Fatalistisch oder derministisch im Islam und Christentum?

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6 Antworten

So wie Du den Fatalismus und den Determinismus beschreibst gibt es ja gar keinen Unterschied. In beiden Weltanschauungen ist ja alles vorher bestimmt.

Ist es aber nicht.

Das Christentum lehrt, dass Menschen einen freien Willen haben. Sie haben Entscheidungsfreiheit. Adam und Eva hätten sich dagegen entscheiden sollen in die verbotene Frucht zu beissen.

Von Judas dem Verräter heisst es, dass es besser gewesen wäre, dass er nie geboren worden wäre. Er hat den Verrat begangen. Selbst danach hätte er noch die Freiheit gehabt seine Tat zu bereuen. Hat er aber zu spät gemacht.

Das alles zeigt, dass wir mit einem hohen Mass an Eigenverantwortung heraumlaufen. Wir haben, oh Schreck, die Möglichkeit unser Leben zu vermasseln. Wir können es aber auch zu einem herrlichen Ziel führen. Die Freiheit haben wir.

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Kommentar von Haldor
20.10.2016, 16:23

"Das Christentum lehrt, dass Menschen einen freien Willen haben." Nicht der Calvinismus und auch Luther nicht!

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Kommentar von Haldor
20.10.2016, 16:28

„Wenn es wirklich eine Vorherbestimmung des einzelnen Menschen zur Hölle unabhängig von seinen in der freien Entscheidung gegen Gott  begründeten Missverdiensten gäbe, dann würde der allgemeine Heilswille  Gottes geleugnet.  Gott will jedoch wirklich, „dass alle Menschen  gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Jedem Menschen gibt er ausreichend Gnade, sodass er gerettet werden kann. Die Kirche hat die Auffassung einer positiven Vorherbestimmung von Gott zur Sünde und eine unbedingte Vorherbestimmung zur ewigen Höllenstrafe  daher abgelehnt. Der häretische Prädestinatianismus wurde als Irrlehre  verworfen, da damit die Universalität des göttlichen Heilswillens geleugnet wird sowie letztlich auch die Gerechtigkeit Gottes und die  Freiheit des Menschen.“ (s. kath.net, Spindelböck)


Die Prädestinationslehre, vor allem die doppelte Prädestinationslehre
Calvins sind für mich ein Zeichen, dass man mit dem Verstand diese
metaphysischen Dinge nicht erklären kann. Man gerät in eine Sackgasse.
Es ist nur logisch, wenn man sagt, Gott, der Allwissende, kann kraft
seiner Voraussicht jedes Schicksal voraussehen; also ist das Schicksal
eines Menschen von Anfang an besiegelt.


Das aber ist eben zu logisch gedacht. Wenn es so wäre, würde eine
solche Vorherbestimmung der Gerechtigkeit Gottes widersprechen. Also
kann sie nicht wirklich zutreffen.



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Hallo Internetzugriff,

das Christentum, so wie es die Bibel lehrt, schließt nicht die Vorstellung einer Vorherbestimmung mit ein. Es stimmt zwar, Gott hat schon oft künftige Entwicklungen vorausgesagt, das heißt aber nicht, dass er sie auch bestimmt hat. Denke dabei einmal an einen Meteorologen; auch wenn seine Wetterprognose zutrifft, bedeutet das natürlich nicht, dass er das Wetter so beeinflussen konnte, dass seine Vorhersage eintrifft. In ähnlicher Weise hat Gott manchmal Dinge lange im Voraus bekanntgegeben, deren Eintreffen er jedoch nicht bestimmt hat. Andererseits hat Gott in bestimmten Situationen sehr wohl in das Weltgeschehen eingegriffen und sogar den Lauf der Geschichte beeinflusst. Das hat er jedoch meistens nur dann getan, wenn es um sein eigenes Vorhaben ging, nicht um eine einzelne Person. In der Bibel gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt dafür, dass Gott das Leben jedes einzelnen Menschen vorherbestimmt.

