Islam) als Stadthalter für die Erde. Wir wurden mit allem benötigten Materiell (Rohstoffe, Nahrung usw) und Geistig (der eine Mehr, der andere Weniger, Aql) ausgestattet dafür.

2. Gott gibt uns die Basis um eigenständig Entscheidungen zu treffen, aber bestimmt uns gewisse dinge vor (die Basics nur, wie Geburt, Tod, Anzahl der Kinder etc)

3. Gott ist allwissend und allmächtig.

................................................

zu 1.: Wir sind durch den Gott gegebenen Verstand dazu in der Lage dinge zu entwickeln (wie bereits besprochen nicht erschaffen. Unterschied ist klar nun denke ich). Dazu gehören auch Entscheidungen. Dein "Einwand" bzw eher Frage: Wie kann den die Entscheidung von uns kommen, wenn er schon wusste, wie wir uns entscheiden und ist es unsere Entscheidung? 

Ja, denn wenn dem nicht so wäre, würde eine spätere Beurteilung keinen Sinn machen (himmel/Hölle). Also einen Schritt weiter gedacht: Er lässt uns die Wahl, auch wenn er weiß wie wir uns entscheiden. Dass ist auch willentlich so geschehen, denn willentlich heißt ja in voller Absicht (in Bezug auf die Kommentare zu willentlich). Gott greift also nicht in unsere Gedanken ein, es sei denn wir bitten Ihn darum oder er will uns rechtleiten - so weit mein Verständnis. Daher auch der Test  bzw müssen wir die richtigen Entscheidungen eigenständig treffen um ins Paradies zu kommen. Also nur weil Gott weiß, wie wir uns verhalten ( werden), lässt sich für mich nicht daraus schließen, er hat es für uns beschlossen. Des weiteren Denke ich auch nicht, dass es seinen Willen in Frage stellt. Beispiel zur Logik (Nicht die Personen mit Gott vergleichen!) Wäre es mit der Frau, die die Wahl zum abendessen mir überlässt. Natürlich müsste Sie (noch allwissend sein). Sie hat aber willentlich eine Pizza gemacht obwohl es meine Wahl war.

zu Punkt 2: Gott lässt uns die Wahl, dass bedeutet er hat uns die Möglichkeit durch Aql gegeben um Entscheidungen zu treffen. Er stellt uns aber immer die Wahlmöglichkeiten auch wenn er die Entscheidung kennt. Wenn wir beten und Bitten, kann er unsere Entscheidung beeinflussen, so dass wir das richtige (aus religiöser Sicht ) tun. 

zu Punkt 3: Wir menschen können gar nicht voll verstehen, wass mit der Allmacht und allwissenheit tatsächlich gemeint ist, da wir nur das irdische kennen. Solange wir nicht wissen was alles ist, werden wir es auch nicht begreifen können. wir sollten uns dazu zum beispiel fragen was ist das paradies, was ist die hölle, wie genau sieht sie aus usw. das sind dinge die wir nie beantworten können. da dies aber wesentliche bestandteile von allem sind (allem als bestandteil von allmacht und allwissenheit) können wir die beiden begriffe nie definieren...

Außerdem möchte ich dir sagen, dass bei einem anderen thread ich mal ein Paradoxon mit dem selbsttragenden stein zur allmacht diskutiert habe. nach langen hin und her kamen wir dazu, dass man eines nie vergessen darf. die logik hat gott uns durch aql gegeben. Allerdings heißt es nicht, dass wir ihn damit verstehen können. denn der mensch ist das maß aller dinge laut der philosophen, also können wir nicht "outside of the box" denken. Dass durch unsere Logik soetwas nicht erklärbar ist, wie war das huhn oder ei zuerst da oder was auch immer, heißt nicht dass es nicht möglich ist. man nehme mal die mathematik als vergleich. bevor man gewisse dinge nicht entwickelt hat, waren sie auch unvorstellbar - beispiel die eulische funktion, welche sich unendlich annähert , aber nie berührt.... usw.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Mutakallimun
10.12.2016, 23:19

Hi,

ich bin Sozialforscher.

zu 1.: Wir sind durch den Gott gegebenen Verstand dazu in der Lage dinge zu entwickeln (wie bereits besprochen nicht erschaffen. Unterschied ist klar nun denke ich). Dazu gehören auch Entscheidungen. Dein "Einwand" bzw eher Frage: Wie kann den die Entscheidung von uns kommen, wenn er schon wusste, wie wir uns entscheiden und ist es unsere Entscheidung? 

