Feuer am Hochspannungsmast mit Wasser löschen?

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4 Antworten

Auf jedem H2O-Feuerlöscher steht: "Einsatz in elektrischen Anlagen bis max. 1000 V, Mindestabstand 1 m."

Denn Wasser ist eigentlich ein schlechter elektrischer Leiter, ein guter Leiter wird es erst durch Salze etc. in Meeren und Seen und durch Erhöhung des Querschnitts.

Unser Leitungswasser hat (bis auf wenige Ausnahmen) einen so hohen Widerstand, dass es in Durchlauferhitzern durch Blankdrahtkartuschen fließt und dabei mit 400 V Drehstrom aufgeheizt wird - und das, ohne dass man am Wasserhahn gleich einen Stromschlag bekommt.

Wenn die Feuerwehr also einen Wasserstrahl auf eine elektrische Anlage richtet, so kann man die Bedingungen grob hochrechnen:

  • Jede Erhöhung des Abstandes um einen Meter entspricht der Erhöhung der zulässigen Spannung um weitere 1000 V. Bei 10 m Abstand sind's also schon 10.000 V.
  • Jede Verdoppelung des Wasserstrahl-Querschnitts reduziert die zulässige Spannung auf die Hälfte. 10 m Abstand, doppelter Querschnitt (gemessen am Haushalts-Wasserhahn) = 5.000 V.

Bei einer 110 kV-Anlage heißt dies: Abstand mindestens 110 m. Wird der Querschnitt verdoppelt: Abstand 220 m.

Und dann gibt's noch die "Beregnung", bei welcher zwar das kühlende Wasser (mehr macht Waser beim Löschen auch nicht) nicht als Strahl, sondern als Tropfen an den Brandherd gebracht wird. Hierbei ist der Strahl aufgrund der vielen Unterbrechungen extrem hochohmig, selbst wenn der Querschnitt sehr groß ist.

Und nicht zu vergessen: In Amiland sind die Spannungen eh auf rund die Hälfte unserer Spannungen reduziert. Und wo wir Trafohäuschen mit 10 kV haben, welche ganze Siedlungen versorgen, da hängt bei den Amis oft vorm Haus ein kleiner Trafo am Mast, damit man möglichst verlustfrei ins Haus gelangt.

dompfeifer 24.02.2017, 14:48

Beziehen sich diese technischen Angaben auf den Leiterquerschnitt des C-Rohr-Strahls?

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electrician 24.02.2017, 15:11
@dompfeifer

Das waren keine technischen Angaben. Das ist alles reine Spekulation, basierend auf gesundem Menschenverstand...

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Das ist nur gefährlich, wenn man einen geschlossenen Wasserstrahl benutzt.

Ein "Sprühregen" kann den Strom nicht weiter leiten. Bei der Feuerwehr werden solche Techniken genau für solche Fälle gelehrt und angewendet.

sunnymarx1977 23.02.2017, 16:18

Gute Erklärung. Danke.

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Bernhard1961 23.02.2017, 16:19

"Sprühregen" aha, klingt plausibel. Danke!

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Ich kann nur raten.

Es ist ähnlich wie beim schweißen. Sobald der Funke übergesprungen ist und der Leuchtbogen entstand ist der leichteste Weg für den Strom über diese Brücke direkt zur Masse. Der Umweg über den Wasserstrahl durch den Boden zurück zum Mast wäre somit viel größer.

Ist aber nur ne Vermutung.

Bernhard1961 23.02.2017, 16:12

Jaein, sage ich mal. Danke!

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Es gibt etwas, das nennt sich "Schütz". Wenn dieses Ding betätigt wird, ist da kein Strom mehr vorhanden.

Ich schätze mal, die Rätsels Lösung ist, dass der Strom abgeschalten wurde.

sunnymarx1977 23.02.2017, 16:10

Dann wäre der durch Strom erzeugte Lichtbogen verschwunden, den man aber eindeutig noch gehört hat. ;o)

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mrDoctor 23.02.2017, 16:18
@sunnymarx1977

Für mich sieht es nach einem Trafo-Brand aus. Mit einem Ölaustritt wäre auch die Stichflamme in Zusammenhang mit dem Löschwasser zu erklären.

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JayC71 23.02.2017, 16:11

Klar und die Funken sprießen weil der Strom abgeschaltet wurde. Logisch.

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