Fertilitätsmonitor/Verhütungscomputer/Ovulations Test/Zykluscomputer alles das selbe?

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4 Antworten

Fragst Du wegen Kinderwunsch oder Verhütung?

Grundsätzlich geht es um die Ermittlung der fruchtbaren Tage - entweder um diese gezielt zum Schwanger werden zu nutzen oder eben, um an diesen Tagen zu verhüten und ganz besonders aufzupassen oder sogar auf Sex zu verzichten, um nicht schwanger zu werden. Der Begriff "Zykluscomputer" ist sozusagen ein Sammelbegriff für alle Computer, die das Zyklusgeschehen aufzeichnen, auswerten und letztendlich jeden Tag in "unfruchtbar" oder "fruchtbar" einteilt. "Verhütungscomputer" (Cyclotest myway, Lady-Comp, Daysy und Persona) machen nichts anderes, allerdings sind sie auf die Frau mit Verhütungswunsch ausgelegt und zeigen im Zweifel aus Vorsicht mehr fruchtbare Tage an, wenn die erfassten (Temperatur)-Daten nicht eindeutig genug sind, um klar von "unfruchtbar" ausgehen zu können. In der Sicherheit unterscheiden sich die Geräte in der Zuverlässigkeit ihrer Prognosen, denn die Frage ist ja, ob ein Tag der vom Computer als "unfruchtbar" angezeigt wird, auch tatsächlich unfruchtbar ist. Am zuverlässigsten beherrschen diese Disziplin offenbar die Cyclotest-Computer, wie ich es einer Doktorarbeit mit echten Anwenderinnen und dem Buch "Natürliche Familienplanung heute" entnehmen konnte. Lady-Comp und Daysy geben aus meiner Sicht eine höhere Sicherheit an, als es tatsächlich der Fall ist. Es gibt meines Wissens nach keine öffentlich zugängliche Studie, die die angegebene Sicherheit bestätigt, was mich persönlich stutzig gemacht hat. Der Hormonmeßcomputer "Persona" bildet das Schlusslicht in Bezug auf die Sicherheit.

Grundsätzlich muss man sich aber im Klaren sein, dass diese Form der Verhütung immer nur maximal so sicher sein kann, wie die bei Sex an den fruchtbaren Tagen gewählte Verhütungsmethode. Entsprechend gewissenhaft sollte der Umgang damit erfolgen, wenn man eine Schwangerschaft vermeiden möchte. Bei einem Verkehrsunfall weiß man dann allerdings auch sehr genau, ob man sich gerade in der fruchtbaren Phase befindet oder nicht und kann somit sehr gut selbst beurteilen, ob die Einnahme der Pille danach sinnvoll ist.

Ich habe mich nach meiner Kupferkette seehr ausgiebeig mit dem Thema beschäftigt und verwende aktuell den Cyclotest Myway. Das funktioniert gut und ich fühle mich sicher damit. Bei Sex an den fruchtbaren Tagen benutzen wir Kondome oder beschränken uns auf andere Spielereien. Der Myway wertet die Temperatur aus und kann bei der Auswertung noch weitere zyklusrelevante Veränderungen berücksichtigen. Und er führt und zeigt eine Zykluskurve. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war, dass ich in diesen Computer eingeben kann, wenn ich einen Temperaturwert im Tagesverlauf nicht für eindeutig erachte und deshalb der Meinung bin, dass er nicht in der Auswertung berücksichtigt werden sollte (z.B. wenn ich im Tagesverlauf merke, dass ich vermutlich einen Infekt habe und der höhere Temperaturwert darauf zurückzuführen sein könnte). Außerdem kann ich neben der gemessenen Temperatur noch die Zervixschleimbeobachtungen eingeben. Die Auswertung kommt sehr nah an die in Bezug auf die Sicherheit viel gepriesene NFP oder jetzt sensiplan-Methode (mit Thermometer und dann aufschreiben, selbst Kurven malen und auswerten) heran, welche ich theoretisch super finde, aber für mich in der Praxis nicht dauerhaft umzusetzen war. Ich habe schlichtweg nicht die nötige Disziplin und mir war die Auswertung mit den ganzen Sonderregeln zu kompliziert. Es hat dann zuviel Raum in meinem Leben eingenommen. Der Cyclotest Computer kostet zwar nicht gerade wenig, aber der Hersteller bietet Ratenzahlung an - dann ging's. Und man kann das Thermometer auswechseln - das fand ich auf lange Sicht im Hinblick auf die Hygiene sympathisch. Am Anfang zeigt der Cyclotest myway viele fruchtbare Tage an, weil er den Zyklus "lernen" muss - inzwischen sind es durchschnittlich 8 fruchtbare Tage, wobei 6 ja schon naturgegeben sind (1 Tag Überlebenzeit der Eizelle + 5 Tage mögliche Überlebenszeit Spermien). Man muss nicht jeden Tag die Temperatur messen, aber in der "heißen" Phase sollte man am besten täglich messen, damit man die angezeigten fruchtbaren Tage reduziert - im Optimalfall sind es mind. 9 aufeinanderfolgende Temperatur-Daten. Unregelmäßiges Messen wird mit einer Ausdehnung der angezeigten fruchtbaren Phase bestraft.  Ich messe vom Ende meiner Menstruation bis der Computer unfruchtbar nach dem Eisprung anzeigt. Um die Sicherheit zu erhöhen, gebe ich zusätzlich Zervixschleimbeobachtung ein oder ich mache LH-Tests und gebe das Ergebnis ein. 

