Fertighaus Besichtigung?

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2 Antworten

Egal, ob nun ein konventionelles oder ein Fertighaus gebaut werden soll: Es wird immer teurer, als gedacht. Deshalb lieber etwas kleiner bauen, aber dafür ein Geldpolster einplanen!

Aber auch dran denken: Nichts hält so lange wie ein Provisorium!!!

Eine massive Ziegelbauweise hat schon seine Vorteile, aber auch seinen Preis. Nichts ist nerviger, als wenn man die Kinder im Obergeschoss bis in den Keller runter hört oder jedes gesprochene Wort im Nachbarzimmer. Eine gute Schalldämmung ist goldwert - auch im Eigenheim!

Positives und Negatives gibt es immer zu berichten. Es kommt aber vor allem darauf an, wie man sich vertraglich absichert. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Vertrag vor der Unterschrift von einem fachkundigen Anwalt prüfen zu lassen. Gerade bei Fertigbauhäusern ist die Vertragsgestaltung teilweise dehnbar wie ein Kaugummi und stets zugunsten der Firma ausgelegt.

Ich kenne hochwertige Fertigbauhäuser, an denen nichts auszusetzen ist, aber auch solche, wo man mit einem Schlag eines Vorschlaghammers durch die Außenwand bricht.

Eine kluge Planung erspart massig Ärger - auch wenn das Häuschen fertig ist. Das fängt damit an, daß man zu wenig Steckdosen hat und die wenigen dann noch an ungünstigen Stellen sitzen, man für die Gardinen seitlich keinen Platz gelassen hat, nicht genug Stellwände vorhanden sind, die Kabel und Rohre unzugänglich im Boden eingegossen sind, eine träge Fußbodenheizung Unmengen von Energie schluckt und man aus Kostengründen auf den hochgezogenen Kamin in der Mitte des Hauses verzichtet, an den man später immer noch Holzherde hängen kann.

Ich würde heute nur noch mit schnell zugänglichen Kanälen in den Wänden bauen und kein Wasserrohr wäre bei mir in der Außenwand verlegt. Bei mir würde auch kein Rohr mehr eingegossen verlegt werden. Die Küche hätte auf jeden Fall Großmutters Holzherd und einen Flaschengas-Herd und das Duschwasser könnte zur Not ebenfalls mit Großvaters Holz-Boiler erhitzt werden. Energie wird immer teurer werden. Deshalb lieber wenige, aber hochwertige kleine Fenster. Mein Haus würde ich so bauen, daß ich im Notfall ohne Strom, Erdöl oder Gas auskommen könnte (deshalb die kühle Speisekammer nicht vergessen!). Mein Haus hätte eine Zisterne und die Toiletten würden mit Regenwasser gespült werden. Dafür hätte ich in der Küche eine Osmose-Filteranlage für sauberes Trinkwasser. Ein ausreichend großer Garten zur Selbstversorgung wäre für mich auch noch wichtig.

Das Haus so planen, daß man mit wenig Aufwand zwei Wohnungen daraus machen kann. Man wird nicht jünger, die Kinder gehen aus dem Haus und dann hockt man mit einem viel zu großen Haus und hohen Kosten allein da.

Der Vorteil eines Fertighauses ist auf jeden Fall die Bauzeit. In der Regel wird nur eine geringe Anzahlung vereinbart und die Restzahlung ist mit der Übergabe fällig. Es wird im Vorfeld alles besprochen - Fliesenfarbe und -größe, Bodenbeläge, Türgriffe, Steckdosen usw. Dies sorgt auf jeden Fall für die Einhaltung eines Kostenrahmens. Auf der anderen Seite muss sich der Bauherr in kurzer Zeit mit allen Ausstattungskriterien beschäftigen und entscheiden. Beim massiv errichteten Haus wird auch ein Kostenrahmen festgelegt, aber oft überschritten, da man in der Bauphase die teureren Fliesen nimmt oder doch noch mehr Steckdosen braucht. Aufgrund der Bauzeit fallen auch höhere Bauzeitzinsen an. Der Vorteil ist, dass man nicht in wenigen Tagen alle Entscheidungen treffen muss. Aber man braucht auch mehr Disziplin, um einen finanziellen Rahmen einzuhalten. In den Nebenkosten stehen die heutigen Fertighäuser den massiv errichteten Häusern nichts mehr nach. Es gibt viele Energiesparhäuser.

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