Finanzierung teilen - wenn einer eine Wohnung gekauft hat, aber dann beide Partner die Finanzierung übernehmen?

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6 Antworten

Hallo Gruenspecht,

uff, das ist tatsächlich nicht so einfach zu beantworten. Die Eintragung Deiner Partnerin als Miteigentümer im Grundbuch ist grundsätzlich kein Problem. Allerdings müsst Ihr die Kosten dafür (Notar-/Grundbuchkosten) selbst tragen.

Wenn Sie Dir den Wohnungsanteil abkauft, muss Sie für diesen Betrag Grunderwerbsteuer zahlen (sofern Ihr nicht verheiratet seid).

Mit der Finanzierung ist es sich nicht ganz so einfach. Nachdem Du Deinen Kreditvertrag erst vor ca. drei Jahren abgeschlossen hast, kannst Du diesen Darlehensvertrag nicht so einfach auflösen und durch zwei gesplittete Darlehensverträge (für Dich und Deine Partnerin) ersetzten. Dem müsste die Bank erst zustimmen und Du müsstest mit Zusatzkosten (Vorfälligkeitsentschädigung) rechnen. Zudem macht eine Aufteilung in zwei getrennte Darlehensverträge auch nicht wirklich Sinn, da eventuell Probleme bei der Sicherheitenstellung für die Bank entstehen (Rangfolge im Grundbuch). Wenn Du hierzu noch mehr wissen willst, schreib mich dazu gerne noch einmal an!

Das Beste wäre, wenn Ihr gemeinsam für ein Darlehen gleichberechtigt haftet. Ob und wie dies möglich ist, hängt aber von Eurem Kreditgeber ab. Sucht am besten das Gespräch mit der aktuell finanzierenden Bank und bringt in einem Beratungsgespräch in Erfahrung, ob es eine Möglichkeit gibt, Deine Partnerin in den Darlehensvertrag aufzunehmen. Vielleicht ist auch eine vorzeitige Kündigung gegen Vorfälligkeitsentschädigung nötig, um dann einen neuen Darlehensvertrag (bei der gleichen Bank oder einer anderen Bank) gemeinsam abzuschließen.

Ich hoffe, ich konnte Euch hiermit weiterhelfen und wünsche Euch alles Gute für die gemeinsame Zukunft;-)

Herzliche Grüße

Vanessa Prantner von der Interhyp AG

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Ich gehe mal davon aus, dass die Partnerschaft beim Kauf der Wohnung noch nicht bestand.

1. Wenn Du die ideelle Hälfte der Wohnung an Deine Freundin verschenkst, wird Schenkungssteuer fällig (Wert der halben Wohnung - Halbe Restschuld, die sie ja übernehmen würde). Sind das mehr als 20.000,- dann kostet es 30 % auf den übersteigenden Betrag.

2. Sie kann Dir die 2. Hälfte abkaufen, was Grunderwerbsteuer auf den Kaufpreis kostet. Kaufpreis wäre ggf. die anteilige Restschuld. Sollte die Wohnungshälft mehr wert sein, als die Halbe Restschuld, wäre die Differenz eine Schenkung = gemischte Schenkung.

3. Jeder eine halbe Finanzierung auf die HalbeWohnung, macht keine Bank. Eine Halbe Wohnung ist nicht verwertbar. Ihr müsst immer einen Kredit gemeinsam aufnehmen.

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Lasst Euch doch verschiedene Varianten durchrechnen (zB  von Deiner wie auch Ihrer Bank und unabhängigem Dritten), inkl. allfälliger Gebühren, Abgaben (bei Überschreibung resp. Verkauf) und v.a. unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte.

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Die @Interhyp hat das schon ausführlich erklärt.

Ich möchte noch ein wenig auf die "menschlichen" Probleme hinweisen.

Falls ihr euch mal trennt oder z.B. einer verstirbt dann beginnen neuen Probleme, je nach Variation der Möglichkeiten :

1. Es bleibt wie es ist, gemeinsame Haushaltskasse daraus wird das Darlehen bezahlt. Dann bleibt der Gewinn durch die Wertsteigerung oder der Wertverlust bei Dir. Aber Du hast eine auch durch Deine Partnerin zurückgezahlten kleineren Darlehensbetrag - sie wäre als benachteiligt.

2. Du überträgst Ihr 50% gegen gemeinsame Schulden. Dann bekommt sie jetzt praktisch auch 50% Deiner alten Anzahlung und 50% der bereits bezahlten Tilgung. Du bist also bei einer Trennung schlechter gestellt. Und es bleibt der Trennungsvereinbarung vorbehalten wer weiter in der Wohnung leben darf oder ob sie verkauft wird oder was auch immer. Und da die Trennungsvereinbarung nicht wie bei einer Scheidung weitesgehend vordefiniert ist kann das über Gerichte und Anwälte ausarten. Also wäre eine weitere Vereinbarung "was passiert dann" jetzt schon, zu einem Zeitpunkt wenn alles prima ist, sinnvoll.

Ich würde einen völlig anderen Weg gehen (aber es gibt dabei keinen "richtigen" sondern nur verschiedene). Ich würde zum Notar gehen und einen Vertrag über die Nutzung der Wohnung aufsetzen. Und würde für die Tilgung (die ja jetzt schon kalkulierbar ist ) und ggfls. für die Wertsteigerung einen privaten notariellen Vertrag aufsetzen lassen mit dem Inhalt in etwa:

Frau y erwirbt, solange sie in eheänhlicher Gemeinschaft mit Herrn x wohnt einen Anspruch in Höhe von 50% der zurückgezahlten Tilgung für die Wohnung. Für den Fall einer Trennung bzw. Aufhebung der eheähnlichen Gemeinschaft wird 50% der Differenz zwischen dem heutigen Darlehensstand und dem dann bestehenden Darlehensstand durch Herrn x bezahlt. Herr x darf ohne Zustimmung von Frau y während der Zeit der eheähnlichen Gemeinschaft keine weiteren Darlehen oder Darlehenserhöhungen aufnehmen (das kann man dann wahrscheinlich ins Grundbuch eintragen). Diese Passus ist notwendig damit Du nicht aus lauter Wut vor der Trennung noch schnell im letzten Monat vor der Trennung die Darlehen erhöhst und Deine Freundin leer ausgeht. Und dann gehört noch ein Passus in den Vertrag was für den Fall einer Heirat passiert - dass diese verdiente Tilgung halt in beim Zugewinn berücksichtigt wird. Sonst hätte man wieder ein Problem bei einer späteren Scheidung.

Wenn ihr natürlich sowieso in 2 Jahren heiraten wollt dann könnt ihr euch den ganzen Krampf sparen und Du schreibst ihr einfach auf einen Zettel : Ich schulde Dir 5.000 Euro bei der Hilfe bei der Wohnung und basta.

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... ich durfte noch nicht erleben, daß ein Geldgeber da mitspielt. Viel Glück.

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Der/ein Notar wäre zunächst Euer Ansprechspartner!

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