Fernseherreparaturanleitung

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Du kannst es nicht selbst reparieren, dazu gehört Wissen, dass man sich in jahrelanger Arbeit aneignen muss! Was glaubst Du warum Menschen wie ich 3,5 Jahre lang eine Ausbildung machen und dann über 20 Jahre arbeiten um ihre Fähigkeit zu perfektionieren?

Es gibt Sachen, die kann eben nicht jeder! Ausserdem bekommst Du als Laie keine Ersatzteile. Du hast wahrscheinlich keine vernünftigen Messgeräte und keine Lötstation für bleifreies Löten und Entlöten, eine vernünftige Station mit der man auch Prozessoren auslötem kann, kostet schon einige tausend Euro, keine Schaltpläne, nicht das nötige Grundwissen.

In einem Fernseher herrschen Spannungen die tödlich sein können. Für Dich oder den User der das von Dir reparierte Gerät benützt. Kennst Du die VDE-Vorschriften für die Reparatur von Fernsehgeräten? Hast Du einen Arbeitsplatz der antistatisches Arbeiten erlaubt?

Es gibt auch keine sinnvollen Schritt für Schritt Anleitungen. Du musst was messen, daraus dann die richtigen Schlüsse ziehen und weiter messen oder Teile tauschen. Wenn Dir die "Anleitung" jetzt sagt : "Mainboard kaputt" und Du würdest es tatsächlich über eine befreundeten Händler bekommen, und tauschen ohne dass es kaputt geht, kann es immer noch sein, dass der Fernseher nicht läuft, weil Du was übersehen hast. Das Mainboard kannst Du nicht mehr zurück geben, also sind 300€ in den Wind geschossen!

Sogar die Reparaturanleitungen der Hersteller nützen einem ohne das benötigte Fachwissen nichts! Selbst die Sicherungen sind heute meist eingelötet und müssen mit dem passenden Equipment getauscht werden. Also Finger weg und Fernseher zum Fachmann! In meiner langen Zeit als Fernsehtechniker hatte ich einige Geräte die von "schlauen" Leuten kaputt-repariert wurden. Und da waren sogar Fernsehtechniker-Meister, ohne grosse Berufserfahrung, dabei!!!

Na langem Belesen habe ich auch den Entschluss gefasst das Teil zum Fachmann zu geben. Du hast ja Recht :) Ich habe für Montag schon einen Termin er berechnet mir auch nichts für die Fehlersuche, ich lasse es aber dann auch bei ihm machen wenns nicht zu teuer wird.

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@SandraDD

Was wurde daraus? Hatte er angegeben welche Bauteile es waren? Ich tippe ja auf billige defekte Kondensatoren, das macht Samsung und die anderen absichtlich, siehe "Geplante Obsoleszenz". Es kann nicht an den paar Cent liegen, die langlebige Kondensatoren mehr kosten. Mitunter bauen die Konstrukteure die Platine auch so auf, dass Elektrolytkondensatoren gleich über warmen Kühlkörpern liegen. Darauf könnte man wohl immer verzichten, so etwas MUSS Absicht sein. Damit kann man die Lebensdauer auch "regulieren".

Das geplante "End of Life". Idealerweise kurz nachdem die Gewährleistung oder Herstellergarantie rum ist. Also am besten jeden Tag 16h laufen lassen, dann geht er evtl. noch vor Ende von Gewährleistung oder Garantie kaputt ;-) .

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Zunächst einmal: Einem Laien wird es schwer fallen, den Fehler an einem Fernsehgerät, egal ob herkömmliches Gerät, Plasma oder LCD zu lokalisieren und zu reparieren. Wer es aber dennoch versuchen will, vielleicht, weil er doch technisch nicht ganz unbeleckt ist (ich bin z.B. lizensierter Funkamateur und repariere solche Geräte selbst), dem stehen selbstverständlich alle Wege offen. Verboten ist das, wie hier einer schreibt, keinesfalls. Zur Ersatzteilbeschaffung: So lange es sich um handelsübliche Teile wie Widerstände, Kondensatoren, Elkos, Halbleiter und andere Dinge handelt, die bekomme ich im Elektronik-Versand (Reichelt und andere).

Aber: Moderne Fernsehgeräte sind in Modultechnik aufgebaut oder besitzen, ähnlich wie ein PC nur noch ein Mainboard, auf dem sich viele Gerätespezifische Bauteile wie Halbleiter und hochintegrierte Chips befinden, die explizit für eine bestimmte Baureihe eines Herstellers wie Samsung gefertigt werden. Diese Bauteile sind im normalen Elektronikhandel nicht zu bekommen sondern nur direkt bei den Servicestellen der Hersteller. Wenn man nun genau weiß, was man benötigt (Bauteilenummer) kann man natürlich auch als Nichtfachmann versuchen, dieses dort zu bestellen. Ich habe da bisher noch keine Probleme gehabt.

