finanztransaktionssteuer -

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8 Antworten

Laut www.finanztransaktionssteuer.de sind dabei Steuersätze zwischen 0,1% und 0,5 % im Gespräch. Es soll nämlich nicht der normale Anleger getroffen werden, der nur hin und wieder kauft und verkauft, sondern vor allem der maschinelle Hochgeschwindigkeitshandel, der geschätzt derzeit in Deutschland ca. 30% ausmacht (in den USA schon ca. 60%). Da traden Computer automatisiert in Millisekunden und beeinflussen den Markt. Das entsprach nie dem Sinn der Börse, zumal auch die Wirtschaft nicht in Millisekunden agiert. Die Steuer würde also vor allem bei sehr kurzfristigen Spekulationen den gewinn abschöpfen und dies unrentabel machen. Soweit die Theorie. Da so vor allem sehr finanzstarke Mächte handeln, ist der Gegendruck entsprechend groß.

Die Finanztransaktionssteuer spürt der Anleger nicht.

Dafür ist sie mit 0,1 Prozent auf den Handel von Aktien und Anleihen und 0,01 Prozent für Derivate von Aktien und Anleihen zu gering. Teuer wird es nur für den computergestützen Handel. Denn dort werden vom Computer in Sekundenbruckteilen Papiere gekauft und wieder verkauft und das rund um die Uhr. Dabei werden allein VW-Aktien im Wert von einer Billionen Dollar pro Tag umgesetzt. Der Wert von VW beträgt etwa 30 Milliarden Dollar. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es sich hierbei nicht mehr um ein normales Aktiengeschäft handelt, sondern um Zockerei. Das will man mit der Finanztransaktionssteuer verhindern.

Kritiker verweisen oft darauf, dass man das scheue Finanz-Rehlein nicht mit so etwas Bösen erschrecken dürfe und führen dann als Beispiel Schweden auf. Die haben 1980 im Alleingang die Finanztransaktionssteuer eingeführt, woraufhin kaum noch Umsatz an der Börse in Stockholm und Göteborg getätigt wurde, weshalb man die Steuer wieder zurückzog.

Allerdings muß man hier auch berücksichtigen, dass Schweden noch nie ein wichtiger Finanzplatz war, es damals auch keinen Computergestützten Handel gab und die Finanztransaktionssteuer in Schweden (von 0,36 bis hin zu 1,55%) erheblich höher war.

thinKnr4 30.03.2012, 17:13

ja und das ist doch gerade der trick der politiker .. erst mit 0.1% oder so anfangen und dann klammheimlich auf 2-3 prozent nach 1-2 jahren erhöhen.

Also ich glaube dann stehen frankfurt, stattgart berlin und haste nicht geshen ganz schön schlecht da.

Toll und das mit dem PC-handel wird dann einfach in ein anderes land verschoben bzw. es wird von deutschland aus getätigt, nur über englische server und dann halt an der NYSE oder so getradet.

Also ich glaube deutschland wird dadurch sogar weniger geld einnehmen, da die großen fische dann ganz schnell wo anders handeln.

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Immofachwirt 31.03.2012, 01:18
@thinKnr4

ja und das ist doch gerade der trick der politiker .. erst mit 0.1% oder so anfangen und dann klammheimlich auf 2-3 prozent nach 1-2 jahren erhöhen.

Nein, dass ist kein Trick. Du unterschätzt die professionalität der Finanzwirtschaft. Nur den politisch desinteressierten Bürger kann man mit solchen Tricks, wie du sie anführst, hinters Licht fürhen.

Im Übrigen wird diese Finanztransaktionssteuer von der Finanzwirtschaft auch zum Teil begrüßt, weil sie die Wettbewerbsverzerrungen, welche bei dieser Art von Zockerei entstehen, einschränkt. Denn das wichtigste für die Finanzwirtschaft sind etwaige Abgaben, sondern vor allem Planungssicherheit und Verläßlichkeit. Also genau das Gegenteil von dem was Merkel derzeit produziert.