Ja, denn wenn dem nicht so wäre, würde eine spätere Beurteilung keinen Sinn machen (himmel/Hölle). Also einen Schritt weiter gedacht: Er lässt uns die Wahl, auch wenn er weiß wie wir uns entscheiden.  

Ich wiederhole es eigentlich immer wieder. Wenn Gott alles erschaffen hat und weiß, was er erschafft und wie es sich verhält und dazu willentlich erschafft, dann kann es m.E. gemäß der Logik keine "freie Wahl" geben - Zumal auch die Kraft zur "Wahl"  bzw. Entscheidung von Allah kommen müsste, wenn Allah der Ursprung aller Dinge ist.

Kann man sich da denn mal einig werden? M.E. wiederholen wir uns ständig.

Wäre es mit der Frau, die die Wahl zum abendessen mir überlässt. Natürlich müsste Sie (noch allwissend sein). Sie hat aber willentlich eine Pizza gemacht obwohl es meine Wahl war.

Das stellt aber heraus, dass die Existenz deines Willens vor der Existenz deiner selbst war. Oder anders gesagt - Deine Frau hat auf deinen Bewegungscharakter deines Willens keinen Einfluss, weil sie ihn nicht so gemacht hat, wie sie wollte. Scheinbar hat deine Entscheidung schon bereits existiert, bevor du selbst erschaffen worden bist, da Allah schon bevor du existiert hast, gewusst haben soll, wie du dich entscheiden wirst.  Jetzt stellen sich mir folgende Fragen?

Wenn Allah nicht die Entscheidungen erschaffen hat, aber bereits gewusst haben soll, wie die Entscheidungen getroffen und sich auswirken werden, bevor er dich erschaffen hat, existieren die Entscheidungen unabhängig von Allah und irgendwie auch dir selbst?

Erschafft der "Wille" die Kraft, um sich zu bewegen bzw. zu entscheiden aus sich selbst?

Meiner Meinung denkst du viel zu sehr "In the box", als wäre Allah ein Teil des Systems, aber nicht der Erschaffer aller Dinge, sondern nur ein Basisschöpfer, der eine Basis für den "freien Willen" erschaffen hat, dessen Entscheidungskraft, die neben Allah schon immer existiert haben soll, aber das System verwaltet und lenkt, womit Allah nicht der eigentliche Programmierer und Designer wäre.

zu Punkt 3: Wir menschen können gar nicht voll verstehen, wass mit der Allmacht und allwissenheit tatsächlich gemeint ist, da wir nur das irdische kennen. 

Außerdem möchte ich dir sagen, dass bei einem anderen thread ich mal ein Paradoxon mit dem selbsttragenden stein zur allmacht diskutiert habe. nach langen hin und her kamen wir dazu, dass man eines nie vergessen darf. die logik hat gott uns durch aql gegeben. 

Das ist ein Punkt, warum ich den sunnitischen Glauben sehr stark anzweifele. Jegliche Eigenschaften von Allah kann man gemäß jener islamischen Tradition nicht verstehen. Oder anders gesagt - man soll Allahs Wesen nicht begreifen und verstehen können, da sie nicht der Vorstellungskraft bzw. Logik des Menschen unterliegen soll.

So unterwirft man sich quasi etwas (Allah), bei dem man nicht verstehen kann, was es sein soll. 

Er soll dies und das sein, aber letztendlich doch nicht.

Siehe: 42,11

Allâh ähnelt nichts und niemandem.

Allerdings heißt es nicht, dass wir ihn damit verstehen können. denn der mensch ist das maß aller dinge laut der philosophen,

Nein, der Mensch ist laut der Philosophen nicht das Maß aller Dinge, zumindest nicht nach den populären Philosophen. Der Mensch sowie die Logik kann als Maß bzw. Methode angewendet werden, um dessen Umgebung bzw. Sichtweise zu beschreiben. So können bestimmte theoretische Sichtweisen konzipiert werden. Eine Grundannahme der klassischen Philosophen dürfte jedenfalls sein, dass es sich immer um eine Sichtweise bzw. Konstruktion des Menschen handelt und um keine Absolute.

Bei der sunnitischen Tradition scheinen die anthropologischen Fragen zumindest so aus zu fallen, dass "Allah" vor der Erkenntnis existiert, oder anders gesagt, dass Allah auch ohne Erkenntnis dessen existiert.

