Fifty shades of grey-Buch lesen?

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4 Antworten

Ich kann mich Kirschkerze nur anschließen (und Achtung, ich spoilere).

Bereits die englische Version, die ich gelesen habe, war sprachlich unterdurchschnittlich und sofern die Übersetzer da kein Wunder geleistet haben, ist die deutsche Version auch nicht besser.

Das Thema BDSM/Sadomasochismus wird wirklich verzerrt dargestellt.

Schon alleine die zugrunde liegende These "Sadisten sind emotional verletzte Kinder, die mit viel Liebe geheilt werden können" ist völliger Unsinn und wissenschaftlich nicht plausibel.

Dazu kommt, dass diese angebliche Dom/Sub-Beziehung in Wahrheit nur aus einem manipulativen Stalker und einem naiven Opfer besteht. Das hat mit einer gesunden BDSM-Beziehung nichts zu tun.

Sowohl literarisch, als auch inhaltlich unterdurchschnittlich.

Matthias Grimme nannte das Buch mal "spaßige Linkshand-Literatur" und vermutlich ist Einhand-Lektüre auch das einzige, für das es bei manchen Menschen taugt. Meiner Meinung nach ist es nicht einmal dafür geeignet.

Ich seh das Enzylexikon hier auch gepostet hat,

ich copy paste nur mal eine alte antwort von ihm auf ein ähnliches thema

(ist von ihm also nicht von mir)

"

Bezüglich des Buchs: ich habe in das englische Original
hineingelesen und fand es stilistisch und inhaltlich
unterdurchschnittlich. Aus meiner Sicht nicht einmal als
"Einhandlektüre" zu gebrauchen.

Bezüglich des Films: Wenn schon der Trailer zeigt, dass man
sich offenbar keinen Bondage-Fachberater geholt hat, was man sogar bei
deutschen Krimis mit dem Thema BDSM macht, disqualifiziert er sich von
selbst.

Ich habe ihn  daher nicht gesehen.

Zwischenfazit: Buch und Verfilmung zeigen eine pathologische
Beziehung aus Hörigkeit, Erpressung und Manipulation und zeichnen
dadurch ein verzerrtes Bild des BDSM, das zudem vor Klischees strotzt.

Positives: BDSM wurde salonfähiger, man redet drüber. Außerdem
wird sexuelle Experimentierfreude geweckt. Eine dauerhaft höhere
Akzeptanz von BDSM-Beziehungen, oder Fetischismus erwarte ich aber nicht

Risiko: Ich sehe zudem das Risiko, dass Neulinge des Buch als
"Vorlage" für Beziehungen nutzen könnten und dadurch auch anfällig für
psychisch gestörte Zeitgenossen werden, die ihre kranken Ideen als
"BDSM" tarnen.

Dom-Rolle: Wieder wird das Klischee des erfolgreichen,
sportlichen und gepflegten metrosexuellen Dressman bedient. Das
Privatfernsehen zeigt dagegen extrem gepiercte Latex-Fetischisten als
Bild des BDSM.

Dass ein Dom auch mit Bierbauch und St. Pauli Shirt genau so eine
Autorität hat, ist natürlich nicht sehenswert und wird daher auch weder
in der Populärliteratur, noch filmisch thematisiert.

Sub-Rolle: Eine unerfahrene Jungfrau nach unschuldigem
Kindchen-Schema, die für ihren Herrn alles erduldet und sich
manipulieren lässt, ist natürlich die Fantasie so mancher Herren mit
Minderwertigkeitskomplexen.

Dass sowohl männliche als auch weibliche Subs durchaus ihren eigenen
Kopf haben und nicht gleichzusetzen sind mit gehirngewaschenen,
willenlosen Sexsklaven, passt nicht ins Wunschbild und wird daher nicht
populär gemacht.

Sachlich falsche Darstellung und Klischees machen Buch und Film für mich zur MNG ("media non grata"). ;-)"

Das kommt jetzt sehr darauf an, was dir sonst so gefällt und was du von dem Buch erwartest. Die Geschichte ist eine Fanfiction zu Twilight. Entsprechend wird es Twilight-Fans auch eher zusagen als denen, die Twilight auch schon nicht mochten. Due Geschichten sind nämlich ähnlich schnulzig und (un)sinnig.

Wie hier schon geschrieben wurde, ist es literarisch unter aller Kanone. Und inhaltlich sehr bedenklich. In dem Buch wird eine Missbrauchsbeziehung gezeigt, aber als romantische Liebesbeziehung verkauft. Fans der Bücher erkennen leider nicht, wie manipulativ Mr. Grey ist. Beziehungen dieser Art enden in der Realität nicht mit einem Happy End, sondern mit einer gerbochenen Frau. Psychopathie lässt sich nunmal nicht mit Liebe heilen.
Dass sich das Biest in einen Prinzen verwandelt, klappt nur im Märchen.

Möglich ist auch, dass dir die Erotik-Stellen gefallen. Ich fand sie zwar langweilig, aber ich kenne meine devote Neigung schon lange und lebe sie auch aus. Das Buch eignet sich in der Hinsicht mehr für diejenigen, in denen diese Neigung noch (mehr oder weniger) unentdeckt schlummert.

Wenn du also neugierig bist, rate ich dir trotzdem, es zu lesen. Am Ende bleibt es Geschmackssache. Behalte nur bitte im Hinterkopf, dass es ein Buch ist. Ein modernes Märchen, das mit der Realität absolut NICHTS zu tun hat.

Das Buch ist auch nicht gut, insbesondere die deutsche Übersetzung nicht. An der Aussage gibt es gar nichts zu rütteln.Es ist stilistisch und aufgrund schwachsinner Inhaltsumsetzung einfach schlecht. Die Leute, die das Buch gut finden, können nur über diese vielen Probleme hinwegsehen. Zudem wirft es ein vollkommen falsches Licht auf die BDSM Szene bzw. auf das was BDSM ist und sein sollte. Wenn dich das Thema ernsthaft interessiert solltest du das Ding meiden wie die Pest.

Und wenn du es doch liest, mach dich darauf gefasst ein und dieselben Formulierungen mindestens 50 mal im Buch zu finden (ja, das hat mal jemand gezählt. Auf die Lippen beißt sie sich jedenfalls mehr als 50 mal)

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