Findet ihr clickern in dieser Situation angebracht?

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8 Antworten

Hey :)

Hier gibt's schon mal richtig viele gute Antworten (meiner Meinung nach)

Trotzdem sag ich auch noch was dazu.

Ich arbeite mit meiner Stute ausschließlich über positive Verstärkung und über das Clickertraining. Meine Trainerin hat ihre Ausbildung bei Viviane Theby gemacht. Und ja, das Pferd freut sich irgendwann wenn du kommst, ponyfliege hat das sehr gut erklärt. Trotzdem glaube ich, dass es nichts bringt sein Pferd über positive Verstärkung beizubringe, dass es freudig zur Arbeit geht, aber an der Arbeit selbst kein Spaß hat, sprich wenn ich mit meinem Pferd so arbeite, dass es ihm Spass macht, dann freut es sich auch so, dass ich komme. Diese “Unfreundlichkeit“ des Pferdes würde man so als grundlegenden Schritt und zwar als Höflichkeitstraining, insofern keine anderen Probleme bestehen, ansehen. Macht die Arbeit selbst dem Pferd keinen Spass, kann es passieren, dass das Pferd zwar mit gespitzten Ohren auf dich wartet aber nur um das Futter zu bekommen und das ist betteln und definitiv nicht das Ziel des Höflichkeitstrainings.

Bei Fragen kannst du gern nochmal schreiben :)


LG

cRaZyyy6743

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Kommentar von GreysCT
06.03.2016, 11:31

Vielen Dank!

Eine Frage hab ich ;)
Arbeitest du deine Stute dann ausschließlich über positive Verstärkung, und ignorierst negatives?

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ähnlich wie ein angestellter, der sich beim chef einschleimt...

nein. genau nicht.

wie ein chef, der weiss, der angestellte mag ihn nicht, vielleicht überlegt, wie er das ändern kann. das klappt am besten mit belohnung. zum beispiel ein lob für eine besonders gute leistung bei der arbeit. beim ersten mal dürfte der angestellte erst mal verwirrt sein. wenn sich aber lob in situationen guter leistung wiederholt, wird der angestellte den chef irgendwann mögen und wenn auch nicht direkt mögen, so wird er doch zunehmend gern zur arbeit gehen.

es ist erwiesen, dass in betrieben, in denen kritik sachlich geäussert wird und gute leistung gelobt wird, der krankenstand niedriger ist als in firmen, in denen das lob ausbleibt und/oder kritik auch als kritik an der person ausgedrückt wird.

genau dasselbe machst du beim klickern mit dem pferd. klick - futter. klick - lob. das pferd wird im laufe der zeit lernen, wie es die für es angenehme situation herbeiführen kann. durch die ausschüttung von dopamin wird die situation als angenehm empfunden.

da belohnung und strafen auf den hormonstoffwechsel einfluss nehmen, wird im laufe der zeit das pferd tatsächlich eine angenehme empfindung haben, wenn der besitzer es zur arbeit holen kommt. es "freut" sich also irgendwann tatsächlich.

falls es nicht aus folgendem buch kommt, würde ich es dir ans herz legen, es dir zuzulegen - kost 10 euro und ist wirklich super, weil die ganzen zusammenhänge hervorragend erklärt werden. und zwar sowohl situationsbezogen als auch verhaltensbiologisch.

vivian theby - so lernen pferde

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 15:30

Gerade als ich dich zu deiner Antwort etwas fragen wollte hats klick gemacht :D

Okay, ich denke ich habs verstanden, vielen Dank! 
Wie ist es dann wenn man es geschafft hat, man kommt, das Pferd freut sich auf einen. Kann man das Click dann auch langsam so absetzen, wie man es bei anderen Belohnungen tut?

Und wann ist das herbeiclickern dieses Verhaltens wirklich nötig, weil wenn das Pferd artgerecht leben darf und mit Motivation an der Arbeit ist hat es doch eigentlich keinen Grund dem Menschen missmutig zu begegnen?

Ja, das kommt aus dem Buch. Habe es erst einmal mittelgründlich durchgelesen, und bevor ich mir alles im Detail anschaue wollte ich gerne diese Aussage verstanden haben.