Nochmals aber: Da zum einen die Suche nach dem defekten Bauteil auch beim Vorhandensein entsprechender Diagnose- und Meßgeräten sehr zeitaufwendig und der Austausch von hochintegrierten Chips mit zum Teil zig Lötanschlüssen auf mehrschichtigen Patinen schwierig bis unmöglich ist, sind diese Bauteile häufig überhaupt nicht zu bekommen, auch nicht für den Fachmann. Üblich ist da der komplette Tausch des gesamten Mainboards. Beim PC oder Laptop ist es genau so. Ist das Mainboard defekt, wirds komplett getauscht (wenn es sich dnn noch lohnt).

Fazit: Mainboard im modernen Flachmann defekt: Platine komplett tauschen. Dies wiederum kann auch der handwerklich geschickte Laie, wenn er ein paar Grundregeln beim Werkeln beachtet und in der Werkzeugkiste nicht nur eine Pumpenzange hat.

Nein, wir haben alle Teile aus England bekommen, der Fernseher funktioniert wieder.

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@SandraDD

Würde mich ja mal interessieren, was ihr da ausgetauscht habt.

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@SandraDD

Damals selbst bestellt und eingebaut, ohne den Techniker? "Alle Teile"? Also defekte Bauteile, oder nur fertige neue Platinen? In dem Fall kan man die Alte(n) noch bei eBay verkaufen, evtl. will sie sich jemand reparieren... Evtl. auch, um sie wieder "refurbished" zu verkaufen, oder als Ersatzteillager, wozu auch immer.

Hat man ein altes Elektrogerät, und keine Lust zur Entsorgung zu fahren, kann man es ja auch bei eBay entsorgen ;-) .

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Antwort, 2v3:

Prozessoren? Klar, es gibt defekte Prozessoren, z.B. Grafikprozessoren im Notebook. Die gehen auch schon mal kaputt. Die sind nicht gesteckt, die haben unten statt Pins Lötpunkte. Ball-Grid-Array, "BGA" genannt. Werden ab Prozessor-Werk mit Lötzinnkugeln versehen, und dann beim Mainbaoardhersteller des Notebook auf die Platine "gelegt", und durch aufheizen der Platine und z.B. durch bestrahlen mit staker Infrarotstrahlung aufgeschmolzen. Weil die GPU so exakt auf der Platine liegt, verbinden sich alle Lötkugel darunter mit den Punkten auf der Platine. Ohne dass die Lötkugeln sich miteinander verbinden. Es gibt bei YouTube VIdeos von DIY-Reparaturen bei denen der Reparierende ein leeres mit Spiritus gefülltes Teelicht auf den Chip stellt, und durch die Hitze die durch den Chip geht schmelzen die Lötkugeln. Siehe "bga repair" Nicht professionell, und muss auch nicht funktionieren. Evtl. hat der die Platine auch zuvor noch von unten erhitzt. Denn diese Unterschiede in der Hitze zwischen dem Chip und der Platine darunter sind problematisch, das Lötzinn verbindet sich evtl. nicht so gut, als wenn alles schön gleichmäßig und kontrolliert heiß ist. Die Bauteile haben auch Angaben zur Wärmebelastung, wie lange etc, in Datenblättern. Es gibt "BGA Rework" Stationen mit Infrarot ab ca. 170 Euro, wenn ich nicht irre. Die Fläche ist aber sehr klein, z.B. für Handyplatinen. Eine Grafikkarte bzw. Notebookmainboard könnte evtl. so darauf gelegt werden, dass der Grafikprozessor an der richtigen Stelle liegt. Von unten wird ein Keramikelement geheizt, von oben per starker Infrarotlampe mit Linse, die man auf die Prozessorfläche ausrichtet.

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Ein antistatischer Arbeitsplatz ist kein Fehler, aber an so einem TV-Netzteil geht selten etwas durch statische aufladungen kaputt. Matten und Armbänder mit Kabel dass man an der Erdung der Steckdose anklemmt, kosten aber auch nicht die Welt. Auch für jeden Laien zu kaufen. Übrigens, das Monitor-Netzteil (Platine) zu dem ich das Ersatzteil gekauft habe, hätte bei K.M.-Elektronik (war ein Tipp der Samsung-Hotline, die haben deren Ersatzteile) ca. 55 Euro gekostet. Wer es ganz einfach haben will..... Auf dem Netzteil sind übrigens nur 8 Elkos drauf, ein Durchmessen aller Elkos würde also nicht lange dauern. Sogar dann, wenn man sie alle auslöten würde. Mit so einem ESR-Meter ist das aber schnell erledigt.

