Fehlverhalten aus angst

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3 Antworten

Hallo!

Eine solche Angst und Überempfindlichkeit hat immer mit dem eigenen Selbstbewußtsein zu tun. Und das kannst nur Du selber aufbauen, dabei kann Dir Deine Partnerin nicht helfen. Ganz unabhängig von ihrem Verhalten und ihren Beteuerungen - wenn Du zu wenig Selbstbewußtsein, und zwar echtes Selbstbewußtsein hast, dann wirst Du immer verletzlich und damit mißtrauisch sein.

Du solltest Dich vielleicht auch einmal fragen, weshalb es Dich so sehr verletzt hat damals, "betrogen" worden zu sein (um was "betrogen"?) und was Du hier verarbeiten mußt. Auch wenn Du vielleicht sagst: das ist eine übliche Affektreaktion, jeder würde verletzt sein - das bringt Dich nicht weiter. (In anderen Kulturen fühlen sich Männer z. B. auch schwerst verletzt und "betrogen, wenn sich herausstellt, daß die Braut keine Jungfrau mehr war, und reagieren emotional ebenso heftig - ein "allgemeines" Empfinden, eine allgemeine Empfindlichkeit ist also kein Kriterium.) Sondern Du solltest wirklich versuchen, dahinterzukommen, worum es bei Dir, also konkret bei Dir, hier geht. Solche emotionalen Überreaktionen haben ihren Ursprung in aller Regel in der Kindheit, man reagiert in gewissen Situationen dann auch emotional wie ein Kind und fühlt sich schwer verletzt usw. Wie wenn einem Kind eben sein Spielzeug weggenommen wird, sein "Besitz", und es das nicht verkraftet. Ein Kind hat natürlich noch kein wirkliches Selbstbewußtsein und kann daher auch nicht anders damit umgehen als heftig emotional zu reagieren. Ein Erwachsener hingegen könnte damit durchaus auch anders umgehen, wenn er eben Selbstbewußtsein und auch eine gewisse Einsicht in das Leben entwickelt.

Ein guter Ansatz wäre auch, wenn Du Dich damit auseinandersetzt, weshalb Dich Deine damalige Partnerin "betrogen" hat, ob das ein einmaliger Ausrutscher war (der in aller Regel gar keine Bedeutung hat, das verändert nichts an der Gefühlslage des "Betrügenden" und hinterläßt in ihm auch keinen Eindruck, das ist schneller vergessen als getan - sonder das Drama spielt sich hier vielmehr im "Betrogenen" ab, das zerstört die Beziehung, nicht der Seitensprung an sich) oder eine echte Affäre, also daß die Beziehung vielleicht davor schon schwerer angeschlagen war. Und zu versuchen, die Hintergründe dafür zu verstehen. Nur wütend und verletzt zu sein, auch wenn man es als berechtigt erachtet, bringt nämlich nicht weiter.

Jedenfalls scheinst Du - wenn ich es richtig verstanden habe - damals die Beziehung ja sehr schnell beendet zu haben. Das weist nicht darauf hin, daß Du irgend etwas verstehen wolltest, sondern Du hast einfach aus der Wut heraus reagiert. Daher wäre es eben gut, es zumindest nachträglich etwas tiefer zu verstehen - und zwar mit Blick auf Dich und Deine Reaktionen (und nicht einfach Deiner Ex-Partnerin eine Schuld zuweisen, das ist bei weitem zu einfach, denn die Emotionen und Reaktionen waren ja Deine).

Auch bist Du nach der Trennung relativ schnell eine neue Beziehung eingegangen. Das ist auch nicht eben das Beste, was man machen kann, weil man sich in so kurzer Zeit ja nicht weiterentwickeln kann und dann mit denselben Problemen konfrontiert ist wie zuvor und zudem noch aus der vorherigen Beziehung allerhand mitschleppt - und das fällt einen irgendwann dann auf den Kopf. Wobei aber natürlich auch die Frage ist, ob Du Deine damalige Partnerin zum Zeitpunkt der Trennung noch geliebt hast oder nicht. Denn eine echte Liebe kann man nicht innerhalb weniger Monate einfach ablegen, und dann projiziert man viele Gefühle einfach in den neuen Partner hinein.

