FDP - Weswegen die schlechte Reputation?

8 Antworten

Die FDP setzt sich vor allem für eine liberale Wirtschaftspolitik ein. Das bedeutet, dass man der Wirtschaft möglichst wenig durch Gesetze und Vorschriften "reinpfuschen" soll.

Klingt gut? Ist es aber nicht. Denn Gesetze rund um die Wirtschaft regeln zum Beispiel, dass Arbeitnehmer von Arbeitgebern nicht komplett ausgebeutet werden dürfen. Errungenschaften dabei wären zum Beispiel Dinge wie Kündigungsschutz, das Arbeitszeitgesetz, bezahlter Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und, und, und.

Auch bedeuten solche Gesetze, dass Unternehmen etwas von ihrem Gewinn abgeben müssen, um damit Infrastruktur und allerlei Einrichtungen zu finanzieren, die der Allgemeinheit dienen. Also zum Beispiel Straßen, Feuerwehr, Polizei, Kindergärten, Schulen oder auch Krankenhäuser. Das passiert halt in Form von Steuern. Und hier sind solche neoliberalen Parteien wie die FDP halt dagegen bzw. für Steuersenkungen.

Der Gedanke dahinter ist in der Regel der sogenannte "Trickle Down Effekt". Dabei wird davon ausgegangen, dass das viele Geld, was bei den Inhabern erfolgreicher Firmen liegt, "heruntertröpfelt", weil diese das Geld direkt (über die Erweiterung des Unternehmens und somit Schaffung von Arbeitsplätzen) oder indirekt (über den Kauf von Konsumgütern, somit zur Erweiterung anderer Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen dort) an die "niedrigeren" Schichten, also Arbeitnehmer, weitergereicht wird. Nun ist es aber so, dass selbst Volkswirtschaftsprofessoren renommierter Universitäten ganz klar auf dem Standpunkt stehen, dass die jüngste Vergangenheit bewiesen hat, dass das nicht funktioniert. Zum einen, weil viel zu wenig in die Unternehmen investiert wird, zum anderen, weil sich dadurch bereits einige Vermögen angehäuft haben, bei denen es gar nicht mehr möglich ist, so viel zu konsumieren, dass auch nur die Zinsen (!) auf diese Vermögen in den Wirtschaftskreislauf durch Konsum zurückfließen können.

So, wer profitiert also von einer Partei wie der FDP? Der kleine Angestellte, der jede Woche brav seine 40 Stunden arbeiten geht und ein nettes Leben führen möchte? Eher nicht. Profitieren tun davon die Eigentümer von Unternehmen, allen voran die von den richtig großen, richtig umsatz- und gewinnstarken Buden.

Da kannst du dich also einfach mal kurz selbst fragen, ob du zufällig Erbe eines Großkonzerns bist ;). Wenn ja, ist die FDP tatsächlich deine Partei und vertritt deine Interessen. Wenn nicht, dann wähl lieber was anderes und lass dich nicht davon blenden, dass die ständig einen auf jung und cool machen ;).

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Ich habe da das Wort „Zinsen“ entdeckt. Das gehört ja schon zu den aussterbenden Begriffen. Könntest du mir bitte verraten, wo es Zinsen gibt, dann ziehe ich dahin.

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@Schwervelke

Oh, es gibt Wege, Zinsen zu bekommen, nach wie vor. Nur halt nicht auf Girokonten ;). Aber durch Spekulationen an Börsen, Unternehmensbeteiligungen und sonstige Formen des Spekulatentums kann man nach wie vor sein Geld vermehren. Ist aber nichts für denjenigen, der nur seine mühsam vom Munde abgesparten 1000 Euro halbwegs sicher anlegen und keine teuren Berater engagieren kann ;).

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@HappyMe1984

Ach so, du meinst Rendite, oder Dividende. Ich dachte bei Zinsen an die altmödische Festzinsen etc. Und die gibt es ja nicht mehr, seit sich Juncker und Draghi dort bedienen.

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Die FDP macht auf 'hip'? Tatsächlich? Wie tief muss man sinken, um auf die Gunst der (Blut-)Jungwähler setzen zu müssen...

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@GuteFrage092

Schau dir doch die Plakate der letzten Bundestagswahl an, mit dem supercoolen Herrn Lindner in schwarzweiß ;). Oder denk zurück an das "Guido-Mobil". Oder bedenke, dass die FDP so ziemlich die einzige Partei war, die das Thema Digitalisierung so halbwegs drauf hatte bei den letzten Wahlen (ja, wichtiges Thema, aber kein Grund, die Nasen deshalb zu wählen, zu viel Mist, der da im Paket enthalten ist ;)). Die setzen schon 'ne ganze Weile darauf, junge (Erst-)Wähler zu ködern...

