Fehldiagnose Autismus?

5 Antworten

Sie es mal umgekehrt:

Übel ist es, wenn von inkompetenter Seite (Gesundheitsamt, Kindergarten) solche Do-it youself-Diagnosen, die ja nur einen Verdacht darstellen können, gestellt werden. So war es bei mir in der Schule.

Das Problem ist ja eher, dass Autismus nicht erkannt wird und die Kinder dann unangemessenen Behandlungen oder Unterrichtsformen unterzogen werden, die alles noch viel schlimmer machen. Autismus ist ja kein Makel, sondern eine besondere Form des Daseins, mit dem man dann passend umgehen muss. Wenn es den Autismus ist.

Da ist es besser, eine Fachklinik um ein Urteil zu bitten. Die Diagnosekriterien sind heutzutage sehr viel besser als früher. Nur muss da schon eine Spezialisierung auf Autismus und Verwandtes vorhanden sein. Dort kann man dir evtl. auch sagen, ob eine genaue Diagnose erst in einem späteren Alter sinnvoll ist oder nicht.

Also, nur Mut!



Er geht jetzt in einen integrativen kiga und dort wurde nach 2 stunden diese “diagnose“ auch gestellt.

Bitte?? Für eine solche Diagnose braucht es ein fachärztliches neuropsychiatrisches Gutachten und nicht die Laieneinschätzung des Kindergartens oder des Gesundheitsamtes.

Er spielt gerne mit anderen kindern

Er hält blickkontakt und ist ein sehr fröhliches aber auch aktives kind.

In meinen augen und auch von freunden und, bekannten sind wir einer meinung das er ein gesundes und normales kind ist

Aufgrund welcher Auffälligkeiten wird hier Asperger vermutet? Ich habe selbst Asperger und ich kann dir in dem Fall nur wärmstens empfehlen eine Fachambulanz aufzusuchen. Eine solche Diagnose wird von Fachmännern- und frauen nicht leichtfertig vergeben weil da schon einiges dranhängt und dort auch spezifische Testungen durchgeführt werden ua. Mikromimiken beobachtet werden die willentlich nicht steuerbar sind. Es werden die Eltern ausführlich befragt und das Verhalten beobachtet. Mach dir keine Sorgen. Bisher habt ihr noch gar keine Diagnose und das Ergebnis wird nach den Schilderungen auch negativ bleiben.

Zudem kann ich aber auch keiner zwingen eine solche Austestung vornehmen zu lassen. Im Zweifelsfall würde ich den Kindergarten wechseln.

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Es wird nicht direkt asberger vermutet. Beim gesundheitsamt wurde ein test für die einschätzung des entwicklungszustandes gemacht. Der test hat ca 2 stunden gedauert und da wurde dann eine vermutung auf autismus spektrum störung geäußert. Der kiga da es ein integrativkiga ist hat diesen bericht auch bekommen. Da bei uns der kiga am 1. Sep beginnt und er an dem tag 2 stunden da war haben die mir gesagt das mein sohn in einen kiga der spezialisiert auf autisten ist hin sollte. Das das was die in 2 stunden beobachtet haben diese “diagnose“ nur bestätigt. Begründung des kiga war: er reist alle schubladen auf, hollt alle spielzeuge raus und hört nicht auf die erzieher was in meinen augen für ein kind das neu in einen kiga kommt normal ist. 

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@Wilison

Begründung des kiga war: er reist alle schubladen auf, hollt alle spielzeuge raus und hört nicht auf die erzieher

...wenn deswegen ein Kind gleich eine tiefgreifende Entwicklungsstörung aufweist müsste jedes Kind schwer "krank" sein denn das sind in meinen Augen, wie du auch selbst schon schreibst, normale Verhaltensweisen. Im KiGa sind die Erzieher nicht in der Position so etwas zu beurteilen.

