Feueralarm in der geschlossenen Psychiatrie - was passiert?

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9 Antworten

Jede öffentliche Einrichtung, jedes Krankenhaus und ebenso auch jedes Gefängnis verfügt über einen sogenannten Alarm- und Einsatzplan, der entsprechend den örtlichen Bedingungen individuell, jedoch nach landeseinheitlichen Richtlinien, erstellt wird. Hierin sind auch die Maßnahmen im Falle einer notwendigen Evakuierung festgelegt, die in regelmäßigen Abständen geprobt werden.

Die Gebäude werden in einzelne Brandabschnitte aufgegliedert. Für jeden einzelnen Gebäudeabschnitt ist im Alarm- und Einsatzplan geregelt, in welchen anderen Brandabschnitt ggfs. evakuiert werden muss. Nur selten sind Vollevakuierungen nötig, so dass in den meisten Fällen innerhalb des Hauses Teilevakuierungen in sichere Brandabschnitte vorgenommen werden. Je nach Größe des Hauses werden vertikale (in ein tiefer gelegenes Stockwerk) und/oder horizontale Evakuierungen (in einen auf der gleichen Ebene liegenden sicheren Brandabschnitt) vorgenommen.

Nur bei Großschadensereignissen werden die evakuierten Patienten oder Häftlinge in andere Einrichtungen in der näheren Umgebung verlegt. In diesem Fall ist die Aufnahme in anderen Häusern durch deren jeweiligen Alarm- und Einsatzplan geregelt.

Es ist also ziemlich sicher auszuschließen, dass jemand "abhanden" kommen wird. Jeder Bedienstete weiß genau, wie er sich im Falle eines Brandereignisses zu verhalten hat, um welchen Personenkreis (Aufteilung nach Zimmern/Zellen) er sich zu kümmern hat und in welche Gebäudeabschnitte die Personen verbracht werden müssen. Dem Zufall wird da nichts überlassen.

Danke! So eine Antwort habe ich mir gewünscht. Ich danke Dir!

Grundgütiger, ich hatte schon Zweifel an mir selbst, ob ich die Frage wirklich so unverständlich gestellt habe...

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@Willibergi

Ich fand Deine Frage keineswegs unverständlich und ebenso wenig unbegründet. ;-) Schön, wenn ich helfen konnte. :-)

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Bei Auslösen eines Feueralarms wird ja auch die Polizei verständigt, gerade bei solchen Einrichtungen und ich gehe davon aus, dass diese das Personal dabei unterstützt, da einen geregelten Ablauf zu gewährleisten bzw. das Ausbüchsen eines Patienten zu verhindern.

Wie setzt man eigentlich das Rauchverbot in solchen Einrichtungen um? Man kann ja schlecht sagen, `Rauchen nur vor der Tür erlaubt´. ;)) LG.

Es gibt Raucherräume! Da halten sich die meisten drin auf! :)

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In der Psychiatrie die in meinem Bereich ist, werden die Patienten der geschlossenen Stationen im Falle eines Brandes in ein anderes Gebäude verbracht. Hierfür gibt es Kellergänge, die die Gebäude verbinden.

Gibt es denn für solche Situationen immer extra ein dafür errichtetes Gebäude?

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Natürlich gibt es nicht extra ein leeres Gebäude dafür. Die Klinik besteht aus mehreren Häusern und im Brandfall würden dann halt für den Moment andere Stationen überbelegt werden, bis die Patienten entweder zurück können oder - falls das nicht möglich ist- verlegt werden.

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Die Frage ist recht interessant.

Allerdings wird es nicht so enden, dass direkt bei dem Feueralarm alle Türen aufspringen.

Oftmals gibt es auch mehr, als eine Sicherheitstür.

Vermutlich gibt es einen speziellen Plan in jeder Einrichtung.

Wenn es gut läuft können die Patienten in einem anderen Gebäude kurzzeitig unterkommen.