Wie auch immer. Ich kann Dir nur raten, Dich einmal wirklich gründlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, vor allem eben mit Deinen Ängsten und Deinen Gefühlsreaktionen und Deinem Selbstbewußtsein.

LG

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Sei mir bitte nicht böse aber meiner Meinung nach hast du noch gar nicht richtig damit angefangen das ''betrogen werden'' zu verarbeiten. Worum geht es dir denn wirklich, worauf willst du genau vertrauen?

Nur darauf, dass deine Partnerin mit keinem anderen Mann Sex hat, reicht dir das wirklich, ist es das worum es geht? Geht es wirklich (nur) um verletzte Gefühle?

In der Tat, deine Datumsangaben sind sehr vielsagend. Darf ich noch davon ausgehen, dass du mit deiner vorigen Partnerin 13 Jahre oder länger zusammen warst, da ihr einen inzwischen 15jährigen Sohn habt? Das würde bedeuten, dass du eine über 10jährige Beziehung in gerade mal 10 Wochen zu Grabe getragen hast und eine neue Frau lieben konntest ''wie noch nie zuvor''. Sportlich, sportlich kann ich dazu nur sagen. Du bist - immer noch (!) - mit den verletzten Gefühlen für deine Ex beschäftigt aber dennoch seit bald 2 Jahren offiziell mit einer anderen Frau zusammen. Das wäre für mich auch eine Form von Betrug, deine Gedanken sind doch immer noch wo ganz woanders. Ich frage mich wie deine neue Partnerin damit umgehen kann, ich hätte damit Probleme.

Du sagst du würdest ihr auf der einen Seite komplett vertrauen, damit meinst du vermutlich ihre Integrität, dass sie ''so etwas nicht tut''. Meiner Ansicht nach ist da vorprogrammiert, dass du bei der leisesten Unstimmigkeit ins zweifeln gerätst. Besser wäre es meiner Ansicht nach auf ihre Liebe zu vertrauen. Damit kannst du es dann auch gar nicht mehr mit dem Fehltritt deiner Ex vergleichen. Denn, um nun mal ein wenig Realismus in die Sache zu bringen, wenn ihr allen ernstes innerhalb von 10 Wochen die Sache abschließen und euch etwas neuem zuwenden konntet, du sogar eine andere ''lieben'' konntest, dann war eure Liebe am 31.12.12 eh schon verblichen und nur die Gewohnheit hat euch noch zusammengehalten. Natürlich verletzt es trotzdem ungemein wenn sich einfach ein anderer schnappt worauf man ein (Gewohnheits-)Recht zu haben glaubte und es ist natürlich definitiv ein Verstoß gegen die Regeln aber kein Grund um das Vertrauen in die Liebe zu verlieren.

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Setzt dich mit ihr zusammen und sprich mit darüber. Sage ihr, dass du selber um das Problem weißt, dies aber eigentlich nur ein Ausdruck deiner Liebe ist (siehe Frage). Sage ihr, dass du dich bessern willst und dass du ihr die Freiheit geben und sie darin auch unterstützen willst, es aber aktuell (noch) nicht so schaffst. Schämt euch/ schäme dich auch nicht, offen darüber zu reden und Hilfe durch Dritte/ Fachleute einzuholen.

ps. Das Ganze solltest du dir natürlich überlegen: Wie formulieren, wie ansprechen, [...]. Wir kennen euch nämlich nicht.

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Kommentar von sasssa007
06.02.2015, 03:00

Ich war früher echt extrem der Lockere und offene Typ, doch seit diesem Vorfall änderte sich schlagartig meine Denkensweise. Weiß auch nicht was da mit mir los ist, ausser das es sich heftig in mich eingebrannt hatte!!

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