Fehleranalyse (Poker)?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Im deutschsprachigen Raum kann ich dir da Pokerstrategy.com empfehlen. Du findest dort Artikel zu verschiedenen Strategien und kannst auch deine gespielten Hände im Forum reinstellen und fragen, ob du die korrekt gespielt hast und was du hättest besser machen können. Einen Algorithmus, der alles berücksichtigt und dir anschließend nennt, ob du eine Hand korrekt gespielt hast wirst du nicht finden. Du kannst lediglich Odds berücksichtigen, für sowas gibt es auch Kalkulatoren, allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass du dadurch Poker langfristig schlägst, denn mittlerweile berechnen so gut wie alle Spieler ihre Odds und das geht in der Regel auch einfach im Kopf.

Für Turniere gibt es ICM-Kalkulatoren, die allerdings nur für die Push-Or-Fold-Phase hinweise auf korrekte Spielweisen ermöglichen, unter der Bedingung, dass auch deine Gegner optimal nach ICM spielen, andernfalls musst du deren Range berücksichtigen, also die Karten, die sie unter der aktuellen Bedingung bereit wären zu spielen. Die Push-Or-Fold-Phase beginnt, wenn du noch ca. 13 Big Blinds in einem Turnier übrig hast.

Generell lässt sich aber sagen, dass die guten Zeiten beim Pokern vorbei sind und es nur noch sehr wenige Menschen schaffen, das Spiel langfristig zu schlagen, weil der Pokerboom eben vorbei ist und auch der Staat mittlerweile daran mitverdienen möchte, weshalb die Rakes (Gebühren) für die Tische gestiegen sind usw. Auch die Mitspieler wissen mittlerweile, wie man in etwa Poker zu spielen hat, das war vor 10 Jahren noch nicht der Fall, da liefen noch viele Menschen rum, die einfach stark am zocken waren und ohne jegliche Theorie gespielt haben. Das Thema ist allerdings zu komplex, um hier jetzt auf alles mögliche einzugehen. Schaue wie gesagt am Besten dort auf der Seite vorbei, um dir einen Überblick zu verschaffen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Erstmal danke für die ausführliche & hilfreiche Antwort!

Ich bin tatsächlich durch einen anderen Fragesteller auf zwei Seiten gestoßen die offenbar eine Art Algorythmus bereitstellen, zumindest auf den ersten Blick. Diese Programme sind allerdings nicht ganz günstig. Behalte mir das also erstmal nur im Hinterkopf bereit. Vielleicht sind es auch diese Programme die du schon im Bezug auf die Turniere erwähntest. "Holdemmanager" & "Pokertracker" heißen diese.

Zu den Thema wie sich Poker im laufe der Zeit entwickelt hat:

Ich bin vor wenigen Wochen durch die DSF Pokerschule auf Poker aufmerksam geworden. Die erste Austrahlung muss allerdings auch schon spätestens 2009 gewesen sein. Da sah die Situation im Poker vielleicht noch etwas anders aus. Auch der dortige Pokerprofi aus Köln (Eddy Scharf) hat ja offfenbar schon lange nichts mehr in der Öffentlichkeit gemacht.

Kurz darauf habe ich mir das Buch "Poker mit System" von Eike Adler gekauft. Und als ich dann langsam begriff, dass ich mich vielleicht auf zu alte Quellen verlasse, habe ich im Internet gestöbert :D

Mir würden auch noch einige Dinge einfallen, die mir als Neuling aufgefallen sind. Das würde jetzt allerdings den Rahmen sprengen.

Beste Grüße,

Ricco92

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@Ricco92

Adler geht, Meinert auch.

Aber: du musst einfach Kopfrechnen üben. Alles über Odds und Outs berechnen.

Es geht immer nur schlicht um Wahrscheinlichkeiten.

Und dann musst du halt deine Bets dementsprechend ausrichten.

Ich persönlich bin da ein großer Freund von Negreanu.