In anderen Fällen, kann es sein, dass die Pfleger und co Unterstützung von einer anderen Station bekommen. Meistens sind ja Notfalltelefone vorhanden mit denen schnell jemand zur Hilfe gerufen werden kann.

Dasselbe Problem wie in Hospiz, Pflegeheim, Krankenhaus, Kindergarten usw... usw ... 

Das Personal muss sich kümmern.

Wenn es ein akutes Problem ist: Schau dich um, da hängen bestimmt Flucht- & Rettungspläne aus.

In den von Dir genannten Einrichtungen ist es insofern einfacher, weil die dortigen Menschen nicht zwanghaft dort sind. 

In der geschlossenen Psychiatrie ist das ja anders - dort sperrt man die Patienten ja absichtlich ein - und ein Freigang kann für manche Patienten dann durchaus tödliche Folgen haben, Suizid zum Beispiel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür keine Maßnahmen gibt?!

Und nein, ein akutes Problem ist es nicht^^, nur mein Interesse, das gestillt werden möchte. ;-)

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Es ist sogar schwieriger, weil in einem Pflegeheim z.b. viele Menschen sind, die nicht mehr selbständig gehen können, dann kommen mehrere Stockwerke dazu und im Brandfall darf der Fahrstuhl nicht mehr benutzt werden. Häufig gibt es eingezäunte Außenanlagen, auf diesen wird sich dann wohl gesammelt, oder es gibt wie oben beschrieben mehrere Gebäude auf dem Gelände. Ich denke, dafür gibt es individuelle Lösungen, je nach Aufmachung der Einrichtung.

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Ich denke, wenns um Leben und Tod geht, dürfen die da raus...

Aber genau weil es um Leben und Tod geht, lässt man sie doch eben nicht raus?! Gibt es nicht irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen? 

Sonst könnte doch jeder Patient, der nicht in der geschlossenen Psychiatrie sein möchte, einfach den Feueralarm auslösen und somit Freigang erzwingen. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

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@Willibergi

Die werden ja nicht alle durcheinander rennen. Ich denke mal die Mitarbeiter würden vorne weg gehen und auch hinten Laufen usw...die Treffen sich vielleicht alle an einem Fleck vor der Psychiatrie und die Mitarbeiter passen auf. So wie in Schulen auch 

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@Hann7

Ich möchte nochmal betonen: In einer geschlossenen Psychiatrie sind die Patienten eingesperrt und dürfen nicht nach draußen. 

Dort finden sich vor allem Menschen, die starke Suizidpläne haben und diese bei Möglichkeit auch umsetzen würden. Genau deshalb nimmt man ihnen die Freiheit, um sie vor sich selbst zu beschützen. Viele Patienten wollen gar nicht dort sein und würden dementsprechend auch flüchten, wenn es ihnen möglich wäre. Eine geschlossene Psychiatrie ist ein bisschen etwas anderes als eine Schule. ;-)

Genau dieselbe Frage stellt sich mir aber auch bei einem Gefängnis - wie wird dort verfahren? So zivilisiert wie Grundschüler sind Gefängnisinsassen eher selten. ;-)

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@Willibergi

Ich will nochmal betonen, dass es um Leben und Tod geht. Die Mitarbeiter können die Insassen nicht einfach in einem brennenden Gebäude lassen. Die Mitarbeiter in Gefängnissen sind ja auch für diesen Beruf ausgebildet und werden die da schon aus dem Gefängnis bekommen ohne dass einfach welche wegrennen. Wohlmöglich gibt es die Feueralarme auch nur in den Büros der Mitarbeiter. Es gibt ja auch immer welche die aufpassen und überwachungskameras, da sieht man ja ob jemand den Alarm auslöst weil er grade etwas sieht oder riecht und Angst bekommt oder einfach nur abhauen will 

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@Hann7

und werden die da schon aus dem Gefängnis bekommen ohne dass einfach welche wegrennen.

Aber wie? Das ist doch die Frage! ;-)

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Richtig. So einfach ist das nicht.

Und wer das nicht begreift, mit dem stimmt sowieso was nicht. Da kannst Du Dir die Diskussion sparen.