Wäre es jedoch zutreffend, dass Gott der Lenker des Schicksals jedes Einzelnen wäre, dann müsste man sich fragen, welch ein grausamer und ungerechter Gott wohl dahinter steht. Denn die einen wachsen in großem Wohlstand auf, während viele andere in eine Welt voller Armut hineingeboren werden. Die einen führen ein Leben in relativer Sorglosigkeit, während die anderen von der einen in die nächste Katastrophe geraten. Die einen werden steinalt, ohne jemals ernsthaft krank zu sein, während viele Kinder bereits sterben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Wie ungerecht und grausam müsste Gott sein, wenn er die unterschiedlichen Geschicke der Menschen bestimmen würde!

Du siehst also, der Glaube an ein Schicksal lässt sich wohl kaum mit einem liebevollen und gerechten Gott in Einklang bringen. Über Gott heißt es jedoch in der Bibel: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4). Warum aber passieren dann so viele schlimme Dinge?

Wenn jemand in einen schweren Unfall verwickelt wird oder eine lebensbedrohliche Krankheit bekommt, mag er denken: "Warum gerade ich?" Manche Dinge geschehen einfach, weil sich jemand zur falschen Zeit am falschen Ort befindet oder weil gewisse Umstände zu bestimmten Ereignissen führen. Die Bibel sagt: "Denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle" (Prediger 9:11). Wenn jemand schwer krank wird, dann kann das teilweise auf seinen eigenen Lebensstil, bestimmte Umwelteinflüsse oder genetische Veranlagungen zurückzuführen sein. Und ein großer Teil des Leides der Menschheit geht auf die Böswilligkeit und Ungerechtigkeit derer zurück, die Macht und Einfluss haben.

Gott hat jedoch beschlossen, all das Böse und Schlechte nur für eine gewisse Zeit zuzulassen. In der Bibel finden wir Erklärungen dazu, welche Gründe Gott dafür hat. Doch schon bald wird Gott dafür sorgen, dass es weder Ungerechtigkeit noch irgendwelche Schlechtigkeit mehr geben wird. Über die herrliche Zeit, die dann anbrechen wird, heißt es in der Bibel: "Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen" (Jesaja 14:7). Und in den Psalmen steht mit Blick auf die gleiche Zeit: "Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden" (Psalm 145:16).

Wenn auch Gott nicht das Leben jedes Einzelnen vorherbestimmt, so wird es doch letztendlich dafür sorgen, dass es eines Tages allen Menschen gut geht und niemand mehr leiden muss. Wer das erleben möchte, der sollte keine Zeit verlieren, Gott und seine Wege kennenzulernen.

LG Philipp

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Bei den Christen kommt es darauf an, welche: es hat im Christentum immer wieder Bewegungen gegeben, die der Meinung waren, dass schon vorbestimmt ist, ob der Mensch in den Himmel kommt oder nicht, z.B. Amish oder Jansenisten, aber es gibt auch Bewegungen, die der Meinung sind, dass der Mensch dafür verantwortlich ist, ob Gott ihm in dieser Welt Reichtum schenkt (Puritaner, Kalvinisten).

Ich nehme an, dass es im Islam auch verschiedene Schulen gibt...

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trifft voll auf den islam zu, denn dort ist der mensch nur ein ausführendendes werkzeug gottes vom  embryo bis zum tod.

beim christentum gilt das nur bis zur lebensmitte

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Im Grunde ist beides (Determinisumus u. Fatalismus) indoeuropäischen Ursprungs.

Da sich das Christentum auf dem Boden der antiken hellenistischen Kultur (zum indoeuropäischen Kulturkreis gehörig)  ausbreitete, erhielt der Prädestinationsgedanke über Paulus Eingang in die christliche Gedankenwelt und prägte sich besonders im Calvinismus aus. Aber Prädestination ist eigentlich kein originär und elementar christliches Glaubensgut.

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Nach diesen Definitionen ist der Islam eher fatalistisch, da zwar die meisten Sachen vorbestimmt sind , aber die Menschen einen freien Willen haben

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