ABER: Ich würde immer empfehlen, das Buch "Natürlich & sicher" zu lesen, auch wenn man am Ende wie ich einen Computer als Hilfsmittel verwendet. Jede Frau sollte über ihr Zyklusgeschehen Bescheid wissen, um sich nicht blind auf einen Computer verlassen zu müssen. Dieses Buch ist grandios diesbezüglich.

Auf Kinderwunsch ausgelegte Zykluscomputer (Cyclotest Myplan, Baby-Comp, Clearblue-Fertilitätsmonitor) sind großzügiger in der Anzeige (es kann ja auch nix schief gehen :-) ) und haben Zusatzfunktionen wie die Anzeige des voraussichtlichen Geburtstermins etc.

Den Begriff "Fertilitätsmonitor" hat die Marke Clearblue für ihren Kinderwunsch-Computer in der TV-Werbung eingeführt. Der Clearblue Fertilitätsmonitor funktioniert über die Auswertung der im Zyklus stattfindenden Hormonwertveränderungen (ermittelt mit Teststäbchen, die in den Urin gehalten werden &Computer zum Auslesen) und die Anwenderin bekommt daraufhin angezeigt, ob sie fruchtbar oder hochfruchtbar ist und somit die Chancen für eine Schwangerschaft gut stehen. Dieser Computer ist nicht für die Verhütung geeignet! Problem No. 1: Es kann sein, dass der Computer immer wieder "hochfruchtbare Tage" anzeigt und die Frau immer wieder davon ausgeht, dass in Kürze ihr Eisprung stattfinden wird und sie somit gute Chancen hat bei Sex in diesem Zeitraum schwanger zu werden, dass der Hormonanstieg letztendlich aber gar nicht ausgereicht hat, um den Eisprung tatsächlich auszulösen. Dies könnte nämlich lediglich ein ermittelter Anstieg der Körpertemperatur belegen, welcher wiederum durch den Eisprung ausgelöst wird. Problem No.2: solche biochemischen Teststreifen sind fehleranfällig. Problem No.3:  1 Packung kostet rund 42 Euro + die Investition für den Computer selbst, der bei rund 120 Euro liegt. Pro Monat kann es gut sein, dass man eine Packung Teststäbchen aufbraucht. Falls welche übrig bleiben kann man diese auch nicht im nächsten Zyklus benutzen, weil man pro Zyklus nur Teststäbchen der gleichen Charge verwenden darf.

Alternativ zum Clearblue Fertilitätsmonitor kann man auch Ovulationstests/LH-Tests durchführen, denn diese ermitteln ebenfalls den Hormonansteig des LH-Hormons.

