Findet ihr, der Mann hat zu wenig Mitbestimmungsrecht, bei der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung?

26 Antworten

Hey DaniFabiola,

ich kann dir lediglich von meiner Meinung berichten, welche sich auf dieses Thema bezieht:

Eine Abtreibung ist ein medizinischer Eingriff des weiblichen Körpers, bei welchem die Meinung des Erzeugers/des Vaters zwar als eine Empfehlung erachtet, jedoch nicht als zwingend erforderlich betrachtet wird, um eine Durchführung einer Abtreibung umzusetzen. Die Begründung besteht darin, dass es juristisch, moralisch, politisch und gesellschaftlich betrachtet NICHT vertretbar und NICHT zu tolerieren wäre, wenn der Erzeuger/der Vater bezüglich einer Abtreibung ein Mitbestimmungsrecht fordern, beziehungsweise, erhalten würde. Würden die Erzeuger/die Väter ein Mitbestimmungsrecht fordern, beziehungsweise, erhalten, so wäre dies nichts weiter, als ein gestatteter, eigentlich illegaler Eingriff in die Entscheidungsfreiheit einer Frau und würde zudem eine Frau in die Position drängen, in welcher man eine Frau dazu zwingen könnte/würde, sich entweder gegen oder für eine Abtreibung zu entscheiden. Da dies, wie bereits erwähnt, juristisch, moralisch, politisch und gesellschaftlich betrachtet NICHT umsetzbar und NICHT zu tolerieren ist, wird davon abgesehen, den Erzeugern/den Vätern ein Mitbestimmungsrecht bezüglich einer Abtreibung zu erteilen. Zumal dies auch gegen den Willen vieler Frauen, Ärztinnen und Ärzte spricht. Kurz gesagt:

Ein Mitbestimmungsrecht der Erzeuger/der Väter würde nur für großes, zusätzliches Chaos in unserem Land sorgen, um welches letztendlich sich mal wieder die Politiker kümmern müssten. Doch das Interesse, sich um ein weiteres Chaos, sich um weitere Unruhen im Lande kümmern zu müssen, ist jedoch, wie auch der Mut, etwas auszuhandeln, was gegen den Willen vieler Frauen spricht, nicht vorhanden, was allerdings auch mehr als verständlich ist.

Doch dass ein Mann sich beispielsweise wehrlos fühlt, dass die Partnerin sich für eine Abtreibung entscheidet, wird oft nicht wahrgenommen und/oder ignoriert, was ebenfalls keine Richtigkeit darstellt. Denn wichtig ist in solch einer Situation, dem Erzeuger/dem einst werdenden Vater schonend zu erklären, aus welchen Grund die Partnerin sich für eine Abtreibung entschieden hat. Kommunikation ist in solch einem Fall sehr wichtig. Der Erzeuger/der Vater darf sich im Falle einer Abtreibung nicht im Stich gelassen fühlen, weshalb auch ein Gespräch nach einer Abtreibung geführt werden sollte. Doch es ist auch darauf zu achten, der Frau keine Vorwürfe zu machen. Denn es gilt immer noch, dass über dem Körper der Frau die Frau ALLEIN entscheidet. Wer das nicht einsehen möchte, hat den "schwarzen Peter" gezogen.

LG, Toxic38

Über das in Kenntnis setzen ließe sich ja reden, aber selbst das wäre schwierig, weil es ja keinen Nachweis darüber gibt, wer denn überhaupt der Vater ist. Selbst bei einer Informationspflicht, wenn die Frau sagt, er war ja gar nicht der Vater gewesen? Damit wäre sie raus aus der Verpflichtung.

Ein Mitentscheidungsrecht ist vollkommen ausgeschlossen, sowohl die Abtreibung wie auch das Austragen des Kindes ist ein schwerer Eingriff in den Körper einer Frau, sowohl körperlich wie auch psychisch. Und am Ende bleibt die Verantwortung für das Kind an ihr hängen, wenn der Mann abspringt, denn der kann sagen "nee, keine Lust mehr auf Kind, ist mir zu stressig", sie hat 18 Jahre Verantwortung.

Klar kannst du sagen, ich würde das Kind nie im Stich lassen. Das hat mein Ex auch ständig gesagt, als ich schwanger war, einige Monate später verschwand er und hat sein Kind nie wieder gesehen, Unterhalt gab es auch keinen Cent.

Auf alle Fälle kann man niemanden dazu zwingen, einen solche Eingriff zu machen oder zu unterlassen. Ein Ehemann kann seine Frau ja auch nicht dazu zwingen, sich ein Tatoo seiner Wahl auf den Rücken tätovieren zu lassen oder die Brüste machen zu lassen. (Körperliche Selbstbestimmung).

