Finanzamt: Steuerzahlungen absetzbar?

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9 Antworten

Moin Mallorca,

nein, so geht das nicht. Ich versuche, es Dir einmal einfach zu erklären.

Wenn Du umsatzsteuerpflichtig bist, machst Du nach dem Jahresabschluss mindestens zwei Abrechnungen mit dem Finanzamt: die Umsatzsteuererklärung (ggf. im gerade abgelaufenen Kalenderjahr vorab Deine Umatzsteuervorerklärungen) und die Einkommenssteuererklärung.

In der USt-Erklärung stellst Du auf der einen Seite (Einnahmen) dar, wieviel MwSt (Mehrwertsteuer; je nach Deiner Tätigkeit 19% oder 7%) Du Deinen Kunden berechnet hast. Auf der anderen Seite (Ausgaben) die MwSt, die Du aus betrieblichen Gründen bezahlt hast, z. B. beim Kauf von Kraftstoff für Dein Betriebs-Kfz, für Druckerpapier oder für eine Dienstleistung wie das Honorar eines Automechanikers oder Deines freien Mitarbeiters. Aus der Differenz dieser Beträge ergibt sich, ob Du dem Finanzamt noch USt schuldest oder etwas zurückbekommst. Danach seit Ihr quitt.

Die Höhe der MwSt, die Du vereinnahmst und die Dir in Rechnung gestellt wird, sollte aus den Rechnungen ersichtlich sein. Deine Beträge solltest Du ja zudem kennen. Aus Fremdrechnungen müsstest Du Dir diese ansonsten unter Berücksichtigung des angesetzten MwSt-Satzes des Rechnungsstellers (19% oder 7%) per Dreisatz herausrechnen.

Letztendlich ist die MwSt ein Durchlaufposten. Denn wenn Du richtig kalkuliert hast, hast Du diese auf den von Dir gewünschten Gewinn (Erlös beim Verkauf einer Ware oder Dienstleistung/Dein Honorar) oben drauf berechnet.

Bei der EkSt-Erklärung gehst Du bei einfacher Buchführung analog vor. Auf der Einnahmenseite alle Deine Rechnungsbeträge inkl. der MwSt (die stellst Du nun nicht gesondert dar) und die ggf. vom Finanzamt erstattete MwSt (wenn Du im Abrechnungsjahr USt-Vorerklärungen abgegeben hast), auf der Ausgabenseite alle von Dir bezahlten Rechnungsbeträge (inkl. der MwSt) und ggf. die von Dir an das Finanzamt im Voraus gezahlte MwSt (siehe eben). Aus der Differenz dieser beiden Summen resultiert Dein im Abrechnungsjahr erzielter Gewinn, für den Du nach Abzug Deiner privaten Ausgaben (z. B. Sonderausgaben) Einkommenssteuer bezahlen musst.

Alle geflossenen MwSt-Beträge (Deine und die der anderen) sind also vor der Ermittlung der eigentlichen Einkommenssteuerschuld bereits berücksichtigt und insofern nicht noch ein weiteres Mal abzugsfähig.

Eine monatliche Einkommensteuervorauszahlung für das laufende Kalenderjahr berechnet das Finanzamt aus Deinem letztjährigen Gewinn (siehe oben), also auf einen um die MwSt bereinigten Betrag. Bei dessen Ermittlung können u. a. regelmäßig entstehende Kosten mindernd angerechnet werden, z. B. die Monatsmiete für Dein Büro, nicht aber die MwSt; denn diese wird ja getrennt in den USt-Voranmeldungen und/oder der nachfolgenden USt-Erklärung berücksichtigt.

Klingt vielleicht noch ein wenig kompliziert; ist es aber nicht. Wenn Du das ein paar Male gemacht hast, ist es ein Selbstgänger und dauert bei einer ordentlichen Buchführung (und auch die ist nur ein Formalismus) nur die wenigen Minuten für das Ausfüllen und Absenden der Steuerformulare.

Liebe Grüße

Achim

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Kommentar von Mallorca
06.11.2012, 18:35

Kapiert - perfekt :-) DANKE!

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Als Untenehmer zahlt man verschiedene Steuern. Du solltest dich erstmal damit auseinandersetzen, welche Arten es gibt und was das bedeutet. Befrage am besten einen Steuerberater.

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Das was du ans Finanzamt zahlst ist ja die Umsatzsteuer (19%) die du aus deinen Erlösen eingenommen hast. Davon kannst du natürlich nicht nochmal 19% Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen..

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und du bist schon sicher, das du Unternehmer bist? Und das du auch dementsprechend dich geschult hast, oder besser - einen Beruf aus dieser Richtung erlernt oder studiert hast? Sonst einfach noch mal einen VHS-Kurs, oder die IHK bietet auch für Jungunternehmer Schulungen.

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Hallo Mallorca, Du bist Unternehmer und bietest Dienstleistungen an oder verkaufst Produkte. Diese werden mit 7% bzw. 19% Mehrwertsteuer ausgewiesen. Du kaufst Waren bzw. Geschäftsbedarf ein und entrichtest 7#% bzw. 19% Vorsteuer. Diese kannst Du dann mit der eingenommen Mwst. verrechnen. Die Differenz ergibt Deine Zahllast. Liebe Grüße, Peter

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Wenn du dich Unternehmer nennst, dann solltest du die grundsätzlichen Abläufe kennen, sonst könnte das eines Tages zum Problem werden. Was in deiner Fragestellung steht, kann so nicht umgesetzt werden. Du hast Eingangsrechnungen und auch Ausgangsrechnungen in denen die UST. ausgewiesen ist. Ab einem gewissen Betrag ausgewiesen sein muss. Beispiel: Du hast etwas verkauft und eine sog. Ausgangsrechnung erstellt in der die UST. ausgewiesen ist. Z, B. 300.--€ UST. Du hast etwas eingekauft und erhälst eine Rechnung in der z. B. 150.--€ als UST ausgewiesen sind. Kassiert hast du von deinem Kunden 300.--€ UST, hast aber 150.--€ UST an deinen Lieferanten zu zahlen. Nun ziehst du von den 300.--€ die 150.--€ ab. Es verbleiben 150.--€ UST. die du an das Finanzamt abführen musst. Ein einfaches Beispiel wie du vorgehen musst. Egal ob nun 19% oder 7% UST. zur Debatte stehen. So machst du das mit all deinen Eingangs.-und Ausgangsrechnungen, Tankquittungen ect.

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Tut mir leid, aber wenn du das nicht weißt dann bist du kein Unternehmer. Nimmt dir einen Steuerberater, sonst bist du bald kein Unternehmer mehr.

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Wenn du Unternehmer bist, bezahlst du Keine Mehrwertsteuer für alles was du für das Unternehmen kaufst.

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Kommentar von Mallorca
02.11.2012, 21:09

Meine Frage ist, ob ich, weil ich Unternehmer bin und ich einen Betrag X an das Finanzamt zahlen muss, von diesem Betrag X die Steuern ziehen kann.

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Nein, weil in den Steuern keine USt enthalten ist.

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