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für's Pferd wurde alles hinlänglich und f8undoiert erklärt - hier noch betwas "menschliches": wenn der Angestellte sich übt, seinen Chef anzulächeln, (das ist anfangs wirklich arg schwer...) wird sich mit der Zeit auch seine grundsätzliche Einstellung ändern - klingt unglaublich, funktioniert aber! die innere Einstellung wirkt nach außen ABER auch die äußere Erscheining wirkt nach innen...

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 15:32

Oh okay, wieder was dazugelernt!

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"Findet ihr klickern angebracht?"   ...Nur bedingt.

Die bessere Methode ist, heraus zu finden warum das Pferd die Ohren anlegt. Meist ist es fehlender Sozialkontakt und mangelndes Sozialverhalten seitens der Menschen.

Du möchtest ja auch nicht, das einfach jemand kommt und dich in den Arm nimmt... Genau das machen wir aber mit den Pferden - wir kommen in die Box und dringen ohne Höflichkeit in den persönlichen Freiraum der Pferde ein.

Folgendes Vorgehen: In die Box gehen und abseits vom Pferd mit leicht gesenktem Kopf seitlich hinstellen (dem Pferd die Schulter zeigen) und warten. Das Pferd muss zu uns kommen. Anfangs überrascht Du das Pferd damit und es wird eine leichte Unsicherheit zeigen. Wenn es die Ohren aufstellt, oder ein Ohr in Deine Richtung dreht, sofort mit Stimme loben.

Wenn das Pferd zu Dir kommt, bitte nicht auf den Hals klopfen - das bedeutet in der Pferdesprache: Hau ab! Besser ist es das Pferd am Hals zu kraulen (Sozialkontakt). Ausgiebiges Kraulen ersetzt bei manchen Pferden den fehlenden oder ungenügenden Sozialkontakt zu Artgenossen.

Genau auf diese Weise haben wir letztens erst ein Pferd wieder zu einem "freundlichen" Pferd gemacht, der sich inzwischen freut, wenn jemand zu ihm kommt.

LG Calimero

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 15:02

Danke für deine Antwort, wenn ich mal auf ein Pferd treffe welches so reagiert werd ich mich hoffentlich dran erinnern.

Noch eine Verständnisfrage, warum lobst du mit der Stimme statt mit clicker/Futter, gibt es einen bestimmten Grund?

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Das Pferd lernt, dass der Mensch Futter hat und lernt mit der Zeit, was es dafür tun muss. 

Aber ja - man sollte sich erst mal überlegen, wieso das Pferd so reagiert. 

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 15:33

Danke!

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Nein, das Pferd kann - wenn es wirklich keinen Bock hat - immernoch zickig sein. Durch die positive Verstärkung soll es lernen, dass der Mensch an der Tür nichts schlimmes ist. Wenn es sich freundlich hindreht wird es belohnt, sonst nicht. Pferde, die gewohnt sind gleich grob aus der Box gezerrt zu werden, bekommen so oftmals wieder "Vertrauen" in den Menschen. Es lernt, dass es schön ist wenn der Mensch kommt. Wenn das Pferd aber wirklich mies gelaunt ist, dann kannst du clickern so viel du willst, dann bleibt das Pferd schlecht gelaunt und wird es auch zeigen. Gehirnwäsche in dem Sinne geht nicht ;) 

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 15:15

Ah okay, heißt also dem Pferd wird der kommende Mensch 'nur' angenehm gemacht?

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Ich würde in einem solchen Fall nicht clickern, sondern das arme Tier befreien. Es hat völlig Recht, wenn es in einem pferdefeindlichen Umfeld unfreundlich ist. Warum sollte ich versuchen, ein Tier zum Höhlentier zu "erziehen", das ein Flächenbewohner ist?

Dazu kommen natürlich noch Deine Gedanken ;-)

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Kommentar von GreysCT
04.03.2016, 14:56

Okay, dankeschön!

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Man clickert nicht, wenn das Tier das falsche Verhalten zeigt, sondern erst dann, wenn es das erwünschte zeigt.

Dreht das Pferd sich um und spitzt es die Ohren, gibt's einen Click und eine Belohnung.

Diese Lernmethode nennt sich positive Verstärkung. Macht man auch ganz viel mit Hunden.

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Kommentar von GreysCT
03.03.2016, 20:46

Schon klar, alles weitere wäre ja sinnlos :D

Meine Frage ist ja aber, ob das Pferd dann deswegen 'freundlich' ist weil es weiß, das das mit einer Belohnung gekoppelt ist, oder nun wirklich von selber gerne kommt.

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