Findet ihr es moralisch verwerflich Tiere zu züchten, nur um sie zu essen?

27 Antworten

Ehrlich gesagt finde ich radikale Veganer unmoralisch, und zwar aus folgendem Grund:

Nehmen wir mal an, ich halte Hühner, um ihre Eier zu essen.
(zwar nicht um sie zu schlachten, aber das spielt eigentlich keine Rolle für die Argumentation, wie ihr gleich sehen werdet).

Veganer Standpunkt (Du):

    "es ist besser, ein Tier lebt erst gar nicht,
     als es zu züchten und dann zu schlachten
"

Mein Standpunkt:

    "sorge dafür, daß es ein schönes Leben hat,
     und einen möglichst kurzen, schmerzfreien Tod
     dann haben beide was davon
"

denn in der Natur ist es so:

    "es hat ein sehr gefährliches Leben,
     wird von Raubtieren gejagt, friert, bekommt keine Medizin,
     hungert manchmal, und wird meist schmerzhaft getötet (gegessen)
"


Den Tieren geht es bei mir objektiv besser, als in der Natur.

Denn: sie werden ver- und umsorgt. Beschützt und behütet ihr Leben lang. Sie kriegen Medizin wenn sie krank werden und haben ein Dach über dem Kopf. Sie werden artgerecht gehalten und haben genügend Auslauf.
Bei mir waren es Hühner, denen nahm ich jeden Tag ein Ei, das sowieso unbefruchtet war, und daß sie sonst eh irgendwo im Garten hätten verfaulen lassen. Also keinerlei Schaden für die Tiere. Ich hatte 4 Hühner und die hatten rund 10Ar Auslauf. Sie hatten Bäume zum draufflattern, 2 Komposthaufen. Und keine Fressfeinde.
Sprich: ein paradiesisches Hühnerleben.

Abgehakt. Ich denke Du folgst mir bis hierher,
und wenn Du ehrlich bist stimmst Du mir bisher zu.

Alles was lebt stirbt. Die Frage ist: wie?

Es ist natürlich selbstverständlich, daß jedes Lebewesen irgendwann mal stirbt. Man sollte sich aber nochmal in Erinnerung rufen:

In der freien Natur werden sie gefressen, erfrieren, verhungern, sterben an Verletzungen, Entzündungen usw.
Meist ist es ein schmerzhafter, manchmal langsamer qualvoller Tod.

Bei einem verantwortungsvollen Nutztierhalter werden sie kurz und schmerzlos getötet.

Nun zur Frage, ob kein Leben besser ist als ein Leben.

Ein Leben muß im Tod enden, darum kommen wir nicht herum.
Alles was lebt stirbt irgendwann mal.

Wer also den Tod vermeiden will, muss das Leben als solches verneinen.
Gäbe es keine Hühnerhalter, und keine Hühnerfleischesser, wären meine Hühner nie auf die Welt gekommen, also kein Leben.

Ergo ist die vegane Forderung: die Tiere dürften gar nicht erst leben.
(das Leben in der freien Natur haben wir ja schon abgehakt).

Da muß ich dann aber sagen:

Mit welchem Recht willst DU, ausgerechtnet DU dem armen Tier sein Leben nicht zugestehen? Bist Du Gott?

Dein Verhalten und deine Forderung ist so gesehen höchst unmoralisch.

Fazit:

Also bitte,
seht die Sache nicht so verbissen, und macht keine Religion daraus.
Ihr solltet nach dem Lesen des obigen Arguments anderen die Moral nicht pauschal absprechen.

Denn "ein gutes Leben ist besser als kein Leben" ist ein sehr moralischer, ethisch korrekter und guter Standpunkt.

PS:
obiges Argument gilt natürlich nicht, wenn die Tiere nicht artgerecht gehalten, oder nicht kurz und schmerzfrei getötet werden.

Wer Tiere selbst hält (geht bei Hühnern, Gänsen, Enten, Hasen aber vermutlich eher nicht bei Kühen und Schweinen ;-) hat das natürlich selbst in der Hand. Andernfalls ist natürlich darauf zu achten, z.B. indem man sich den Hof anschaut, und natürlich kein Billigfleisch einkauft.

