Findet ihr dass wir Menschen hauptsächlich nur noch existieren um zu arbeiten?

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9 Antworten

Die gleichen Gedanken wie du hatte ich auch schon. In Berufen, wo man permanent unter Strom steht, am Morgen in aller Frühe aufbricht und dann abends völlig kaputt wieder Heim kommt, machen dieses Gefühl noch mehr bewusst als in anderen, "etwas lockeren" Berufen. Man fühlt sich wie eine Arbeitsmaschine, die Zeit erscheint grau und monoton, es ist wie ein Leben in einer abgeschlossenen Kapsel, denn bis auf die Arbeit bekommt man nicht mehr so viel mit im Leben. Das kann sehr auf das Gemüt schlagen, zudem ist es kaum möglich, sich selbst fortzubilden oder Hobbys nachzugehen, denn selbst wenn noch Zeit dafür bliebe, wäre da keine Kraft mehr für vorhanden. Ausgelaugt erreicht man dadurch geistig ein neues Tiefniveau. So ist es nicht verwunderlich, wenn TV-Sendungen mit eher leichter Unterhaltungskost in ihren Quoten nach oben schießen.

Der Hauptgrund ist wohl unser Wirtschaftssystem und die damit immer weiter steigenden Erwartungen der Kunden (24h-Service-Hotline, etc.). Schaut man sich das Beispiel Einkaufsläden an, die z.T. bis 22-23 Uhr offen haben, so wirkt es schon recht übertrieben (wobei diese Zeiten natürlich für die Arbeitnehmer günstig sind, die selbst bis spät abends arbeiten und sonst kein Zeitfenster zum Einkaufen haben). 

Andererseits gibt es inzwischen auch Entwicklungen in die Richtung, die du dir wünschst, z.B. 30h-Wochen (in Schweden: http://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeiten-in-schweden-sechs-stunden-sind-genug-1.2685127)

Ich finde solche neuen Arbeitsmodelle toll, sie sind unterstützenswert. Mit Faulheit haben diese Ansichten definitiv nichts zu tun, sondern eher mit der Überlegung, wie Stress und Leistungsdruck abgebaut werden können, um die Produktivität zu verbessern. Allerdings sind solche Modelle sicherlich nicht in jeder Branche umsetzbar, was ein Dilemma ist (Wer würde denn diese Berufe dann noch annehmen wollen?).

Wenn es möglich ist, sollte man jedenfalls versuchen, bei Arbeitsverträgen einen Zeitsatz auszuhandeln, der mehr persönlichen Freiraum in der Woche bietet.

Genau so sehe ich das auch... Und ich hoffe  dass sich bald etwas ändert. Es ist kaum auszuhalten wie es zur Zeit in der Welt läuft.

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Naja, die Wirtschaft funktioniert eben so. Menschen müssen für die Wirtschaft arbeiten. Einige, die Leute der reicheren Gesellschaft, lassen für sich arbeiten.

Das Ziel der meisten ist es, so lange und hart zu arbeiten, um in der "zweiten Hälfte" des Lebens von dem Geld gut leben zu können, die Familie zu ernähren und einfach etwas erreicht zu haben. Ich verstehe deinen Denkansatz, doch darf man sich nicht zu viele Gedanken um so etwas machen

Es würde aber sicher auch noch funktionieren wenn wir alle einen 6 Stunden Tag hätten...

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@steinbocks

Klar, dann hättest du halt einen Teilzeitvertrag. Würde aber auch bedeuten, dass dann viele "Standardsachen" wie Auto, Markenkleidung, Urlaubsreise, Restaurantbesuche usw schwerer wären sich zu leisten 

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Jeder Mensch hat doch die Kontrolle selbst über sein Leben zu entscheiden. Ich war 13 Monate in so einem Hamsterrad-Job. Dann habe ich gekündigt und habe im Ausland auf Teilzeit gearbeitet in der Gastronomie in einem Urlaubsort. Die 12 Stunden Tage waren mit gutem Team, das waren meine Freunde, nicht nur Kollegen. Dafür aber auch mal nen Tag komplett mehr frei. Weniger Geld, aber mehr Zeit zum Leben. Wenn man eine Idee hat sich selbständig zu machen, dann kann man auch zB in Teilzeit arbeiten und dann die andere Zeit nutzen, sich was eigenes aufzubauen mit dem man unabhängiger und leidenschaftlicher ist. Bin auch viermal umgezogen um immer mal was neues zu erleben. 