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Offizielle Ziele von Finanztransaktionssteuern sind die Stabilisierung und Marktregulierung von Finanzmärkten die in der letzten Zeit gehörig unkontrolliert grossen Schaden gegenüber der Gemeinschaft anrichten. Geplant ist 0,05 Prozent auf alle Finanztransaktionen. Alle Einkommen werden besteuert, also warum nicht die u.a. Gierigen, Computergesteuerten Transaktionen.?

Gonorrhoe 30.03.2012, 09:39

wiel damit kein einkommen besteuert wird, sondern eine tätigkeit

wäre genauso, als wenn du, wenn du einen arbeitsweg von über 10km hättest, du sondersteuer zahlen müsstest, weil du mehr co2 ausstößt

verflucht, jetzt hab ich der eudssr ne anregung gegeben

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benutzer11094 30.03.2012, 12:15
@Gonorrhoe

Das Beispiel ist ziemlich unpassend, weil jemand mit 10km Arbeitsweg keinen Schaden anrichtet. Bei High Frequency Trading kann das jedoch anders sein. Diese Tätigkeit kann dazu führen, dass Aktienkurse aus damit verbundenen technischen Gründen extrem zurück gehen. Jede Finanztransaktion zu besteuern sehe ich auch als falsch an, die Besteuerung von High Frequency Trading aber nicht.

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Liebe(r) thinKnr4, mit der als Finanztransaktionssteuer deklarierte neue Steuer wollen die Politiker aller Parteien Sparer in Aktien, Sparer in Festverzinslichen und Sparer in Investmentfondsanteilen weiterhin als "Kapitalisten" diffamieren - und ihnen natürlich gleichzeit noch weiter in die Taschen greifen. Besteuert werden sollen nämlich auch alle Käufe und Verkäufen von Wertpapieren, die Investmentfonds für ihre Fondssparer durchführen. Und um ein ordentliches Ergebnis zu erzielen, müssen die Fondsmanager schon mehrmals kaufen, verkaufen und ggf. auch wieder neue Wertpapiere kaufen.

Leider sind die meisten Politiker, in allen deutschen Parteien, vornweg natürlich die ewig gestrige Planwirtschaftspartei DIE LINKE, so verblendet, dass sie nicht erkennen, dass Sparer in unserer Volkswirtschaft das dringend benötigte Eigenkapital den Unternehmen zur Verfügung stellen. Selbstverständlich sind auch die zunehmend planwirtschaftlicher denkenden CDU-Politiker für eine weitere Vergeltungssteuer.

Selbstverständlich wollen die Politiker nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Einführung einer Börsensteuer in Schweden in den 1980 Jahren zu verheerenden Ergebnissen führte:

a. der Finanzplatz Schweden wurde "auf Null gebracht". Hunderte von schwedischen Bankmitarbeitern fürchteten um ihren Job, als die schwedischen Sparer und Anleger ihre Wertpapieranlagen über die Londoner Börse abwickelten.

b. Das erdachte und erhoffte Steueraufkommen war für den Staat geringer, als die Kosten, die die Strafsteuer-für-Sparer verursachte. Schweden hat dann das Experiment 1991 reumütig abgebrochen.

Eingeführt werden soll die neue Finanztransaktionssteuer (FTT) aber auch auf Druck der nicht-demokratisch gewählten EU-"Regierung". Der EU-Kommission. Diese hat nämlich bisher nur einen Ausgabe-Haushalt, der ihr jedes Jahr durch Übertragung von Geld aus den einzelnen EU-Staaten überlassen wird. Die EU-Kommission möchte nun endlich eine eigene Einnahmequellen haben, um mit den Geld ohne Beschränkung durch Aufpasser tun zu können, was ihr vorschwebt.

Den deutschen Politikern und der EU-Kommission schwebt vor, dass Sie mit der FTT etwa jährlich 57 Milliarden EURO aus den Taschen der Börsianer ziehen kann. Und da der Steuersatz von (anfangs) niedrigen x,x Prozent später durch einfache Verordnung in die Höhe getrieben werden kann, gehen die Politiker insgeheim schon jetzt davon aus, dass es später ganz leicht dann in die hunderte von Milliarden gehen kann.