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Ich hätt's nicht besser schreiben können. Du sprichst mir aus der Seele!

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Nö! Fleisch gehört zur Nahrung des Menschen genauso dazu, wie andere Nahrungsmittel auch.

Wer noch in einer Zeit nach 1945 bis 1955 aufgewachsen ist, die nicht durch Überfluss in Supermärkten geprägt wurde,  und das jährliche erwartete Fest der "Hausschlachtung" miterlebt hat, der hat auch ein anderes Verhältnis zu solchen Fragen! Man hat das Schlachtvieh, Schweine, Hühner, Kaninchen  etc. schon als Kind mit wachsen sehen und gefüttert. Da war dann der letzte Schritt zur Verwertung des Fleisches ein normaler Akt der Notwendigkeit. -Übrigens war für uns Jungs als erstes der heißbegehrte "Fußball" in Form der aufgepusteten Schweineblase ein Höhepunkt kindlichen Vergnügens! -


Moral heißt ja auch nach den Sitten und Gewohnheiten der Alten. Nun haben die schon seit der Steinzeit mit dem Züchten von Tieren angefangen aus unterschiedlichen Absichten. Das ist immer besser, als Tiere unkontrolliert in der Natur zu töten, wie es z.B. in Nordamerika mit den Büffelherden geschehen ist, wie in Afrika Wildtiere im Bestand bedroht sind.

Was allerdings bedenklich stimmt ist die "industrielle Zucht und Schlachtung und Verarbeitung", nach der die Menschen im Supermarkt "Tierfetzen" in Zelofan verpackt kaufen oder der Bezug zur Natur ganz verloren geht, was zu einem übermäßigen Fleischkonsum führt. Wenn ich bedenke, wieviel Fleisch in den 50er und 60er Jahren in der Woche auf den Teller kam - nun da gab es auch keine Erdbeeren an Weihnachten. Was aus uns als Menschen wird, wenn wir den Bezug zur Natur ganz verlieren, ist eher mit Sorge zu betrachten. Aber dafür kann man ja jetzt "Designtiere" auf dem Smartphon "füttern"! Ob das hilft?

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Stimmt leider.. Ich finde auch das problem ist, dass leute unreflektiert fleisch konsumieren und echt keinen plan haben, was hinter den mauern eines schlachthofes abgeht..

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@huso123

Das ist richtig und wird ja viel diskutiert. Was nicht diskutiert wird, ist die Frage, was macht dieses Verhalten mit uns selbst, mit unseren Werteinstellungen, mit unserem Verhältnis zu Tieren, das immer auch auf unser Verhältnis zum Menschen abstrahlt. Wenn wir "ein Stück Leben" nur noch als "billiges Verbrauchsgut" ansehen. Ghandi hat das gefragt: Was macht unser Verhalten in Rückstrahlung mit uns selbst. Wir psychologisieren viel darum, meist nur in direkten Vektoren von uns auf andere oder von anderen auf uns. Ganz selten, das jemand fragt, wie unser Verhalten auf uns selbst rückstrahlt.

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@berkersheim

"Wenn wir "ein Stück Leben" nur noch als "billiges Verbrauchsgut" ansehen."

wobei das bei pflanzlichen Produkten ja auch nicht anders ist;

wie du schon geschrieben hast haben viele da keinen Bezug mehr und aufgrund der Überflussgeselschaft vielleicht auch nicht mehr das Maß an Wertschätzung.

Gleichzeitig darf man natürlich nicht vergessen, das viele gar nicht mehr bewusst sondern (vor allem mittags) hektisch im Vorbeigehen etwas essen.

Alles in allem ist es so, dass wir nicht nur gesünder (vor allen in Bezug auf Mengen) essen, sondern es vielen auch besser schmeckt wenn man bewusst konsumiert und nicht nur "nebenbei" etwas isst.

Das das heutztuage natürlich nicht immer geht ist klar, aber meine persönliche Meinung ist, dass man sich so oft es geht dafür Zeit lassen sollte.

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