Fast die Hälfte meiner Abfindung sind Steuern? Anwaltskosten absetzbar?

4 Antworten

Klar gibt es die sogenannte "Fünftelregelung". Nur die wird doch vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt. Weiterhin sollte man wissen, für diese Regelungen gibt es ganz spezielle Voraussetzungen.

" vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt"

Das kann sein, muss aber nicht. Zwar ist der Arbeitgeber laut Gesetz dazu verpflichtet, doch werden in der Praxis aus Unsicherheit und Unkenntnis hierbei viele Fehler gemacht.

Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber bestenfalls die Angaben berücksichtigen kann, die ihm in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen zur Verfügung stehen. Auch dadurch kann es zu Abweichungen kommen, wie beispielsweise hier http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-zusammenballung-von-einkunften.html erläutert.

0
@Ernsterwin

Fangen wir mal ganz vorne an: "doch werden in der Praxis aus Unsicherheit und Unkenntnis hierbei viele Fehler gemacht" - das haben sie sich ausgedacht oder?

Und ernsthaft, lesen Sie den Sachverhalt nochmals nach. Es geht um 57.000 Euro und Massenentlassung. Es gab einen Sozialplan.... Kennen Sie sich mit der Realität aus?

Wenn er von "Massen" schreibt, wenn es schon einen Sozialplan gab, wenn Abfindungen in dieser Höhe gezahlt werden,.... dann glauben sie ernsthaft, da hat sich keiner Gedanken über die "Fünftelregelung" gemacht? Wäre ja mal was ganz neues.

Kurze Frage, wie viele Fälle kennen sie denn (und die müssen mit diesem Fall nicht zwingend vergleichbar sein) in dem der Arbeitgeber diese Regelung hätte anwenden können (und warum auch immer), aber nicht angewandt hat. Nennen Sie einfach mal eine Zahl. Mich interessiert nur, ob Leute irgendwo was lesen, da irgendeine Ausnahme aufschnappen und dann glauben, dies sei die Regel.... Also, nennen sie mal ein Zahl.

Und zu ihrer Aussage mit der "Unsicherheit und Unkenntnis", können sie da auch aus persönlichen Erfahrungen berichten. Da ja jedes Kind heutzutage weiß, dass i.d.R. alle Firmen die Angestellt haben einen Steuerberater für die steuerlichen Angelegenheiten haben, bin ich insbesondere an der "Unkenntnis" interessiert. Gerade Entlassungen und Abfindungen sind ja ein relativ "seltener" Sachverhalt. Gerade hier wird jeder Steuerberater "intensiv und genau einsteigen". Wenn Sie da also belastenden Daten haben, dass es dort "Unkenntnis" gibt, dann wäre dies ja eine Meldung an die Steuerberaterkammer... wert.

0

Ein Vergleich der Steuerabzüge mit denen der Kolleginnen ist nicht möglich, weil für den Arbeitgeber bei jedem anderen Kollegen höchstwahrscheinlich ein anderer Lohn/ein anderes Gehalt, andere Steuerklassen, (Kinder-)Freibeträge, Kirchensteuerabzüge zu berücksichtigen sind. Auch der Entlassungzeitpunkt wirkt sich auf den Steuerabzug des Arbeitgebers durch die Hochrechnung des Einkommens auf das Kalenderjahr möglicherweise aus.

Ob die Steuerberechnung in Deinem Fall richtig war, wird sich letztendlich erweisen, wenn Du für das Jahr der Abfindungszahlung die Steuererklärung abgibst und alle entlastenden Werbungskosten (auch die Anwalts- und Gerichtskosten), Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen geltend machst.

Mit einem Abfindungsrechner, wie im Internet zu finden - beispielsweise http://www.abfindunginfo.de/abfindungsrechner-2014-abfindung-berechnen-mit-fuenftelregelung.html - kannst Du näherungsweise Deine letztendliche Steuerlast kalkulieren. Abweichungen in Form von Steuernachzahlungen oder Steuererstattungen werden dann mit dem Einkommensteuerbescheid berichtigt.

Der einbehaltene Betrag setzt sich aus Steuern und Krankenversicherung zusammen. Eine Abfindung wird auch irgendwie mit dem Arbeitslosengeld verrechnet. Erkundige dich mal beim Jobcenter/Finanzamt oder Steuerberater. Anwaltskosten/Gerichtskosten sind wohl absetztbar, Goggle sagt dir mehr.

Vielen Dank für Deine Antwort.

Mit dem Arbeitslosengeld wird meine Abfindung zum Glück nicht verrechnet, das passiert nur, wenn man einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, also die Arbeitslosigkeit quasi mitverschuldet hat. Das ist bei mir ja nicht der Fall. Im Gegenteil, ich habe viel Zeit, Mühe und Geld investiert, um meinen Job zu behalten. Die Abfindung war teil des Sozialplans, den der Betriebsrat mit meinem Ex-Arbeitgeber abgeschlossen hat, um die Einbußen der Betroffenen zu mildern.

