Fehlgeburt,Anrecht auf Grab

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Beerdigung - BestattungsrechtDer Bereich Bestattungsrecht/Leichenwesen ist Ländersache, d.h. jedes Bundesland hat seine eigenen Bestattungsgesetze und -verordnungen, die z.T. erheblich voneinander abweichen. Allen Bestattungsgesetzen gemeinsam ist die Bestattungspflicht für menschliche Leichen. Als menschliche Leichen gelten u.a. neben verstorbenen Kindern, die lebend geboren wurden (unabhängig vom Körpergewicht) auch Totgeburten, das sind totgeborene Kinder mit einem Gewicht von mindestens 500 g. Für Fehlgeburten (= totgeborene Babys unter 500 g) besteht zwar keine Bestattungspflicht, aber nach neuerer Auslegung durchaus ein Bestattungsanspruch der Eltern (s. St. Rixen "Die Bestattung fehlgeborener Kinder als Rechtsproblem", FmRZ 1994, H. 7, S. 417 - 425). Bezüglich der Abgrenzung der Begriffe Lebendgeburt/Totgeburt/Fehlgeburt orientieren sich die Bestattungsgesetze der Länder üblicherweise an § 29 der Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes. Werden fehlgeborene Kinder nicht bestattet, dann haben die Kliniken die Pflicht, für die "hygienisch einwandfreie und dem sittlichen Empfinden entsprechende Beseitigung" zu sorgen (Beseitigungspflicht). Aber keinesfalls kann eine Klinik unter Hinweis auf die Beseitigungspflicht den Eltern die Bestattung einer Fehlgeburt verweigern. In solchen Fällen empfiehlt es sich, sofort einen Rechtsanwalt einzuschalten. Auch die Friedhofssatzung einer Gemeinde kann den Bestattungsanspruch der Eltern nicht außer Kraft setzen. Da für Fehlgeburten keine Todesbescheinigung (Totenschein) ausgestellt wird, sollten sich Eltern, die ihr fehlgeborenes Kind bestatten lassen möchten, die Fehlgeburt durch die Klinik bescheinigen lassen. Eine eindeutige Verankerung des Rechts auf die Bestattung fehlgeborener Kinder gibt es momentan nur in den Bestattungsgesetzen der Länder Hamburg und Bremen. Allerdings gilt dies nicht für Fehlgeburten, die innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Empfängnis erfolgten. - Die Entwicklung in den anderen Bundesländern ist derzeit durch entsprechende Gesetzesentwürfe noch im Fluss.

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Meine Zwillinge wurden in der 26. Schwangerschaftswoche geboren, wobei mein Sohn nach 1 Stunde Intensivbeatmung gestorben ist.Deshalb weiss ich das man nicht nach dem Geburtsgewicht geht,sondern nach der Schwangerschaftswoche. Alles was unter der 27. Woche geboren wird,ist aus medizinischer und rechtlicher Sicht als Spätabort zu bezeichnen.Weil mein Sohn aber noch 1 Stunde gelebt hat,auch wenn nur mit Hilfe von lebenserhaltenden Geräten,konnte ich ihn taufen und beerdigen lassen.Mein anderer "Spätabort" wird in 2 Monaten 17. Deshalb finde ich diese Regelung ganz schrecklich. Jeder sollte das Recht haben sein Kind beerdigen zu lassen,egal ob es lebend,tot,zu früh oder sonst was ,zur Welt gekommen ist. Man braucht einfach diese Stätte um zu verarbeiten oder Abschied zu nehmen.


Ich habe drei Geschwister, die gestorben sind (während der Schwangerschaft). Zwei von ihnen durften nicht bestattet werden, aber bei dem dritten Kind sind meine Eltern sogar rechtlich vorgegangen und jetzt hat meine kleine Schwester ein Grab bekommen. Ich finde es richtig, dass man auch diese Babys bestattet, es sind auch Menschen.

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