Feuerbach...Kritik

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Dinge die die Erfahrung übersteigen, wie Unsterblichkeit der Seele oder die Existenz Gottes, können nicht bewiesen oder widerlegt werden.

Intuitiv im Sinne des Materialismus ist, dass wenn jemand stirbt, die Beständigkeit der Seele nicht erfahren werden kann, jedoch die Beständigkeit der Existenz seiner (an-)organischen Materie; wenigstens bei Einzelfällen.

Aber daraus zu schließen, dass die Materie ewig existiert, lässt sich nicht beweisen, weil es genauso die Erfahrung, sowohl eines Einzelnen, weil dieser auch irgendwann stirbt, als auch die der Gattung Mensch, weil sie vlt. auch irgendwann nicht mehr da sein wird, übersteigt. - In Summe zeigt der Beweis der Ewigkeit der Materie, das gleiche strukturelle Problem auf, wie das der Existenz Gottes - kein Beweis und keine Widerlegung.

Ich würde mal auf die Internetseite der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft schauen:

www.ludwig-feuerbach.de/

Ansonsten gibt es metaphysische Grundannahmen wie Ewigkeit Gottes oder Ewigkeit des Seins oder der Materie, die unsere Beweisfähigkeit übersteigen. Kant hat schön gezeigt, dass wir Beweise nur innerhalb der erfahrbaren Welt führen können, und auch das ist eingeschränkt, wenn es "an die Ränder" kommt. Mit seiner Grundannahme steht Feuerbach in der Linie der altgriechischen Naturphilosophen wie Parmenides und auch der erste große Empiriker Epikur hat diese Grundannahme gesetzt.

Was für diese empirische Grundannahme spricht, ist, dass sie mit unseren Erkenntnismöglichkeiten auskommt und sie nicht mit abstrakten Gedankenspekulationen überzieht, die ja von den Grundbegriffen her auch alle aus der Empirie (aus der Erfahrung) stammen. Darum hat Feuerbach in seiner Religionskritik gezeigt, dass das Maß, um das die religiösen Annahmen die menschlichen Grunderfahrungen übersteigen, als Projektionsbilder aufgezeigt werden können: Wunschbilder nach Ewigkeit des Ich, Wunschbilder nach Vollkommenheit und alle sonstigen Idealbilder menschlicher Begrenztheiten. Letztlich muss man sich entscheiden, ob man das braucht und will oder ob man mit der Welt auskommt, wie sie sich in ihrer Unvollkommenheit darstellt.

Laut Zitat setzt Feuerbach voraus, dass Materie ewig existiert und auf dieser Annahme seine Philosophie basiert. Wahrscheinlich zielt der Urheber des Zitates darauf ab, zu sagen, dass die Philosophie Feuerbachs auf einer unbewiesenen Annahme basiert und daher fehlerhaft ist.

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