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Die FDP ist hauptsächlich eine Wirtschaftspartei, vertritt Unternehmer -,Freiberufler-und noch Beamten-Interessen(zunehmend die Grünen).Würde gerne mehr privatisieren.Die FDP war gegen den Mindestlohn, ist gegen die Stabilisierung der jetzigen Rente, will einen privaten Teil an der Rente einführen ,will aber wohl noch die Beibehaltung der Beamtenrente.Kurz : keine Arbeitnehmerpartei.

Einwanderungsgesetz nach Punktesystem, starker Ausbau des Bildungssystems, Erhöhung des Grunderwerbfreibetrags auf 500.000€.

Und? Was ist aus den FDP-Forderungen in ihrer Schwarz-Gelben Regierungszeit geworden? Richtig. Nichts. Eine zweite Chance gibt es nicht. Die FDP fördert die sozialen Missstände. Ohne den Staat wäre die FDP ihrer eigenen Philosophie erlegen. Freier Wettbewerb. Nur Dank den staatlichen Parteizuschüssen, hatte sie die finanziellen Kapazitäten überhaupt noch Wahlkämpfe zu führen. Sonst wären diese, wie das Schlecker-Unternehmen, untergegangen - dessen Mitarbeiter bis heute arbeitslos sind.

Gibt es Fallbeispiele schlechter Entscheidungen aus der Vergangenheit, oder weshalb der schlechte Ruf?

Mehr Netto vom Brutto galt nur für Hotelbesitzer. Westerwelle scheute nicht davor als Außenminister Investoren auf unsere Kosten durch die Welt mitzunehmen, um sich selbst zu bereichern. Und wo ist Philipp Rösler? Richtig. Bei dem nächst bestbezahlten Job eines Schweizers Konzerns. Diese Partei ist vor Korruption und Opportunismus zerfressen.

Koalitionen nur mit der CDU. Sonst nichts. Haben wir in Niedersachsen gesehen. In Schleswig Holstein noch schön die Grünen dazu drängen Jamaika einzugehen, denn die CDU war stärkste Kraft geworden und wenn dies umgehrt Niedersachsen mit Rot-Grün passiert, verweigert man sich der Ampel. Dann heißt es Große Koalition.

Hinzu kommt die Erfahrung aus den anderen Staaten: Überall wo bislang Liberale regierten, drängen Rassisten an die Macht. Bestes Beispiel Amerika. Dort haben die liberalen Demokraten die Leute so sehr in die Armut getrieben, dass sie für Trump stimmten. Merke: Liberale Politik funktioniert nicht.

Mehr Staat ist die Lösung und nicht weniger. Es gab in den 70er eine Zeit, da hat selbst die FDP in ihren sozialliberalen Zeiten einen humanen Kapitalismus eingefordert. U.a. 70% Erbschaftssteuer. Viele GF User würden bei solchen Steuersätzen heute Kommunismus schreien.

Hinzu blieb die große Erneuerung der FDP aus. Lediglich die Farben wurden gewechselt. Eine andere Verpackung ist kein neuer Inhalt. Die FDP ist diesselbe Schmarotzer-Partei wie unter Westerwelle und Rösler. Dass diese Partei wieder zweistellig ist, zeugt von der Demenz vieler Wähler.

Bundestagswahl: Haben Kandidaten kleinerer Parteien in kleinen Bundesländern eine geringere Chance in den Bundestag einzuziehen aufgrund von Landeslisten?

Sehe ich das so richtig: Als Politiker einer kleinen Partei hat man nur in einem großen Bundesland die reale Chance, in den Bundestag einzuziehen, da bei der Bundestagswahl bei der Zweitstimme eine Länderliste - keine Bundesliste - gewählt wird und einem kleinen Bundesland somit weniger Plätzen zusteht. Um dann einen Platz zu ergattern, bräuchte man prozentual mehr Stimmen als in einem großen Bundesland.

Zum Beispiel bei der Bundestagswahl 1983 erreichten die Grünen in Bayern 4,7% und schickten 4 Abgeordnete nach Bonn, während im Bundesland Bremen die Grünen mehr als doppelt so viel erreichten, nämlich 9,7% und schickten kein einzigen Abgeordneten nach Bonn (sorry, dass die Zahlen alt sind, aber neuere fand ich auf die schnelle nicht. An der Methode hat sich aber ja nichts geändert).

Die prozentuale Sitzverteilung im Bundestag stimmt dadurch zwar schon, aber als Politiker einer kleinen Partei, wie der FDP oder Grüne, würde dann ein Mandat im Bundestag zu erlangen kaum möglich sein, wenn er aus einem kleinen Bundesland kommt. Seh ich das so richtig? Und wenn ja, was ist die Begründung? Um den eigenen Wahlkreis vertreten zu bekommen, gibt es doch die Erststimme, die Zweitstimme soll doch eigentlich das eigentliche und somit das bundesweite Ergebnis widerspiegeln, aber schlussendlich würde doch z.B. ein Freidemokrat aus Hamburg kaum die Chance haben, bundespolitisch Einfluss zu nehmen, während er aus z.B. NRW beim gleichen Ergebnis der Zweitstimme es könnte.

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