Leid tun mir einzig und allein Menschen, die zB Kinder haben und dann natürlich ein sicheres Einkommen brauchen. Da ist jeder blöde Job wichtig, wenn das Geld gut ist. 

Naja nicht jeder Kann es sich aussuchen... Die meisten haben keine Wahl... Leider...

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@steinbocks

Warum?! Weil sie damit zu beschäftigt sind zu jammern? Innerhalb der EU kann man hinziehen wo man will und Jobs findet man auch, wenn man mal nen Tapetenwechsel braucht. Jeder kann irgendwas. Ich kenne sogar Leute die mit Rucksack unterwegs sind, ihre Reisen dokumentieren und an Zeitschriften Bilder verkaufen und davon leben 

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Du liegst da vollkommen richtig.

Mit "Nicht arbeiten wollen" hat das nichts zu tun, die Menschen (über)arbeiten sich schlichtweg und das sage ich als Mensch, der in der Öffentlichkeit als alles andere als faul gesehen wird.

Man kann auch nicht faul sein und trotzdem Fakten raushauen. Die Menschen haben teilweise kaum Zeit für ihre Familie und widmen die größte Zeit der Arbeit. Und es sind nicht nur die "kleinen Bürger", in bestimmten Berufen sind 60 Stunden pro Woche vollkommenes Mindestmaß.

Ich kenne in der Altenplege ein paar, die 8 Monate überkrass Nächte durcharbeiten, aber dann die restlichen 4 Monate des Jahres chillig in Thailand unter Palmen sitzen. 

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@Johannisbeergel

Mit der Altenpflege kenne ich mich nicht aus, aber in vielen Berufen kann man sich das nicht leisten, da der Chef/das Unternehmen 24/7/365 Anwesenheit und Leistung fordert.

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Ja wenn man das so will ist es ja ok.. Aber ich hätte lieber mehr vom Tag... Ich hab nur dieses eine leben und möchte jeden Tag nutzen so gut es geht... Und nicht 10-12 Stunden unterwegs sein..

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Das ist echt so aber wir haben ja noch Glück dass wir in Europa leben, wenn wir z.B. in Afrika leben würden dann wären wir noch ärmer und müssten noch mehr Arbeiten.

Da sind wir einer Meinung.Schon die Kinder müssen morgens so früh raus,um in die Schule zu gehen,oft noch müde und von den Eltern angeranzt,sich zu beeilen.Aber wie das alles ändern?Ich weiss es auch nicht.

Ja ändern wird sich das wahrscheinlich erst wenn 90% der Menschen an Burn Out leiden... Oder schlimmen Depressionen... Aber vorher wird sich leider nichts ändern :-(

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@steinbocks

Kinder die morgens müde sind, sollten halt nicht wie jetzt 1:22 Uhr am Handy/PC sitzen oder bis 23 Uhr Champions League schauen 

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"Man lebt nicht, um zu arbeiten - sondern man arbeitet, um zu leben."

Der Ursprung dieses Satzes ist mir leider unbekannt.

Es ist aber bei vielen eher ein existieren... Keine Zeit für Freunde, Familie, Unternehmungen... Und viele die Arbeiten haben nicht mal Geld für das nötigste wie essen, Miete, Auto...

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Massenproduktion Mensch

ne ein paar lassen für sich arbeiten und grinsen sich eins, dass sklavenhaltung doch noch möglich ist

Meinst du zeitarbeitsfirmen? Ja...das sind die modernen Sklavenhalter

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@steinbocks

Ist ja niemand gezwungen sich daraus einzulassen. Zum Glück hat man ja selbst in der Hand wo man ne Email hinschickt 

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Nicht unbedingt... Durch das Arbeitsamt muss man sich dort bewerben... Sonst bekommt man sanktionen

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