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@Ricco92

Danke für deine positive Bewertung. Pokertracker und Holdemmanager sind keine Programme, die dir sagen können, ob du eine Hand korrekt gespielt hast, stattdessen handelt es sich dabei um Datenbankprogramme, die deine gespielten Hände und auch die Hände deiner Gegner in einer Datenbank speichern. Anschließend kannst du den Spielverlauf selbst analysieren und schauen, mit welchen Händen du beispielsweise am meisten Verluste machst usw. Diese Programme bieten dir auch ein HUD an, das dir dann während des Spiels zu den in der Datenbank bereits enthaltenen Spielern Werte anzeigt, wie oft diese beispielsweise folden oder nach dem Flop erhöhen (Contibetten) usw. Anhand solcher Werte können dann wiederum Rückschlüsse gezogen werden. Wenn ein Spieler beispielsweise Preflop viel setzt, dann macht er es auch mit schlechteren Händen, wenn ein Spieler extrem wenige Hände spielt, dann kannst du davon ausgehen, dass er in der Regel nur gute Karten spielt usw. usf. Diese Programme können dir aber nicht sagen, ob du jetzt deine Hand korrekt gespielt hast oder nicht, wenn dem so wäre, dann wären sie definitiv von den Pokeranbietern verboten, selbst ICM Berechnungen dürfen nicht live erfolgen, weil du dir damit einen unfairen Vorteil gegenüber anderer Spieler erschleichen würdest, die diese Software nicht besitzen.

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@p47r1ck85

Es geht beim Pokern nicht nur um Odds! Die Odds zu berechnen sind lediglich die Basics. Wenn du beispielsweise einen Flushdraw am Flop hältst und der Pot $20 groß ist und du lediglich $2 zahlen musst, um den Turn zu sehen, dann kannst du das profitabel machen, weil du mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 20% deinen Flush auf den Turn treffen wirst. Du triffst also langfristig jedes fünfte mal deinen Flush, somit investierst du $10 um dann einen Pot von $20 zu gewinnen, macht einen Profit von $10.

Wenn du allerdings am Flop für den gleichen Draw $10 zahlen müsstest, um den Turn zu sehen, dann würdest du $50 investieren, um dann am Ende einen Pot von $20 zu gewinnen, das wäre ein Verlust von $30.

Die Odds spielen natürlich eine Rolle beim Pokern und man sollte damit definitiv umgehen können, um profitable und unprofitable Draws erkennen zu können, oder um eben selbst einschätzen zu können, wie viel man setzen müsste, um den vermeintlichen Draw eines anderen Spielers nicht mehr profitabel zu machen. Allerdings spielen da noch extrem viele andere Dinge mit rein, denn Menschen sind verschieden und haben auch verschiedene Spielweisen.

Einen Spieler zu bluffen, der sowieso alles callt ist beispielsweise nicht profitabel, während bluffs bei extrem zurückhaltenden Spielern (tight) wiederum profitabel sein können. Die Kunst beim Pokern ist es nicht die Karten zu spielen, sondern deine Gegner und das unterscheidet im Endeffekt auch die guten Spieler von den schlechten Spielern. Odds berechnen können heutzutage so gut wie alle Spieler, im Endeffekt würde man sich da nur die Chips hin und herschieben und Verluste durch die Gebühren einfahren. Wenn du aber deinen Gegner lesen kannst, dann kannst du in gewissen Situationen Spielweisen anwenden, um diese Gegner zu exploiten und genau damit macht man im Pokern den eigentlichen Profit.

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Ich weiß auch eines:

Ein Poker-PC-Spiel spielen, das als Video aufnehmen und einem Profi zeigen?

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Vielleicht auf den ersten Blick etwas unkonventionell. Aber sicher hilfreich.

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Wenn der Profi was dazu sagen soll, wird er aber ein paar Hunderter pro Stunde in Rechnung stellen.

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Das macht keiner kostenlos, gute Spieler verlangen da einiges an Geld.

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