Beispiel: "Allah" existiert für alle Menschen, auch wenn die Menschen "Allah" NICHT erkennen.

Problem: "Allah" kann man weder verstehen noch begreifen, nur dessen Botschaften, die irdisch aber auch "göttlich" zu gleich sein sollen, auch wenn man "das Göttliche" bzw. "Allah"  nicht verstehen kann.

Lösung: Erkenntnis heißt hier also blindes Vertrauen für Etwas, das man nicht verstehen und begreifen kann.

Philosophen nehmen diesbezüglich meist eine einfache Position an, wenn es um Dinge geht, die außerhalb unserer Erkenntnisfähigkeit und Vorstellungskraft liegen.

"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Wittgenstein)

0

Zunächst mal ist in dem Universum, welches wir beobachten können, kein Determinismus feststellbar. Ein freie Neutron hat eine Halbwertzewit von ca. 10 Minuten, dennoch ist für uns nicht voraussagbar, WANN GENAU das Neutron zerfällt.

Gleiches gilt für die Elektrochemischen Prozesse in unserem Gehirn. Wann sich ein Elektron in unseren Neuronen auf ein niedrigeres Energieniveau begibt und Energie freisetzt (ob und wann ein Neuron feuert) ist ebensowenig vorhersagbar.

Dennoch kann ein nicht deterministisches Universum theoretisch Teil eines deterministischen Multiversums sein. Das Multiversum enthält dann die uns bekannte Raumzeit sowie die Gesamtzahl aller möglichen und für uns nicht-deterministisch zu ermittelnden Fortgänge.

Falls Dir Schrödingers Katze was sagt (sonst googeln): In einem solchen Multiversum sind beide Varianten der Katze (tot und lebendig) real.

Ein Wesen, welches die Gesamtheit eines Multiversums erfassen könnte, wäre allwissend, es würde jeden möglichen Fortgang der Raumzeit kennen, ohne daß die Raumzeit dadurch zwangsläufig deterministisch wäre.

Wie könnte nun ein freier Wille in einer solchen Konstellation aussehen, der weder deterministisch noch einfach dem Zufall unterworfen wäre?
Hierzu müsste der Beobachter durch seine Beobachtung nicht nur den Kollaps der (Wahrscheinlichkeits-)Wellfenfunktion hervorrufen, sondern auch eine gewisse Entscheidung über den Ausgang seiner Beobachtung haben.

Ob die Wirklichkeit nun so oder anders funktioniert ist reine Glaubens-Sache. Wer allerdings glaubt, daß sowohl Allwissenheit als auch Freier Wille existieren, kann zwar nichts davon wissenschaftlich nachweisen, jedoch das philosophische Paradoxon auflösen.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sozialforscher
29.10.2016, 23:00

Zunächst mal ist in dem Universum, welches wir beobachten können, kein Determinismus feststellbar. Ein freie Neutron hat eine Halbwertzewit von ca. 10 Minuten, dennoch ist für uns nicht voraussagbar, WANN GENAU das Neutron zerfällt.

Gleiches gilt für die Elektrochemischen Prozesse in unserem Gehirn. Wann sich ein Elektron in unseren Neuronen auf ein niedrigeres Energieniveau begibt und Energie freisetzt (ob und wann ein Neuron feuert) ist ebensowenig vorhersagbar.

Dennoch kann ein nicht deterministisches Universum theoretisch Teil eines deterministischen Multiversums sein. Das Multiversum enthält dann die uns bekannte Raumzeit sowie die Gesamtzahl aller möglichen und für uns nicht-deterministisch zu ermittelnden Fortgänge.

Falls Dir Schrödingers Katze was sagt (sonst googeln): In einem solchen Multiversum sind beide Varianten der Katze (tot und lebendig) real.

Kannst du eine Begriffsanalyse für "Multiversum" anstellen? 

Inwiefern kann Zufall Teil von Vorherbestimmung sein?

Anzumerken ist, dass wir ein metaphysisches Konstrukt untersuchen und sich empirische Wechselwirkungen und Mechanismen aus dem aktuellen Paradigma der Wissenschaftstheorie m.E. nur ambivalent auf die Perspektive und Eigenschaften eines "allmächtigen Schöpfers" übertragen können. 