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@Ostsee1982

Danke das du da meiner meinung bist. Die erzieher sind zwar nicht in der position das zu beurteilen aber die können mir sagen das bei sohn die probezeit nicht bestanden hat und einen anderen kiga zu finden ist dann kaum möglich da die plätze schon alle besetzt sind dieses jahr

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@Wilison

Du hast selber asperger wie du vorhin erwähnt hast. Was sind da so die typischen Symptome bzw wo ist der unterschied zum autisten? Ich könnte es auch nachlesen würde es aber gerne von jemanden hören da damit selber zutun hat.  

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@Wilison

Was sind da so die typischen Symptome bzw wo ist der unterschied zum autisten?

Ich hatte schon spezifische Auffälligkeiten im Babyalter zb. das ich auf ein "winke-winke" nie reagiert habe. Auf ein anlächeln selten reagiert habe und mich einfach nicht der Situation entsprechend verhalten habe. Ich hatte mit ca 2,5 Jahren angefangen zu sprechen (bis dahin kein Wort) dann aber sehr klare, deutliche Sätze. Ich hatte im Kindesalter weitere diverse Schwierigkeiten, dass ein wechselseitiges Spielen schwer bis gar nicht möglich war, meine Kräfte nicht einschätzen hab können, offensichtliche Gefahrensituationen nicht einschätzen konnte und dadurch bedingt viele Verletzungen und Unfälle hatte. Ich hatte kaum Sozialkontakte, starkes Mobbing in der Schule, Depressionen, Reizüberflutungen (ich reagiere übermäßig empfindlich auf Geräusche, Gerüche, verschiedene Lichtverhältnisse. Ich erkenne oft Gesichter nicht mehr wieder (das kann zb auch die Nachbarin sein die ich seit 10 Jahren kenne). In Menschenmengen habe ich auch Mühe meine Mutter zu erkennen oder meinen Mann. Ich erkenne bei anderen offensichtliche Gefühlslagen (weinen, Ärger,) alles was komplexer wird erkenne ich nicht mehr und kann darauf auch nicht reagieren. Ich mochte auch vom Kleinkindesalter weg keinen Körperkontakt. Das ist mir bis heute sehr unangenehm, außer in Partnerschaften oder eben meiner Ehe da suche ich wieder übermäßig Nähe. Meine Mutter, zu der ich ein gutes Verhältnis habe, darf mich 2 mal im Jahr in den Arm nehmen und das ist für mich schon grenzwertig.

Mein Mann hat auch Asperger. Bei dem ist es deutlich weniger ausgeprägt und hat seine Schwierigkeiten in anderen Bereichen. Bei ihm war es zb. im Kindergarten so, dass er den Vorgang des Spielens nicht verstanden hat, warum man das tut weil er das als Zeitverschwendung gesehen. Seine Mutter hatte ihm täglich in ein Heft Matheaufgaben geschrieben und damit hat er sich im Kindergarten beschäftigt. Er ist zudem hochintelligent, rationalisiert viel mehr als ich (ich bin wieder mehr emotional) und hat etwas Schwierigkeien im Takt- und Feingefühl.

Mir wurde von einem Facharzt und von meinem Betreuer der Autistenhilfe erklärt, dass im Erwachsenenalter bei der Diagnostik nicht mehr differenziert wird bzw. werden kann, zwischen Asperger, HFA und atypischen Autismus. Ein Kannersydrom würde sich anders zeigen. Die Betroffenen sind unterdurchschnittlich bis maximal normal intelligent, Asperger normal bis hochbegabt. Weiters wurde mir von meinem Facharzt und dem Betreuer erklärt, dass Asperger Autisten ihre Umwelt als störend wahrnehmen und Kanner Autisten ihre Umwelt praktisch gar nicht wahrnehmen und haben auch eine stark verzögerte Sprachentwicklung oder lernen gar nicht sprechen und können seltsam anmutende Bewegungsabläufe haben.

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Eine Diagnose darf weder das Gesundheitsamt noch der KiGa stellen.
Hol dir auf jeden Fall Hilfe.
Und willst du in einem KiGa mit deinem Kind bleiben, die euch in eine Schublade stecken? Und zwar die "nicht diagnostizierter Autist und die Mama stellt sich dagegen".