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Im allerschlimmsten Fall lässt man sie einfach raus.

Ein eingezäunter Gartenbereich wäre hilfreich.
Sprinkleranlagen in den Zimmern der Patienten, damit sie nicht verbrennen. 
Feuertreppen die in einen Keller führen.

Ist alles was mir spontan einfällt.

Deine Antwort ist gar nicht so schlecht, ABER Du meinst Sprinkleranlagen retten Menschen vor dem Sterben bei einem Feuer?
Ich bin selbst in der freiwilligen Feuerwehr und weiß daher, dass die meisten Menschen nicht wegen des Feuers sterben, also verbrennen, sondern anhand der giftigen Rauchgase, z.B. Kohlenmonoxid, durch eine Rauchgasintoxikation sterben. Denn schon 3 Atemzüge vom Brandrauch können dich bewusstlos machen oder sogar töten.
Daher:
Die Sprinkleranlage ist nicht schlecht um Räume oder Gebäudeabschnitte frei von Feuer zu halten also ein ausbreiten des Feuers zu vermeiden.
Jedoch halten sie die Räume/Gebäudeabschnitte nicht rauchfrei, dafür benötigt es Brandschutzabschlüsse, dies können Schiebetüren, Türen oder Wände sein, oder aber speziell mit Überdruck belüftete Räume, Gebäudeabschnitte, usw. welche speziell dafür entwickelt wurden Brandrauch abzuhalten.

In diesem Sinne noch einen schönen Abend.

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Du bringst da Prioritäten durcheinander.

Das Festhalten wird zum Schutze der Patienten durchgeführt (jedenfalls theoretisch).

Der Tod ist niemals ein angemessener Schutz für einen Patienten.

Das ist richtig, aber bei einem Feueralarm, wenn auch einem falschen, alle Patienten unkontrolliert nach draußen zu entlassen, halte ich trotzdem für stark fahrlässig, Du nicht?

Dass man die Patienten nicht auf der Station belässt und sie verbrennen lässt, ist mir schon klar.

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@Willibergi

Lebensrettung ist niemals "fahrlässig", sondern das einzige, was Menschen tun können, die noch ihre Sinne beieinander haben.

Mit dir stimmt wirklich was nicht, dass Du so eine Frage stellen musst.

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@NetzBeratung

Ich glaube, Du hast mich da ein bisschen missverstanden. ;-)

Dass man die Patienten nicht retten muss, sage ich ja gar nicht. Aber es kann doch nicht sein, dass jeder Feueralarm in der Psychiatrie einen Massensuizid zur Folge hat? 

Wegen starker Suizidgefährdung sind schließlich viele Menschen in der geschlossenen Psychiatrie - würde man diese Menschen (möglicherweise infolge eines Feueralarms) alle entlassen, kann man sich vorstellen, was das für Folgen hat.

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@NetzBeratung

@NetzBeratung, kannst Du mir bitte erklären, warum mit dem FS irgendetwas nicht stimmen sollte? Ich finde diese Frage durchaus legitim.

Wer noch nie in der Nähe einer Rettungsleitzentrale war oder aus anderen Gründen mit Alarm- und Notfallpänen in Berührung gekommen ist, muss nicht wissen, wie im Ernstfall eine Evakuierung organisiert ist.

Wirklich aussagekräftig war Deine Antwort nun nicht. Muss ich davon ausgehen, dass Du es auch nicht weißt? ...... Sollte mich das jetzt dazu veranlassen, Dich zu fragen, was mit Dir nicht stimmt? ..... Keine Sorge! Das wird nicht passieren! ICH weiß ja, dass man nicht alles wissen kann bzw. muss. Nur so erklärt sich die Existenz dieser Plattform. ;-)

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Es gibt geschlossene Psychiatrien in dem Patienten sitzen die Straftaten begangen haben und eine Gefahr für die Gemeinschaft sind. Keine Ahnung ob es die in Deutschland gibt oder nicht

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