Findet ihr es „scheinheilig“ wenn man als atheist für Religionsfreiheit ist ?

15 Antworten

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Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht.

Die Menschenrechte zu unterstützen ist in erster Linie moralisches Verhalten, unabhängig davon ob Atheist oder nicht, denn Atheismus hat nichts mit moralischem Verhalten zu tun, sondern ist nur eine von 3 Positionen zur Existenzbehauptung von Götterweisen.

Es gibt moralisch und unmoralisch handelnde Atheisten.

Daher nein, es ist keine Scheinheiligkeit, wenn ein Atheist sich für moralisches Verhalten entscheidet.

Das ist nur der erste Punkt, der zweite Punkt ist, ich als Atheist nutze die Religionsfreiheit als Menschenrecht ebenfalls.

Religionsfreiheit bedeutet nicht nur, dass man seine Religion frei wählen darf und ausüben, sie bedeutet auch die Freiheit zu haben, keine Religion zu besitzen oder sich zu einer bekennen zu müssen. Klingt erstmal unwichtig aber....

Ein Beispiel: In Indonesien müssen sich alle Bürger zu einer von 5 erlaubten Religionen bekennen, dem Islam, dem Christentum, Buddhismus, Hinduismus oder Konfuzianismus. Kein Judentum und ein Atheist darfst du offiziell auch nicht sein.

2012 wurde ein 32 jähriger Mann zu 2 Jahren Haft verurteilt in Indonesien, weil er sich öffentlich zum Atheismus bekannte und auf Facebook schrieb, es gäbe keinen Gott. Er wurde wegen Beleidigung des Propheten Mohammed angeklagt und verurteilt.

Eine Menschenrechtsverletzung auch wenn Amnesty International hier eher die Verletzung seiner Meinungsfreiheit sieht.

Es gibt weltweit Diskriminierung von Atheisten.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung_von_Atheisten

Deswegen ist für mich als Atheist das Menschenrecht der Religionsfreiheit (also auch die Freiheit von Religion) ebenso wichtig, wie für einen Gläubigen, da ich dieses Recht genauso täglich in Anspruch nehme.

Auch hier keine Scheinheiligkeit.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin atheistischer Jude.

Daran ist nichts scheinheilig. Ich halte das Christentum für die einzig richtige Religion, und bin trotzdem für Religionsfreiheit bzw. Glaubensfreiheit (der Atheismus ist ja keine Religion). Bin ich jetzt auch scheinheilig?

Nachtrag: Religionsfreiheit bedeutet auch, dass man ohne Religion sein darf. Sie schützt somit auch Atheisten vor der Pflicht, eine bestimmte Religion annehmen und ausüben zu müssen. Somit noch ein Grund mehr, warum auch Atheisten für Religionsfreiheit sein "dürfen".

Aber nein !

Gerade ein Atheist sollte für die "Religions" - Freiheit sein. Denn "Religions" - Freiheit bedeutet nicht das ungehinderte Wuchern von "Religion" sondern die FREIHEIT VON "RELIGION".

Dieses Recht auf FREIHEIT VON "RELIGION" sollte ganz besonders bei Kindern durchgesetzt werden. Kinder sollen mit 14 selbst entscheiden können ob sie ab nun an "Gott" - heiten glauben oder FREI davon bleiben wollen. Die Möglichkeit der Wahl wird Ihnen genommen wenn ihnen von Anfang an irgendwelche "Götter" als real existent eingeredet werden.

Ja ich bin für die FREIHEIT VON "RELIGION".

Ich sehe keinerlei Konflikt zwischen der Befürwortung einer freiheitlichen Staatsform und einer atheistischen Einstellung.

Ich weiß auch nicht, was daran scheinheilig sein soll, anderen Menschen das Recht zuzugestehen, selbst über ihre religiösen Angelegenheiten zu entscheiden. Nicht zuletzt profitieren auch Atheisten von der Religionsfreiheit: daraus resultiert nämlich der Anspruch, nicht in irgendeine Religion hineingezwungen zu werden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich habe das Grauen gesehen ...

Nein, es ist in erster Linie egoistisch. Atheisten meinen nämlich, andere Gläubige würden sie zu was zwingen wollen.

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