Feinbestimmung Intervall e - es?

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1 Antwort

Stimmt nicht!

Das Intervall e' – e'' wäre eine reine Oktav.
Das Intervall e' – es'' dagegen, um das es Dir ging, ist eine verminderte Oktav.
Und e' – eis'' wäre eine übermäßige Oktav.

Du kannst Dir das verdeutlichen, indem Du diese Töne gleichzeitig auf einem Klavier oder einem anderen Tasteninstrument anschlägst: Nur bei e' und e'' verschmelzen diese beiden Töne so sehr, daß es fast wie 1 Ton klingt.

Spielt man e' und es'' gleichzeitig, so klingt das ziemlich scharf („dissonant“ wäre der Fachausdruck).
Schlägt man e' und eis'' gleichzeitig an, so klingt es ähnlich dissonant.

Also:
Die wohlklingende („konsonante“) Version dieses Intervalls, nämlich e' und e'', wird als normal gewertet und erhält die Bezeichnung „reine Oktav“.
Das Intervall, das einen Halbton größer ist, wird dann als übermäßig bezeichntet; das Intervall, das um einen Halbton kleiner ist, wird als vermindert bezeichnet. Das gilt aber nur, wenn der Notenkopf gleich geblieben ist.

(Das Intervall e' – dis'' ist genauso groß wie die verminderte Oktav; der Notenkopf der höheren Note sitzt aber nicht mehr am Platz des e'', sondern am Platz des d''. Es handelt sich also um eine Septim, und zwar um eine große Septim. Die verminderte Oktav ist also genauso groß wie die große Septim.)

Für die Grobbestimmung (also die Frage, ob es sich um eine Quint, eine Sext, eine Septim oder eine Oktav handelt) ist allein maßgeblich, wo sich der Notenkopf der unteren und der oberen Note befindet. Die jeweiligen Vorzeichen spielen für die Grobbestimmung also absolut keine Rolle.

Für die Feinbestimmung kommt es auf den genauen Abstand (z.B. in Halbtonschritten gemessen) an.

Bei der Prim, der Quart, der Quint und der Oktav handelt es sich um sogenannte reine Intervalle, bei der Sekund, der Terz, der Sext und der Septim gibt es stattdessen 2 jeweils verschiedene Versionen, nämlich groß und klein.

Ist ein Intervall um einen Halbton größer als das jeweilige reine oder große Intervall, so wird es als übermäßig bezeichnet.

Ist ein Intervall um einen Halbton kleiner als das jeweilige reine oder kleine Intervall, so wird es als vermindert bezeichnet.

Es gibt also auch eine verminderte (e – ges) und eine übermäßige (es – gis) Terz (wenn auch selten).

Die reine Oktav kann man auch folgendermaßen definieren: Sie ist das Intervall von einem Ton zum nächsten gleichnamigen Ton (also eben z.B. vom e' zum e''; es'' dagegen ist ja ein etwas anderer Name).

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