Das Gegenstück zum Clearblue Fertilitätsmonitor ist der "Persona-Monitor", für die Frau mit Verhütungswunsch. Er funktioniert nach demselben System, indem man an 10-16 Tagen das Teststäbchen in den Morgen-Urin hält und dieses dann in den Schlitz zum Auswerten in den Computer steckt. Der Computer ermittelt dann einen Hormonanstieg. Problem No.1: Die Sicherheit liegt bei 94%, wenn man an den fruchtbaren Tagen enthaltsam ist -> sprich 6 von 100 Anwenderinnen pro Jahr werden schwanger. Ohne parallele Temperatur-Auswertung wäre mir das zu heiß, um damit sicher zu verhüten. Problem No.2: Bei einem kurzen Zyklus oder einem ausnahmensweise kurzen Zyklus wird zu spät an den ersten Urin-Test erinnert. Der Hormonanstieg kann dann schon gestartet haben und ein durchhaltungsstarkes Spermium befruchtet die ausnahmensweise früher herangereifte Eizelle. Problem No.3: auch hier sind die biochemischen Teststreifen fehleranfällig. Problem No.4:  1 Packung kostet rund 40 Euro für 32 Teststreifen + die Investition für den Computer selbst, der bei rund 90 Euro liegt. Pro Monat braucht man mindestens 8 Teststäbchen (ein längerer Zyklus braucht auch mehr Teststäbchen). Falls welche übrig bleiben kann man diese auch nicht im nächsten Zyklus benutzen, weil man pro Zyklus nur Teststäbchen der gleichen Charge verwenden darf.

So, nun habe ich all mein Wissen diesbezüglich für Dich zusammengefasst. Ich hoffe, es hilft Dir und stiftet nicht zusätzliche Verwirrung.

Bei Fragen kannst Du mich jederzeit gerne anschreiben.

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Verhütungscomputer gibt es in zwei Ausführungen: Entweder liest der Computer spezielle Teststäbe aus oder misst die Basaltemperatur.

Persona ist z.B. so ein Computer, der spezielle Teststäbe auswertet. Von Clearblue gibt es noch einen Fertilitätsmonitor, der auf den Kinderwunsch ausgelegt ist. Soweit ich weiß, ist Persona auch von Clearblue, nur eben auf Verhütung ausgelegt.

Außerdem gibt es noch Computer, die die Basaltemperatur messen und auswerten (Cyclotest und Ladycomp). Die Firma, die den Ladycomp vertreibt, hat auch einen Babycomp im Sortiment.

Auch Cyclotest bietet zwei Varianten des Temperaturcomputers. Eine zur Verhütung und eine für den Kinderwunsch.

Was diese Computer alle gemeinsam haben: sie sind teuer. Entweder in der Anschaffung oder wegen der Folgekosten für die Teststäbe.

Ovulationstests haben damit nichts zu tun, da man von diesen nur ablesen kann, ob es einen LH-Anstieg gab oder nicht. Im falle eines nachgewiesenen Anstiegs kann man vermuten, dass etwa 24 bis 36 Stunden später der Eisprung stattfindet. 

Da es aber gelegentlich (je nach Empfindlichkeit des Tests und dem eigenen individuellen Hormonhaushalt) vorkommen kann, dass es trotz positivem LH-Test trotzdem nicht zu einem Eisprung im erwarteten Zeitfenster kommt bzw. es trotzdem einen Eisprung gibt, obwohl der Test nie positiv wird, sind LH-Tests nicht zur Verhütung geeignet.

Sie sind ausschließlich zur Optimierung des Zeitpunkts des Sexualverkehrs bei gewünschter Schwangerschaft geeignet.

Am kostengünstigsten und genauesten ist das Erlernen und Anwenden der sympto-thermalen Methode "Sensiplan". Computer kommen nie an die Genauigkeit von "Sensiplan" heran.

LG

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Naja, die Computer-Dinger sind als Verhütungsmethode schon sicherer, die planen "langfristiger".

Einen positiven Ovulationstest bekommst du ca. 24-36 Stunden vor dem Eisprung, die fruchtbare Phase beginnt aber schon früher. Heißt: Wenn der Test positiv ist, kanns schon "zu spät" sein ;)

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Es ist alles ziemlich ähnlich... Obwohl du Ovulationstests eher mit einem Zykuluscomputer in Verbindung nutzen solltest...
Ich glaube diese Fertilitätscomputer wirken wie Ovulationstest und Zykuluscomputer zusammen...

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