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"VDE" ist nur ein Deutscher Verein, seine Regeln mögen sinnvoll sein, aber haben keinen Gesetzes-Charakter. Es gibt auch ein niederländisches Pendant. Dessen Regeln sind sogar noch Strenger. Hier in Deutschland ist "NYM"-Stromkabel zur Verlegung in in den Wänden vorgeschrieben, in den Niederlanden ist es verboten. Die schreiben da noch besser isolierte Kabel vor.

Antwort, 1v3:

Die Antwort von "Chris0301" ist NICHT die "hilfreichste" Antwort. Selbstverständlich kann man einen Fernseher selbst reparieren. Besonders die neueren "aufgeräumteren" Flachen. Es bleibt einfach weniger an Bauteilen die man wechseln kann ;-) .

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Ich habe einen Samsung 22"-Touchscreen für etwas über 40 Euro gekauft. Intakt hätte der bis zu 150 gekostet. Gebraucht! Mal eben das Ersatzteil TM-09171 in China bestellt, wenn es ankommt austauschen, und fertig. Knapp 100 Euro gespart. Das Ersatzteil kostet mit Porto ca. 12,5 Euro. Das ist die Wicklung (eine primäre, zwei sekundäre) vor den "Röhren" (CCFL) der Hintergrundbeleuchtung. Fehler in dem Fall, Bild geht für eine Sekunde an, und dann wieder aus. Ton ist noch da, und wenn man genau hin sieht, läuft das Video auch (ohne Licht nur bei starken Szenenwechseln im Raumlicht zu sehen) noch. Ein Klotz der eine dicke Pimäre Wicklung (Spule) hat und zwei Sekundäre daneben. Das Licht geht kurz an, wie bei einer Luchtstoffröhre mit einem defekten Starter. Also den "Starter" wechseln.

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Entlöten kann man mit jedem Lötkolben mehr oder weniger gut. Entweder mit Entlötsauglitze (eine Art Kupfermatte, die das Lötzinn wie ein Schwamm aufsaugt), einer Entlötstation (z.B. mit so einer art hohlem Lötkolben der selbst saugt), einer billigen "Entlötsaugpumpe" (auch unter €10 zu haben, am besten mit Gummispitze) mit Feder die man runterdrückt, und zum absaugen auf einen Knopf drückt. Oder die Notmethode wo man die hohle vordere Hälfte eines Kugenschreibers nimmt, und wenn das Lötzinn flüssig ist, dieses damit runterpustet.

Man braucht auch nicht zwingend bleifreies Lötzinn. Die Industrie muss es in ihren Geräten verwenden, aber bei Reparaturen zwingt einen niemand es zu benutzen.

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"Außerdem bekommst du als Laie keine Ersatzteile". Das ist eine glatte Lüge! Schon recht dreist so eine Behauptung. Warum? Das "müffelt" nach Arbeitssicherung. Da braucht es keinen "befreundeten Händler" 0_o . JEDER bekommt quasi alles. Bei Conrad DEM Elektronikkaufhaus, sowie natürlich Reichelt oder Völkner velangt NIEMAND eine Bescheinigung über eine Ausbildung ;-) . Widerstände, "Elkos" (Elektrolytkondensatoren) etc. Und wenn es bei einem dieser Händler nicht zu finden ist, den Namen des defekten Bauteil (seht irgendwas drauf) bei eBay oder notfalls Google eingeben. So war dieses "TM-09171" nur selten zu finden. Der Händler bei eBay hat das Angebot sogar so geschaltet, dass es über die eBay-Suche nicht zu finden war, über Google war das eBay-Angebot aber zu finden. Nach dem Kauf wurde es mir auch als Werbung in eBay regelmäßig angezeigt.

Antwort, 3v3:

"Grundwissen" (@ Chris)? Es gibt im Netz mittlerweile neben diversen Videos bei Youtube zur TV-Reparatur etc. auch PDFs mit Anleitungen zur Fehlersuche und Reparatur. Allgemein gehalten, und auch an Laien gerichtet. Da gibt es richtige Bücher, und anscheinend auch Videokurse. Das würde ich mir mal für den Zylinderkopfdichtungswechsel beim Fiat-Motor wünschen...

