Fettbrand mit Wasser löschen?

8 Antworten

Das Fett ist so heiß, dass das Wasser es nicht ersticken oder kühlen kann. Im Gegenteil verdunstet es zu Wasserdampf und nimmt kleine Fettteilchen mit. Diese Fetteilchen sind nun als Nebel über dem Brandherd und brennen ebenfalls. Die Flamme wird viel größer.

Brennt nur das Fett alleine, brennt es nur an der Oberfläche, weil es ja Sauerstoff braucht. Das Fett in tieferen Regionen brennt nicht. Daher brennt "viel weniger Fett"

Das Öl verdampft wenig bis gar nicht. Wasser dagegen schon. Wenn du jetzt Wasser in eine heiße Fettpfanne schüttest passieren 2 Dinge:

Das Wasser sinkt auf die heiße Pfanne, weil das Fett oben auf schwimmt. Dadurch kommt das Wasser schlagartig mit einer sehr heißen Oberfläche in Kontakt und verdampft sofort. Die darüberliegende Ölschicht wird dann überall verspritzt. Das Öl ist zudem auch noch heißer als 100°C, sodass man schlimmere Verbrennungen als bei Wasser erleidet und sogar Brandgefahr besteht.

Wasser ist schwerer als Öl und versinkt im Fett. Das Fett/Öl hat eine Temperatur von weit über 100°C, dem Siedepunkt des Wassers, darum verdampft das Wasser extrem schnell.

Das Wasserdampfvolumen ist etwa 1500-mal höher als das Wasservolumen. Durch diese fast explosionsartige Ausdehnung der Wasserdampfwolke wird das Fett atomisiert, das heißt als kleinste Tröpfchen mitgerissen und verteilt.

Diese Fettwolke verteilt sich und zündet an der Ausdehnungsfront. Die Flammenfront dehnt sich mit der Wolke aus und die Flamme zündet zur Mitte hin durch, wodurch die brennende Wolke nochmals eine gewisse Zusatzausdehnung erfährt.

Durch die Atomisierung des Fetts ergibt sich eine große Oberfläche und dadurch ein schnellerer Reaktionsablauf (also wird sehr schnell sehr viel Hitze erzeugt und gut verteilt, was die Brandausbreitung enorm beschleunigt).

Den Vorgang nennt man nicht Explosion sondern Deflagration (Ausdehnung der Wolkenfront unter Schallgeschwindigkeit) oder auch Verpuffung.

Was möchtest Du wissen?