Findet ihr, dass jeder, der Fleisch isst, auch in der Lage sein sollte, ein Tier zu töten?

41 Antworten

Ne, finde ich nicht. Wenn ich bereit bin ein Tier zu töten oder dabei zuzusehen, darf ich Fleisch essen? Damit unterstützt man doch die Gefühlskälte und Emotionslosigkeit bei solchen Vorgängen. Schließlich kann man das irgendwo auch lernen.

Allerdings fände ich es schon gut, die Gemüter für dieses Thema zu sensibilisieren. Aber ich glaube, da passiert derzeit schon viel in der Hinsicht, auch wenn es noch sehr viele Baustellen gibt. Aber ich glaub, dein vorgeschlagener Weg bewirkt eher das Gegenteil. Zumal Fleisch nun mal bei der Mehrheit der Menschen auf den Tisch gehört, und bestimmt nicht plötzlich alle durch solch eine Maßnahme zum Vegetarier bekehrt werden.

In einem anderem Beitrag war der Hinweis, mehr Umgang mit Tieren. Den Gedanke finde ich gut. Wem ich in der Versorgung und Aufzucht involviert bin, habe ich einen ganz anderen Bezug dazu. Auch, wenn das Schlachten vielleicht am Ende steht.

... und bestimmt nicht plötzlich alle durch solch eine Maßnahme zum Vegetarier bekehrt werden.

Wollte damit auch gar nicht erreichen. Weder das, noch einen reduzierten Fleischkonsum(auch wenn das unserer Gesellschaft gut tun würde, darum geht es mir bei dieser Frage nicht) . Es geht mir hier lediglich um die Doppelmoral, die viele Menschen an den Tag legen. Würden sie(viele Menschen) sehen wie ein Tier getötet wird, würden sie anfngen zu weinen, essen aber dennoch bedenkenlos Fleisch.

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@Hackbaellchen99

Dann wäre das gescheitere Vorgehen aber, die Leute wieder mehr zum regionalen Kauf zu bewegen. Direkt von Bauer zum Beispiel, statt eingeschweißt aus dem Supermarkt 🤔

die Tiere aus eigener Hand töten, ist auch aus nutzungstechnischer Hinsicht verkehrt. Wenn ich eine Kuh schlachte, ist es ja sinnvoller, so viel Bedarf damit abzudecken wie möglich, statt auf das moralische "in die Augen sehen" zu bestehen.

Fleischverzehr und der Tod eines Tieres gehört ja nun mal immer zusammen, aber das kann man Menschen auch anders beibringen. Und sei es, dass man von Kindesbeinen an Tieren Respekt entgegen bringt.

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Hallo,

Langsam ist diese Frage in ähnlicher Form hier aber mal oft genug gestellt, finde ich!

Vorneweg: ich weiß aus praktischer Erfahrung, dass ich in der Lage bin ein Tier zu erlegen, auszunehmen, zu zerlegen, zuzubereiten, und mit Genuss zu essen.

Ich weiß um das Dilemma, dass ich nur auf Kosten anderer Lebewesen existieren kann, da ich selbst keine Fotosynthese betreiben kann. Und selbst wenn ich das könnte, ich könnte auch dann nur existieren, wenn ich im Kampf um einen Platz an der Sonne andere verdrängen und ihnen die Existenzmöglichkeit rauben würde, ein Kampf, der um uns herum unter Pflanzen ständig und gnadenlos, meist aber von uns völlig unbemerkt stattfindet..

Das Leben in diesem Dilemma heißt für mich nicht, dass eh alles egal ist und ich keinerlei Rücksicht auf andere Lebewesen nehme. Ich habe meinen eigenen moralischen Kompass, an dem ich mich orientiere. Für mich ist dabei auch das Essen von Tieren unter bestimmten Voraussetzungen legitim. Ich kann aber nicht für mich in Anspruch nehmen, dass mein ganz persönlicher Kompass allgemeinverbindlich ist. Andere haben andere Erfahrungen, andere Hintergründe, Schwerpunkte, ... , ich sage mal ganz frech, manche haben sich auch noch lange nicht so intensiv damit auseinandergesetzt wie ich. So hat jeder einen anderen Kompass, aber auch kein anderer kann, ebensowenig wie ich, sagen, dass seiner die absolute Wahrheit ist. Natürlich kann man diskutieren, voneinander lernen.

Manchen scheinen ja alle Tiere wichtig zu sein, Pflanzen und der Rest der Natur nicht, manchen nur bestimmte Tiere, egal:

Ernährung ist nur ein besonders augenfälliges Beispiel, im Endeffekt trage ich ich für jede meiner Entscheidungen Verantwortung: Wenn ich in einem Haus wohne, dann bin ich auch dafür verantwortlich, dass an dieser Stelle der ursprüngliche Lebensraum für Tiere beseitigt wurde, für den Baumwollacker für meine Jeans musste auch einmal ein Baumwollfeld anstelle des ursprünglichen Lebensraums angelegt werden. Auch damit trage ich Verantwortung für den Tod von Tieren.

Findet ihr, dass jeder, der Fleisch isst, auch in der Lage sein sollte, ein Tier zu töten?

Nein

B.z.w. würdet ihr so etwas überhaupt können?

Wenn es die Situation erfordert - Ja.

Aber bei diesen Vergleichen müsstest du auch Autobauer sein um ein Fahrzeug lenken zu dürfen, Koch sein um kochen zu dürfen etc pp. Das ist wenig sinnvoll.

Ich esse Fleisch, könnte zusehen wie es geschlachtet wird, aber ich könnte es nicht selbst schlachten, es auseinandernehmen könnte ich aber Problemlos. Das einzige mal dass ich ein Tier (kein insekt) bewusst getötet habe, war ein Vogel, der noch lebte, aber das Genick gebrochen hat... er zuckte nur noch etwas mit den Flügeln... vl war er schon tot und es waren die letzten nerven, wollte es aber nicht unnötig leiden lassen, sollte es doch noch Leben, ich habe es genommen, und gegen eine Steinmauer geschmissen mit voller Wucht.

Nein, ich kann das nicht. Ich konnte schon als Kind meinem Stiefvater nicht beim Schlachten zusehen, und hatte große Probleme, unsere eigenen Tiere zu essen. Mit dem "anonymen" Fleisch aus dem Laden war es noch einfacher. Inzwischen esse ich aber schon seit vielen Jahren überhaupt kein Fleisch mehr. Für mich ist es einfach nur sinnlose Grausamkeit Tiere zu essen, obwohl man auch genau so gut etwas anderes essen könnte.

Entsprechend würde ich es auch besser finden, wenn selbst die Leute die keine Probleme haben Tiere zu töten damit aufhören würden. Für das Tier wird es dadurch dass es von jemandem gegessen wird der es selbst getötet hat auch nicht besser.

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