Überleg dir aber tatsächlich, ob du mit deinem Kind nicht doch in eine Autismusambulanz möchtest.
Gerade ser Aspergerautismus (eine "leichtere Form" im Spektrum) ist nicht so auffällig und die Kinder/Jugendlichen/Erwachsenen können ein ziemlich normales Leben führen. Und durch Therapien noch erfolgreicher im Leben sein.
Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser ist es für das Kind.

In Autismuszentren wird nicht einfach ein Stempel aufgedrückt, sondern sauber diagnostiziert.
Und wenn kein Autismus raus kommt, dann musst du dir sowas wie vom KiGa nie mehr anhören.

Ich wünsch euch alles Gute!

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Vielen dank. Ich denke ich werde mich mal erkundigen was wir hier für autismus ambulanzen haben.

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Bin ich Autist/ Asperger?

Hallo.

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob ich evtl. Autistin bin. Ich hatte schon immer gewisse Tagesabläufe, von denen ich nicht loslassen kann. Im Kindergarten habe ich zum Beispiel immer das selbe gezeichnet. Ich mag keinen Körperkontakt, auch nicht den von meinen Eltern (führt oft zu Komplikationen- die diese denken, ich hätte sie nicht lieb). Schwierigkeiten mit anderen Menschen habe ich auch. Ich halte es in einer Gruppe mit mehreren Menschen (5 oder mehr) nicht aus. Ich kann mich selber nicht in die Gespräche einbringen. Allgemein bin ich sehr ruhig und rede nur, wenn etwas auf meine Interessen zutrifft. Da ich mich leider für Sachen interessiere, die andere nicht so ansprechend finden, habe ich nie viel zu erzählen. ALLERDINGS kann ich sehr viel reden, wenn jemand so denkt wie ich, und die selben Hobbies hat. Naja. Blickkontakt ist mir auch viel zu schwierig zu halten. Ich kann nur auf den Mund sehen, auf den Boden, oder in die Luft, wenn ich mit einer Person rede. Motorik ist auch eine Sache. Da war ich nie gut. Ich kann z.B eine Tür mit dem Schlüssel erst öffnen, seit dem ich 12 / 13 bin. Noch eine Sache, bei der ich mir nicht sicher bin, ob das großartig mit dem Autismus zusammenhängt, ist, dass ich immer meinen Kopf oder Oberkörper schaukel. Ich kann leider nicht anders. Meistens mache ich das im Bett, wenn ich Musik höre, oder in der Schule im Unterricht- da mache ich das allerdings etwas ..."softer"? Als Kind war das so schlimm, dass meine Mutter das Kinderbett durch das Babyphone knallen gehört hat. Dieses Schaukeln mache ich abends im Bett, Nachmittags- nach der Schule, und Morgens. Oft auch in Stresssituationen. Wenn ich müde bin, mache ich das sogar unbemerkt. Oft lache ich dabei- wenn ich an bestimmte Sachen denke.

Für letzteres habe ich mich eine Zeit lang geschämt.

Das waren nun einige Punkte, die ich über mich preisgegeben habe. Meine Mutter schöpft Verdacht auf Asperger. Ich selber bin mir unsicher. Ich war letztens bei einer Psychologin, diese hat allerdings nach 20 Minuten Diagnosen gestellt. Soziale Ängste und Abgehobenheit. Ich konnte mich damit nicht ganz identifizieren, da ich nicht einmal die Gelegenheit hatte, die Hälfte von dem, was hier steht, zu erzählen. Ich denke sie war im Stress. Außerdem meinte sie, dass ich kein Autist sein kann, weil ich lächeln konnte. Das hat mich im Nachhinein etwas verunsichert.

Ich hatte übrigens einen Online Test gemacht. 44 von 50 Punkten, wenn ich mich recht erinnere- nur kann man diesen Tests im Internet nicht 100%ig vertrauen. Ich hätte dennoch gerne eine Antwort auf all das. Meine Mutter wird versuchen einen Termin mit einem Neurologen zu vereinbaren, das kann aber noch lange dauern.

Daher wollte ich hier fragen, ob mir irgendwer etwas sagen kann. Ich würde das ganz gerne wissen, um wenigstens ein wenig Klarheit zu bekommen.

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