Die Beobachtungen des Menschen werden im Kontext der theologischen Lehre nicht nur gegenüber der reinen Vernunft bzw. Verstand, der als Erkenntniswerkzeug der "absoluten Wahrheit" bestimmt wird und über die beobachtbaren physischen Konstruktionen hinausgehen (siehe Substanzdualismus: Materie und Geist), dem Bewegungscharakter eines "transzendenten allmächtigen Wesens" oder "Schöpfer aller Dinge, der über seinem Thron erhaben ist" also perspektivisch nicht gerecht, obgleich die Botschaft der absoluten Wahrheit die Sinneswahrnehmungskraft erfordert.

Daher sollten wir zunächst erst einmal klären, welche erkenntnistheoretischen Instrumente und Werkzeuge zuverlässlich sind, um die metaphysischen Konstrukte "Allah" und "Kreation" in deren Attribute und Bewegungscharaktere zu untersuchen und zu bestimmen.

Ein Wesen, welches die Gesamtheit eines Multiversums erfassen könnte, wäre allwissend, es würde jeden möglichen Fortgang der Raumzeit kennen, ohne daß die Raumzeit dadurch zwangsläufig deterministisch wäre.

Das Wesen, das wie im Sinne des Autors oder des Programmierers die Immanenz (Kreation) bzw. Universum / "Multiversum" willentlich erschaffen hat und darüber allwissend wäre, würde m.E. jegliche Prozesse determinieren. Die Überlegung, diesem Prinzip der Kausalität auszuweichen, würde zu erheblichen Erklärungsprobleme bei der Frage, warum die "Kreation" eine letzte Ursache bedingt, führen.

Wer allerdings glaubt, daß sowohl Allwissenheit als auch Freier Wille existieren, kann zwar nichts davon wissenschaftlich nachweisen, jedoch das philosophische Paradoxon auflösen.

Vielleicht kannst du die Auflösung des Paradoxons über die Fragestellungen nochmal erklären.



0

ich gebe dir mal mein verständniss wieder und dann hilfst du mir mal bitte das problem beim Verständniss zu verstehen. Das kapier ich nicht ganz :)

also gott weiß alles, wenn wir einen freien willen haben, wüsste er entweder, dass wir sündigen werden oder nicht sündigen. wenn wir aber selbst entscheiden können, weiß allah (starfirulah) aber nicht was wir entscheiden werden und wäre nicht allwissend oder wie ist das paradoxon?

Das ist eigentlich für muslime ganz einfach zu beantworten. wir bitten jeden Tag mindestens 17 Mal in Gebeten um Rechtleitung und auch sonst wann wir können. natürlich weiß er alles und auch wie wir uns entscheiden werden. nur bitten wir ihn um rechtleitung, so dass er uns von den schlechten entscheidungen fernhält und uns die richtigen entscheidungen treffen lässt.... 

War es dass was du meinst?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sozialforscher
03.11.2016, 17:35
ich gebe dir mal mein verständniss wieder und dann hilfst du mir mal bitte das problem beim Verständniss zu verstehen. Das kapier ich nicht ganz :)

Gerne.

also gott weiß alles, wenn wir einen freien willen haben, wüsste er entweder, dass wir sündigen werden oder nicht sündigen. 

Richtig. Er weiß alles: er weiß, wie wir uns entscheiden wollen, bevor er uns erschaffen hat. Außerdem soll er willentlich erschaffen. D.h. er erschafft so, wie er es will und nicht zufällig oder gegen seinen Willen. Nachdem er weiß, wie wir uns entscheiden werden z.B. sündigen oder nicht sündigen, erschafft er uns genau so willentlich.

wenn wir aber selbst entscheiden können, weiß allah (starfirulah) aber nicht was wir entscheiden werden und wäre nicht allwissend oder wie ist das paradoxon?

Ich habe Schwierigkeiten, deinen Satz sinngebend zu interpretieren. 

Wie auch immer die Wortbedeutung für "Willensfreiheit" nun klar bestimmt wird, lässt sich unter diesen Begriffen "Willensfreiheit", "freier Wille" nach einem Allatgsverständnis evtl. im Konsens festhalten, dass der Mensch eine eigene Entscheidungskraft besitzen soll, zwischen eines oder mehreren Tat/Entscheidungsmöglichkeiten auszuwählen - z.B. ob er sich Muslim oder Nicht-Muslim bezeichnen will.

Ein Widerspruch / Paradoxon taucht m.E. auf, wenn Allah schon bereits weiß, was für Entscheidungen wir treffen werden, (bevor er uns willentlich erschafft), weshalb eine Entscheidungsfreiheit gar nicht vorliegen kann (Siehe: Vergleich Autor einer Geschichte).