Man muss nicht wissen wie die Schaltung da aufgebaut ist, sie selbst verstehen, um nach defekten Bauteilen zu suchen. Z.B. den KLassiker der defekten "Elkos". Die Hersteller verwenden sogar absichtlich schlechte Qualität, damit die Geräte nicht zu lange halten. Sind sie aufgebläht oder schon ausgelaufen, ist es klar dass sie ausgetauscht werden müssen. Sie können aber auch defekt sein, und man sieht es nicht. Dann hat man entweder im Netz eine Anleitung für das eine Gerät gefunden (gibt es in Foren), in der genau drin steht welche Bauteile es wahrscheinlich sind (es fallen ja oft die gleichen Teile aus, besonders bei gleichen Fehler). In einer Anleitung für den Audio-Surround-Verstärer Onkyo TX-SR576 z.B. bestimmte Kondensatoren. Die sind aber auf der Platine ("Surface Mount"), da ist nichts abzulöten, weil keine Beinchen durch die mehrlagige Platine gehen. In dem Fall hat der Beschreibende den Elko durch leichte links/rechts-Drehungen abgebrochen, und an die dann zugänglichen Kontakte normale Elkos gelötet, die man dann evtl. noch auf die Seite legt, und mit einem Tropfen Heißkleber fixiert. Bei dem Onkyo (evtl. auch anderen) werden gerne mal die Elkos auf der HDMI-Platine schlecht. Diverse Spinnereien treten auf. Z.B., dass das Gerät kein 1080p-Signal mehr annimmt (Bild bleibt schwarz), wärend 1080i (HD-Fernsehen der Privaten) noch geht.

Defekte Elektrolytkondensatoren (ein so verbreiteter Fehler, dass es neben fertigen Ersatzteile-Kits, sogar das Forum "BadCaps" gibt, "Capacitor" = "Elelktrolytkondensator") lassen sich auch mit einem ESR-Meter finden. Bei dafür geeigneten Geräten auch ohne Ausbau. Wenn aber zwei Elkos nebeneinander (parallel) geschaltet sind, kann der Wert dadurch verfälscht werden. Dann sollte man ausbauen, und extern messen. Was defekt und was ganz ist (über den ESR-Widerstand, üblicherweise ist alles unter "1" Ohm intakt), kann man mit den Daten des Bauteil vergleichen. Es gibt auch allgemeine Listen, wenn man keine genauen Daten hat. Bekannte ESR-Meter (ohne Ausbau) sind die ESR-Reihe (ESR60 oder ESR70, auch ESR Plus genannt) von "Peak Electronic" (bei Google die Seite mit .co.uk). oder das MESR-100 aus China als Budget-Tipp (da über ~22,x fällt Einfuhrumsatzsteuer an, also auf den Kaufbetrag noch mal 19% draufrechnen, sind bei dem Gerät aktuell komplett ~€46).

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Die Zeiten "tödlicher Spannungen" in TV-Geräten sind seit den Flachbildschirmen nicht unbedingt vorbei, aber weniger geworden. Ich habe mal einen uralten Farb-TV von innen gesehen, evtl. aus den 70ern. Mann, war das ein vollgestopftes Teil. Und die alten Röhren brauchten auch zigtausend Volt (ich glaube ~20.000V) Spannung. Ab ca. 60V (ich glaube es heißt "63V") Spannung auf einem Kondensator kann es gefährlich werden. Besonders, wenn man mit beiden Händen jeweils auf einen Kontakt kommt (und der Strom einmal durch den Körper fließt). Das passiert wohl eher selten. Schlägt der Strom in einer Hand über (wahrscheinlich) ist es sehr unangenehm. Ich sage nicht ungefährlich. Evtl. erschrickt jemand, und das gibt seinem schwachen Herz den Rest ;-).

Auf den Elkos stehen die Voltzahlen drauf über ca. 48 bis 60V ist nicht ungefährlich. Die Spannung kann auch nach zwei Tagen noch drauf sein. Meist entladen sich Widerstände in Schaltungen von selbst. Man könnte mit einem Multimeter messen ob noch Spannung drauf ist. Der Maximalwert steht ja drauf. Ansonsten mit einem großen eingestellten Wert beginnen. Z.B. "1000V", und wenn das zu viel ist, evtl. noch "200V" (Beispieleinstellungen bei Billigmultimeter 1000, 200, 20, 2000m, 200m)... Hier ist ein "Entladewiderstand" beschrieben: http://www.radiospirit.de/body_entladewiderstand.html Auch eine 40W-Glühbirne sollte funktionieren.

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