Das ist ein kniffeliges Thema. In einem optimalen Fall würden beide zusammen entscheiden und zu einer Lösung kommen.

Am Ende ist es aber die Frau, die das Kind austrägt. Insofern ist sie die Person, die eine Entscheidung treffen muss. Man kann niemanden zu einem medizinisch nicht notwendigen Eingriff zwingen. Wenn die Frau sagt sie will das nicht, dann würde sich jeder Arzt, der es trotzdem macht, mindestens der Körperverletzung schuldig machen.

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okay. es geht mir vorallem darum, ob es berechtigt ist den mann bei dieser schweren entscheidung komplett außen vor zu lassen

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Ich sehe da keine andere Möglichkeit. Wie stellst du dir das vor? Es ist nun einmal so, dass kein Arzt einen Eingriff gegen den Willen der Frau vornehmen darf und eine Abtreibung ist nun einmal ein medizinischer Eingriff. Ich kann mir nicht vorstellen wie dieses Mitspracherecht des Mannes juristisch geregelt werden soll. Am Ende müsste man den Paragraphen, der Ärzten verbietet Eingriffe gegen den Willen von Patienten vorzunehmen, ändern. Ansonsten wäre ein Mitspracherecht nur ein Papiertiger, denn wenn die Frau "Nein" zu einer Abtreibung sagt, dann könnte man das Mitspracherecht aus formal juristischen Gründen nicht umsetzen. Auch ein Gesetz, dass es dem Mann ermöglicht sich seiner Unterhaltspflichten zu entledigen wäre mehr als problematisch. Also das in der Zeit zu der eine Abtreibung möglich wäre, die Frau ein Dokument unterschreibt, dass sie auf den Unterhalt verzichtet. Da würde das juristische Problem auftauchen, dass das Kind den Anspruch auf Unterhalt hat und nicht die Mutter. Selbst wenn die Mutter verzichtet und kein Geld vom Staat in Form von Unterhaltsvorschuss etc. bezieht und den Vater nicht auf Unterhalt verklagt, so kann das Kind das jederzeit machen.

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@Panazee

Gesetzliche Regelungen finden sich da sicher schwer. Berechtigt, war wahrscheinlich das falsche Wort. Ich meinte eher moralisch verwerflich

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@DaniFabiola

Macht dich das jetzt cleverer als den Rest der Welt, oder ... ^^

... einfach zu jemanden, der schon das Einfachste ignoriert hat? :)

Aber, hey: Die Menschheitsgeschichte ist voller Männer, deren "Moral" sie veranlasst hat, über Frauen (und konkreter: deren Körper) zu verfügen.

Stell dich hinten an, und bis Du an der Spitze bist, bist ja vielleicht sogar Du im 21. Jhdt. angekommen. ^^

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@Libertinaer

Ich weiß leider gar nicht, was du überhaupt sagen möchtest...dass sich keiner darum bemüht, das moralisch Richtige zu tun? Das kann ich leider nicht bestätigen.Wenn du meinst niemand auf der Welt interessiert sich für Moral, dann tut das jetzt auch nichts zu meiner Frage...

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@DaniFabiola
Ich weiß leider gar nicht, was du überhaupt sagen möchtest...dass sich keiner darum bemüht, das moralisch Richtige zu tun?

Aufgrund Jahrhunderte der Unterdrückung unter anderem durch die Kirchen und Nazis und deren Vorstellung von "Moral" und ausgrenzen, einsperren oder töten von Menschen, deren Denken, Reden und/oder Handeln nicht mit der offiziellen "Moral" übereinstimmte, ist man zu dem Schluss gelangt, dass Art. 2 Grundgesetz das "Richtige" sei, und nicht irgendeine öminöse "Moral".

Das kann ich leider nicht bestätigen.Wenn du meinst niemand auf der Welt interessiert sich für Moral, dann tut das jetzt auch nichts zu meiner Frage...

Niemand auf der Welt interessiert sich für DEINE "Moral"!

DU tust das? Fein. Dann richte DU dich nach ihr, und solange Du damit nicht gegen unsere Gesetze verstößt, ist alles gut! :-)

Anderer verfahren mit ihrer "Moral" genauso, und alle sind glücklich und zufrieden! :)

Sprich: Solltest DU einmal schwanger werden, so steht es dir absolut frei, den mutmaßlichen Vater bei der Entscheidung so eng einzubinden, wie immer Du magst. ^^

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Jenny vom gutefrage Support

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