Hinzu kommt, dass Allah willentlich erschafft und der Schöpfer aller Dinge ist. Woher kommt die Entscheidungskraft? Hat Allah sie erschaffen, hat der Mensch sie erschaffen, oder hat sie sich aus dem Nichts erschaffen?



0
Kommentar von YassineB87
03.11.2016, 19:43

ich weiss ich schreib manchmal schnell und etwas unverständlich. also natürlich wusste gott dass der teufel adam und eva austrickst. ich habe mir mal die frage gestellt warum sollte gott die frucht verbieten, denn in keiner religion wurde überliefert dass sie etwas davon hatten sie zu essen. es war nur um adam und eva zu zeigen, was das vorgehen des teufels ist um die menschen irre zu führen. es war meiner meinung nach praktisch nur um sie vollständig vorzubereiten sich um die erde zu kümmern. und dazu hat er den teufel ausgenutzt. wie sonst hätte es gehen sollen, denn der teufel also ein ginn hat auch einen freien willen, den gott kennt und beeinflusst. aber er kann nicht alles tun, sondern nur was gott ihm erlaubt. aber nur gott weiß warum dass sind nur meine gedanken und nicht mein fest verankerter glaube. glauben tue ich nur an das überlieferte.

0
Kommentar von YassineB87
03.11.2016, 19:45

das andere thema sagte ich bereits. die entscheidungen kommen von unserem verstand. wir erschaffen die nicht sondern entwickeln sie. erschaffen kann ausschließlich gott. wir können nur vorhandenes wie metall oder verstand nutzen und umformen.

0
Kommentar von YassineB87
03.11.2016, 19:49

der antrieb ist der verstand von gott gegeben. du nanntest ihn in einer anderen frage auf arabisch aql. also wie gesagt Gottes wille ist es uns die wahl zu lassen und das wir wählen. und gott weiss schon was wir wählen. gott weiss alles. aber er gibt uns die wahl nicht vor weil er es so will. und er ändert sie wenn wir darum bitten. wie immer gesagt wird ist das leben nur eine probe und wenn wir uns bewähren bekommen wir den lohn im himmel

0

Also ich sehe kein paradoxon Gott hat die Menschen mit einem verstand erschaffen. Gott weiß was jeder mensch für Entscheidungen treffen wird hat aber nicht diesen gezwungen etwas zu tun. und das Beispiel mit dem Lehrer kann man eigentlich schon darauf verwenden. Man muss sich einfach einen Lehrer vorstellen der seine Schüler so gut kennt, das er weiß was für eine Note seine Schüler haben werden. Er könnte die Schüler jetzt einfach benoten ohne die Prüfung zu schreiben er weiß ja welcher Schüler welche Note kriegen wird. Wir sind uns einig das die Schüler  das unfair finden wüeden. so lässt er die Schüler die Prüfung schreiben. manche Schüler werden sich entscheiden nicht lernen und eine schlechte Note kriegen und manche werden sich entscheiden zu lernen und eine gute Note schreiben. der Lehrer wusste schon das es genau so kommen wird hat aber niemanden gezwungen zu lernen oder nicht zu lernen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sozialforscher
29.10.2016, 21:15

Tut mir leid, aber ich habe schon die Hoffnung aufgegeben, dass Muslime wie du das Paradoxon des/der Qadar/Theodizee verstehen - zu mal ich die Problematiken hier ausführlich beschrieben habe.

Mich interessiert, woher dieser Erklärungsversuch mit dem Lehrer und der Prüfung stammt?

Wird dieser Vergleich Muslimen überlicherweise schon in jungen Jahren eingetrichtert?

0

Eine wirklich sehr interessante Frage.

Ein Gläubiger, egal ob Muslime, Christ oder einer aus anderen Glaubensform, macht sich zu solchen komplexen Überlegungen gar keine Gedanken. 

Er glaubt mit geschlossenen Augen, ohne zu fragen. Für den Muslime wäre es eh Haram, sein Glauben zu hinterfragen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von YassineB87
03.11.2016, 16:05

da würdest du dich aber wundern. im gegensatz zu zb christen haben wir kjeinen religiösen führer wie den papst der uns sagt, so und soi schaut es aus. daher ist der moslem permanent gefordert. allein schon der verständnishalber und ich mache es als muslim permanent innerhalb der grenzen die mir aufgegeben sind. und ich mache es auf eine positive weise, mit dem wissen, dass manches auch bis nach dem tod unbeantwortet bleiben wird

0

Was möchtest Du wissen?