0

"Der einbehaltene Betrag setzt sich aus Steuern und Krankenversicherung zusammen"

Auf Arbeitslohn oder Gehalt werden Steuern und Sozialversicherung (nicht nur Krankenversicherung) berechnet und vom Arbeitgeber einbehalten. Abfindungen sind nur zu versteuern. Krankenversicherung oder andere Sozialversicherungen werden nicht von der Abfindung abgezogen, soweit es sich um eine echte Abfindung handelt, wie wohl höchstwahrscheinlich in diesem Fall hier. Siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-sozialversicherung-beitrag

0

Wie funktioniert die Fünftelregelung bei einer Abfindung?

Wenn ich von meinem Arbeitgeber 18.900 Euro Abfindung erhalte, wie hoch sind dann die Steuern unter Berücksichtigung der Fünftelregelung??! Ich versteh das irgendwie nicht...

...zur Frage

Abfindung: ELStAM Haupt oder Nebenarbeitgeber?

Hallo, zum 30.03.2016 hat mir mein damaliger Arbeitgeber angekündigt mich zum 31.03.2017 zu entlassen und hierbei bestätigt eine Abfindung zu zahlen. Eine Abfindungsformel wurde genannt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits für einen neuen Job unterschrieben und bin seit dem 01.07. bei einem anderen Unternehmen tätig. Nun hat mein ehemaliger Arbeitgeber mich kontaktiert das er mir obwohl kein rechtlicher Anspruch bestehen würde doch die Abfindung zahlen würde. Zur Durchführung der Zahlung soll ich nun angeben ob er bei ELSTaM meine Steuermerkmale als Haupt (St.Kl. 1-5) oder Nebenarbeitgeber (St.Kl. 6) abrufen soll. Was müsste ich da nun angeben? Welche Auswirkungen hätten die beiden Varianten? Muss ich meinen jetzigen Arbeitgeber informieren?

Vielen Dank für die Hilfe im Voraus.

...zur Frage

Wie hoch liegt die Versteuerung von Abfindungen in Prozent?

Gesetzt den Fall man bekommt vom Arbeitgeber 15000.- Euro Abfindung wegen betrieblicher Kündigung. Wieviel Prozent davon kann man für das Finanzamt abrechnen. Bleibt die Höhe bei 5x 3000.- Euro gleich??

...zur Frage

Abfindungsauszahlung

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Abfindung.

Nehmen wir mal folgenden Fall an: Mein Arbeitgeber (mit ca. 300 Mitarbeiter) war 3 Monate vom 07.12.2012 im ESUG Schutzschirmverfahren und ist anfang März (1.3.2013) in die Planinsolvenz gegangen. Ich wurde Betriebsbedingt am 26.02.2013 im Schutzschirmverfahren zum 31.03.2013 gekündigt und habe auch keine Küdigungsschutzklage eingereicht. Unser Betriebsrat hat im Sozialplan eine Abfindung mit dem Arbeitgerber verankert, der auch in meiner Kündigung die Abfindung angesprochen hat bzw. auf diese angesprochen hat, dass der Sozialplan eine Abfindung vorsieht. Meine Frage nun, wann wird diese ausgezahlt bzw. wann kann ich eine Geltendmachung einreichen? Laut aussage unserer Personalabteilung ist nur der Lohn überwiesen worden. Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank schon mal!

...zur Frage

Wenn ich nur 4-6 Monate pro Jahr arbeite, bekomme ich dann die Steuer zurück?

Wurde nach 10 Jahren entlassen. Beim Arbeitsgericht kam raus, dass eine Abfindung von 40.000€ plus drei Monate Gehalt weiter bezahlt wird und ich somit freigestellt bin zzgl. Bewerbungscouching. Mein Jahresgehalt lag bei 66.000€. Aktuell läuft auch noch meine Scheidung die bis zum Juli durch sein müsste.

Vom 06.12.2015 - 29.04.2016 war ich wegen zwei Operationen krank geschrieben und bin nun bis ca 31.August noch angestellt.

Da die Abfindung ja versteuert wird und ich arbeitslos werde, die Widerspruchsfrist bei Gericht noch offen ist, bin ich am überlegen, ob es sich überhaupt noch rentiert dieses Jahr arbeiten zu gehen, da ich eh so viele steuern zahlen muss. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, wenn die Regelung zieht, beschäftigt unter 6 Monaten Steuern zurück und Arbeitslosengeld wird z.B. nicht angerechnet.

Wer kann mir kurzfristig Tipps geben?

Vielen Dank im voraus!

...zur Frage

Wie viel Steuern muss ich bei Abfindung bezahlen?

Hallo

Bin seit letztes Jahr krank und bekomme Krankengeld. Mein Anwalt hat jetzt eine Abfindung ausgehandelt. Wie viel muss ich von dem Versteuern?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?