Noch etwas zu im Zusammenhang mit Ihrer Frage: Die SPD hat bereits in Ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl eine auf 30 Prozent erhöhte "Abgeltungssteuer" = Vergeltungssteuer hinein formuliert. Zu den 30 Prozent kommen dann natürlich noch Soli und Kirchensteuer hinzu. Ich rechne damit, dass nach der Bundestagswahl die CDU auch dieser Steuererhöhung schnell zustimmen wird; da die CDU sich zunehmend schon jetzt spd-isiert.

thinKnr4 30.03.2012, 17:08

ich denke aber das wird sich wiederholen. Wenn schon damal vor 20 jahren die leute von der schwedischen börse zur londoner börse gegangen sind, wird es heutzutage erst recht passieren. wenn deutschland so weiter macht, wird der finanzhandel immer mehr abnehmen, und so meine ich zumindest ist es einfach nur dumm noch mehr steuern drauf zu packen.

  1. hab ich mit einem fingerschnipsen mein geld in einem anderem land
  2. sieht DE dann gar kein geld mehr von mir.

die sollten mal lieber den finanzmarkt attraktiver gestalten, das ist nachhaltig und wird meiner meinung nach sogar mehr geld einspielen.

Naja abwarten Tee trinken.

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naja tobin hatte in seinem konzept ursprünglich 0,1% vorgesehen. die in der momentanen diskussion kursierenden forderungen bewegen sich zwischen 0,01% und 0,5%.

Dr. oec. M.

Wer zahlt denn 32 % Steuern auf Kursgewinne?

Ich hoffe nicht, daß Du 25 % Abschlagssteuer plus 5,5 % Soli plus Kirchensteuer so zusammengerechnet hast.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

thinKnr4 30.03.2012, 01:06

aber hallo ... ab 801€ gewinn geht kapitalsteuer bei mir immer runter ... ist standard so -.-

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Nasdaq14 30.03.2012, 03:20
@thinKnr4

** da ich ja schon 32% nur an steuern zahle**

Da hast Du aber eine falsche Berechnung:

Der Abgeltungsteuersatz beträgt gemäß § 43a Abs. 1 EStG 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Abgeltungsteuer) und ggf. Kirchensteuer (8 oder 9 % der Abgeltungsteuer). Das ergibt eine Gesamtbelastung mit Abgeltungsteuer in Höhe von 26,375 % ohne Kirchensteuer.

Bei zusätzlicher Kirchensteuerpflicht wird die Abgeltungsteuer um 25 % der auf die Kapitalerträge entfallenden Kirchensteuer ermäßigt (§ 43a Abs. 1 S. 2 EStG), wodurch der für anderweitige Einkünfte nach wie vor mögliche Sonderausgabenabzug der gezahlten Kirchensteuer in den Folgejahren hier bereits im Jahr des Entstehens der Kapitalerträge berücksichtigt wird. Hierbei steht k für den Kirchensteuersatz, also 8 % = 0,08 oder 9 % = 0,09. Näheres findet sich im Unterkapitel Abgeltungsteuer und Kirchensteuer.

Daraus ergeben sich folgende Prozentsätze:

Kirchensteuer 8 % 9 % keine

Abgeltungsteuer 24,5098 % 24,4499 % 25,0000 %

Solidaritätszuschlag 1,3480 % 1,3447 % 1,3750 %

Kirchensteuer 1,9608 % 2,2005 % 0,0000 %

Gesamtbelastung 27,8186 % 27,9951 % 26,3750

Gegebenenfalls noch Günstigerregelung im Rahmen der Einkommenssteuererklärung.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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thinKnr4 30.03.2012, 12:17
@Nasdaq14

naja kapital steuer und soli ist immer drauf , allein das macht 25% + 5.5% ... ganz einfache rechnung .. naja ist ja auch egal ob jetzt 27% oder 30.5% ... frechheit ist es allemal.

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Nasdaq14 30.03.2012, 13:19
@thinKnr4

Der Solidaritätszuschlag gilt als Prozentsatz auf die 25 % Abgeltungssteuer und nicht " dazu ".

Wenn man sich über 0,5 % Transaktionssteuer aufregt, sollte man wenigstens die bestehenden Steuern richtig rechnen können.

Offenbar ist es ja nicht " egal " ob 30,5 & oder 27 %

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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Meines Wissens 0,05 % je Finanztransaktion.

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